Ausgabe 
14.4.1896
 
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Tintenflecke zu entfernen, ohne W Wasche anzugreifen. Man vermengt in einer kleinen Tasse Benzin mit heißem Essig und legt die befleckte Stelle 5 bis 10 Minu­ten hinein. Dann gibt man das Stück wie gewöhnlich zum Waschen. * *

Waschmittel. Vr Liter Rosenwafser und 2 Theelöffel voll weißen Essig geben ein treffliches Waschwaffer gegen Schmerzen im Kopf und Antlitz. *

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Eiweiß mit Kattstaub vermengt gibt einen treff­lichen Kitt für zerbrochene Porzellangegenfiände.

Schuhwerk, welches mit Schimmel behaftet ist, befreit man von der lästigen Pilzensammlung, indem man es mit verdünntem Carbolwaffer abreibt.

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Schmutzige Strohmatten werden wieder!? schön, wenn man sie mittels scharfer Bürste mit ziemlich scharfem, warmen - nicht heißem - Salzwaffer bürstet.

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Alte Kupfermünzen putzt man mit Wiener Katt, und wenn sie stark oxydirt waren, zunächst mit rn Essig aufgelöstem Salmiak unter Zusatz von Trippel, Bmrs- steinvulver oder feingepulvertem gebranntem Thon. Das gleiche Verfahren gilt auch für die gebräuchlichen Legirungen des Kupfers. - Als Putzmittel für Silber münzen dient zart gepulverte Knochenkohle und gleichviel Weinsteinpulvsr, mit ewas Weingeist befeuchtet. - Für Goldmünzen könnte verdünnte Salpetersäure in Anwendung kommen, woran Mit Waffer abgespült und mit zerfallenem Kalk trocken gebürstet wird. Glanz ertheilt man den Münzen unter Anwendung einer steifen Bürste mittelst des äußerst zarten Eisenoxyds, das aus dem kleefaueren Eifenoxydul dargestellt wird. Die so gereinigten Münzen müssen trocken ausbewahrt werden.

Zwiebelsnppe «ach Brabanter Methode. Drei bi» vier Zwiebeln hackt man grob und läßt sie in Butter, ohne daß sie sich bräunen, so lange schmoren, bis man sie mit Leichtigkeit zerdrücken kann. Nachdem das letztere ge- fchehen, bindet man die Mischung von Butter und Zwiebeln mit einem Löffel Mehl, fügt nach Bedarf aufgelösten Liebigs Fletfchextract hinzu, falzt und gibt ein Lorbeerblatt bei- Nun» mehr läßt man Alles 15 Minuten kochen, gießt die Suppe über in Butter geröstete Brodschnitten und bindet das Ganze in der Suppenschüssel mit J. bi» 2 Eigelb.

Brösmelisuppe nach Schweizer Art. 100 Gramm Brod wird zu Brosamen gerieben, dann 50 Gramm Mehl in Fett gelb geröstet, die Brosamen hineingegeben und nachdem man sie noch ei» wenig mit dem Mehl zusammengeröstet, lösch man mit warmem Waffer ab, salzt nach Geschmack nnd koch nochmals 10 bis 15 Minuten auf.

Gespickte Rindfleisch-Schnitzel. Man schneide von einem schönen Stück Rindfleisch zwei fingerdicke Schnitze ab, klopfe fie mit dem Messerrücken, salze und spicke sie schon. Dann lege man immer drei aufeinander Md dünste sie recht mürbe mit etwas Mehl und gibt vor dem Anrichten noch etwas saueren Rahm daran-

Redsction: A. Schryds. - Druck und Verla, der Brühl'lchm UmverfiMs-Buch- und Stemdruckerei (Pietsch & Scheyda) in «Ließen.

Gemeinnütziges.

Um Fische länger auszubewahren, öffnet dieselben, bestreut den fleischigen Theil mit Zucker, den zwei bi« drei Tage eindringen läßt- Auf diese Weise man Fische lange frisch und wohlschmeckend erhalten.

