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(Fortsetzung.)
eden36erumttbermÄll^e,t ^”b ^eu unb gelangweilt in allen „Wo ist Deine Herrin?" fragte Paula und unwMürlich nahm ste einen strengen Ton an.
Das Mädchen schwieg verstockt; aber sie sah sofort, es konnte Antwort geben, wenn es nur wollte.
Und dabei stierte es auf ihr silbernes Armband mit einer wahrhaft unheimlichen Gier-
„Sage mir, wo Deine Herrin ist und ich schenke Dir dies! drang sie in das junge Ding, sie wußte selbst kaum warum.
„Hinunter nach Amalfi. Der Signor Valori hat ihr einen Brief geschrieben. Und am Felsweg hat er sie erwartet."
, , Wie listig und unbekümmert die Augen des Mädchens lachten! Ein Ekel packte Paula-
Es dauerte lange, eine Stunde, zwei — sie hatte die Kleine in das von der Carducca bereitete Bett getragen und saß jetzt daneben.
Endlich kam „er" zurück - durchnäßt, bleich und die Augen voll äußerster Aufregung; das Haar zerzaust, tief in die Stirn hängend.
Er fragte nicht: „Ist ste hier?" Mit einem Stöhnen, da« einem Wuthschrei glich, sank er neben der Thür auf einen Stuhl.
Paula wußte kaum, /'b er ste sah oder nicht. Still stand ste auf. Sie war nun ihre» Hüteramte» entledigt.
Er rührte sich nicht. Al« sie, da« Haupt starr!)erhoben, an ihm vorbei mußte, blickte er nicht auf, dankte ihr weder mit Wort noch Geberde.
Da« verlangte sie auch nicht. Aber er war in dieser Stunde auch nicht» Milde«, Verzeihende» in ihr.
Die Signora Carducca aber sah e», daß er, al« sie hinaus war, die Hände vor da» Gesicht schlug und ächzte wie
Flammen aus der Asche
Novelle von S. Haidheim.
@i«?lerbenber' beutete die Bäuerin die« nach ihrem
au?,£n unb ^te mit Matronen«
Wbritt, die ihm selbst jetzt Eindruck machte: „Euer schlechtes Weib ist in Amalfi bei dem rothen Maler, Excellenza, und nur Ihr habt nicht gesehen, was dort unten alle Welt wettz.
®^ei E und sprang auf seine Füße. Alle» Blut schoß ihm m's Gesicht.
Darum also ihr Zorn, ihre Wuth, baß er sie hinauf zwang! Jetzt wurde ihm mit einem Schlags Alles klar m .»Fragt doch die Caterina, was sie eben der Signora Paula erzählt hat für das Armband dort an ihrem braunen Arm!" fuhr die Carducca fort.
_a Sr riß das Mädchen in den Schein der Kerze, schüttelte K..b°» es laut schrie, und donnerte es in besinnungsloser Wuth an: „Was weißt Du, Unselige?"
Was wußte sie! Sie rief es ihm heulend entgegen. — Wie außer sich stürzte er aus der Thür, wieder in die Nacht hinein. Ueber dem Lärm war das Kind erschreckt erwacht und meinte und jammerte nmh dem Vater, dann, als es in dessen wuthverzerrtes Gesicht gesehen, verkroch es sich vor ihm und rief in krankhafter Angst nach der Mama.
Vergebens that die brave Padrona Alles, was sie er« sinnen konnte, die Kleine zu beruhigen; Tomafo mußte pfeifen, als ihr Singen nicht half; aber das erschreckte Kind, das nun weder Vater noch Mutter sah, an deren Nähe es stets gewohnt war, regte sich immer mehr auf, begann krampfhaft zu zucken und zu schreien, und in ihrer Herzensangst sah die Carducca keinen anderen Rath, als Paula zurückrufen zu affen«
Diese kam ungern, aber sie kam.
Dann saß sie die ganze Nacht an- des Kindes Bett, das rebernd und phantasirend keine Minute Ruhe fand. Sie
shm kalte, nasse Tücher auf das heiße Köpfchen und Senfpflaster aus der Retfe-Apotheke ihres Vaters auf die Füße; das war das Einzige, was sie zu thun wußte.
Erich ließ sich nicht blicken.
„Ich hab' ihm die Augen geöffnet und die Caterina hat es ihm auch gesagt," flüsterte die Carducca ihr zu.
Das Kind schlief endlich gegen Morgen wieder ein. Der