Bänder und andere seidene Gegenstände müssen zur Aufbewahrung in braunes Packpapier geschlagen werden, indem Chlorkalk, den man zur Fabrikation des weißen Papieres anwendet, den zarten Farben häufig Nachtheil bringt. Ein weißes Atlaskleid muß in blauem Papier mit Nadeln verwahrt werden, und braunes Packpapier bildet dann die äußere Hülle, die an den Rändern zusammengenäht wird.

VermMehtes.

Zum AhnnngsvermSgen einiger Thiere. Zu den Geschöpfen, die der Storch mit besonderer Wuth verfolgt, und als Leckerbissen verzehrt, gehören die jungen Katzen. Es st, als wenn er wüßte, welche Gefahr seinen eigenen Jungen von ihnen droht. Stellen doch diese Jäger der Dächer mit Vorliebe der Storchenbrut nach, und so ist dieser gegen­seitige Vertilgungskampf mehr als dis Befriedigung eine» Gelüstes; Es ist das Bemühen ein feindliches Geschlecht aus- * zurotten, noch ehe es dem eigenen Nachwuchs gefährlich werden kann. Der allmächtige Trieb der Selbsterhaltung und zugleich die Sorge um die kommende Generation bewegt den Storch, die Kätzchen zu fressen, bewegt die alte Katze, die Storchjungen zu vertilgen. Jener Trieb führt aber -auch in einzelnen Fällen zur Schonung anderer Thiere, dis der Stärkere sonst als willkommene Beute betrachten würde, und davon gibt da» Krokodil ein merkwürdiges Beispiel. Sonst auch alle kleineren Thiere und Vögel verschlingend, die in seinen Bereich kommen, erfährt bei ihm nur ein einziger Vogel von der Größe einer Drossel, bei den Bewohnern jener Küsten Sicsac genannt, eine unbegreifliche Schonung. Wenn das Krokodil wohlig, mit weit geöffnetem Rachen am Lande liegt, fliegt der kleine Vogel ruhig in den Letzteren; das Krokodil duldet es, auch wenn er sich länger in dem gefährlichen Raums aufhält. Und drinnen pickt der Vogel umher, bis er die Gaumenwänds, Zunge und Zähne des großen Thiere« von Blutegeln ge­säubert hat, die sich bei dem langen Aufenthalte im Waffer im Rachen angesammelt haben. Wunderbare Wechselseitigkeit der Hilfeleistung I Gerade dieser kleine Vogel, dem die Blut­egel willkommene, leichte Beute sind, wird von dem Unthier verschont, und er befreit es dafür, indem er seiner Nahrung nachgeht, von einer schweren Plage. Woher weiß das Vögel­chen, daß es sich furchtlos in den Rachen des Unthiers wagen darf und dort die köstlichen Leckerbissen finden wird? Und woher weiß das Krokodil, daß unter den vielen sich mehr oder weniger ähnlichen Vögeln gerade dieser ihm eine Erleichterung gewähren kann und will? Es sind viele Wunderdinge aus dem Buchs der Natur zu lesen-

Aus den Fliegenden Blättern. Mutter:Der kleine Fritz vom Herrn Major nimmt den Leberthran viel lieber wie Du I Ec freut sich sogar immer darauf 1" Der kleine Hans (verächtlich):Der Streberl" - - Kühne Vermuthung. Feldwebel (zum Rekruten, der sich freiwillig zum Militär gemeldet):Was sind Sie?" Freiwilliger: Schlachtenmaler l" Feldwebel:Aha, deßhalb kommen Sie zu unsl - - . Sie meinen wohl, wir sollten nun gleich Ihnen zulieb einen Krieg anfangen?!" Entgegen­kommend- Gast:Gibt's Hasenbraten, Herr Wirth? Wirth:Hasenbraten gibt'» nur Sonntags; . . . aber wir haben gerade ein Zimmer frei wenn Sie vielleicht so lange warten wollen?!"

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Leidend. Zwei Bekannte treffen sich im Wartezimmer eines jungen Arztes. A.:Na, sind Sie auch leidend? B.:Natürlich, ich habe ihm zwei Anzüge geliefert!

Der gute Sohn. Vater (mit Frau und dem sechs' jährigen Sohne im Biergarten sitzend, zur Kellnerin): ,,Z«" Maß." Sohn:Vater, na und die Mutter?"