Ausgabe 
13.6.1896
 
Einzelbild herunterladen

- L70 -»

melr

sträuf , I

ihm (

®eh Tan Gla lorei gesa

Es ami nich an

zogst noch genui davo

Gesa sagte Som Wei! vom Her,

Kobol huschl nicht, ein e nicht« Scho

soeben dann die U beten

Phantasie, welche geniale Gedanken offenbarte dabei der Graf, dem jungen Künstler schwirrte der Kopf. Wieviel einfacher waren seine Pläne gewesen; dieselben kämen ihm jetzt fast kindisch diesen Entwürfen des Grafen gegenüber vor. Frei­lich, welch' ein reiches Leben hatte auch dieser Mann gelebt, Alles, was nur die Welt Großes und Schönes bietet, hatte er sich zu eigen machen dürfen.

Fehlte mir nicht jedes künstlerische Können, so wäre ich wohl im Stande, als Maler oder Bildhauer manches Gute zu leisten," meinte der Graf.Künstlerische Gedanken und Phantasie, die fehlen mir nicht, manches Schöne und Große habe ich in meinem Innern ausgenommen, aber leider bin ich ohne jegliches Maler- und Bildhauertalent. Bon Ihrem Talent hoffe ich nun, daß es meine Gedanken zur Ausführung bringt. Und wissen Sie, wer mich darauf gebracht, gerade Sie unter den vielen Hunderten von Malern zu wählen? Meine Tochter Isolde I Ihr kleines Bild:Die tanzenden Nixen" in der Kunstausstellung vorigen Jahres hatte uns ungemein gefesselt- Die Ausführung war ebenso genial wie die Schilderung dieser Elementargeister von den größten Dichtern. Ihre Nixen lachten wirklichschauerlich, heiter und frevelhaft liebenswürdig". Wer das Bild einmal gesehen, vergißt es nie wieder, und hätte Ihr Name schon zu den be­rühmten gezählt, dann wäre natürlich auch viel mehr Rühmens davon gemacht worden- So aber wußte man nicht recht, ob Ihnen die Palme des Ruhmes schon zuerkannt werden durfte- Nur meine Tochter Isolde zögerte damit nicht und bestürmte mich, Sie herzurufen- Sie erklärte Sie für einen Künstler ersten Ranges I"

In Herberts Antlitz stieg ein helles Roth. Der Graf hatte also eine hochbegabte Tochter, Namens Isolde. Wie romantisch dieser Name klang!

O, möchten Sie sich nicht in meinem Talente getäuscht haben, Herr Graf," stammelte der junge Künstler dann etwas verwirrt.Ich werde all' mein Können daran setzen, Ihre und der jungen Gräfin Hoffnungen zu erfüllen und ich meine, hier in Ihrem Schlosse könnte es dem Künstler gar nicht fehlen an Inspiration."

Mit leuchtenden Augen schaute er um sich; hier in dieser Umgebung, in der Gesellschaft eines so geistvollen Mannes, da mußte ja seine Kunst sich zu den besten Leistungen erheben.

Der Graf hatte sich im Salon, dessen Glasthüren auf die Veranda herausgingen, an den Flügel gefetzt und bei feinem Spiel begannen die künstlerischen Gedanken desselben in Herberts Innern Wurzel zu fassen.

Das war ja die berühmte Rhapsodie von Liszt, das großartige Tongemälde über Liebe und Leidenschaft, von der vorhin die Rede war, die er im Bilde verkörpern sollte. Im wilden Tanz drehten sich auf weiter grüner Haide die braunen Haidekinder. Neben dem Geigenspieler lehnte ein wunder­schönes Zigeunermädchen und sah mit strahlenden Augen zu dem jungen Künstler auf. Das war die Liebe, welche da heiß und leidenschaftlich durch das Musikstück zitterte, klagte und jubelte.

Morgen schon wollte der junge Maler Herbert Brand eine Skizze dieses Bildes entwerfen. Er liebte leuchtende, warme Farbentöne und hier durfte Alles in Farbengluth ge­taucht fein, die glühenden rothen Strahlen der untergehenden Sonne sollten die Haide und die tanzenden Paare beleuchten. Den blaffen Mondesschimmer, das schmachtende Liebesleid sparen wir uns für ein sanftes Rachlstück auf, hatte der Graf gemeint.Zunächst soll volles, reiches Leben von den Wänden meines Schlosses strahlen."

In den folgenden Tagen schon wurde von Herbert die Skizze entworfen, der Graf war entzückt über das Verständniß, mit welchem der Maler auf feine Pläne eingegangen war. Leicht und anmuthig schwebten die tanzenden Paare über die Haide, dem Geigenspieler hatte der Maler die interessanten Züge eines seiner Freunde, von dem er mehrere Photographien besaß, gegeben, nur sür die Geliebte desselben suchte er ver­gebens nach einem paffenden Modell unter seinen Studien- köpfen.

Vielleicht führt Ihnen das Leben das richtige Modell zu," sagte sein liebenswürdiger Wirth lächelnd, als der Maler ihm seine Verlegenheit klagte.Wenn meine Tochter erst zurückkommt, dann hat die Ruhe im Schlöffe überhaupt ein Ende, denn dann fliegt das junge Volk ein und aus hier und an jungen hübschen Mädchen ist gerade kein Mangel in

unserem Kreis, da können Sie Studien genug machen, Herr Brand, nur wahren Sie Ihr Herz dabei oder ist dasselbe schon gefeffelt? Sie stehen ja in dem beneidenswerthen Alter, wo einem alle Sterne des Lebens zu lächeln scheinen. Glück­lich der Mensch, dem eine volle, reiche, schöne Jugendlust be- schieden ist; Sie scheinen mir zu diesen Auserwählten zu ge­hören!"

Herbert lachte; sein Her; war nicht gefeffelt, aber trotz­dem schien es ihm doch, als lächelten ihm alle Sterne des Lebens, als gehöre er zu den Auserwählten, denen ungetrübter Jugendgenuß beschieden ist- Mit einem unbeschreiblichen Gefühl von Glück und Wonne begrüßte er jeden neuen Tag und ging mit Begeisterung an seine Arbeit.

Wohlgefällig schaute der Graf ihm dabei zu, wenn der Maler so mit leuchtenden Augen und glühenden Wangen den Pinsel führte und freute sich von Tag zu Tag mehr der glücklichen Wahl, die er getroffen.

Heute war der junge Maler einmal allein mit seiner Kunst. Gras Tannen war schon am frühen Morgen aus- gefahren. Herbert wer diese Einsamkeit sehr willkommen, denn die Gesellschaft des Grafen, so anregend dieselbe war, war ihm doch bisweilen bei seiner Arbeit störend. Jede Kunst erfordert eben zu Zeiten ein gänzliches Abschließen von der Außenwelt und ein vollständiges Vertiefen von Geist und Herz, und da kann auch der Klang der geliebtesten Stimme störend wirken.

Mit Lust und Eifer war der junge Künstler an sein Werk gegangen, die Stunden gingen ihm im raschen Flug dahin und er bemerkte in seinem eifrigen Schöffen nicht, daß ein Wagen über den stillen Schloßhof rollte und sah nicht, wie bald darauf eine zierliche Mädchengestalt im hellen Kleide durch den Saal dahergeschwebt kam.

Erst als ein leises loses Lachen in seiner nächsten Nähe ertönte und ein voller Maiblumenstrauß gerade zu seinen Füßen niederfiel, blickte er auf und sah in ein blaffes, feines Gesicht mit großen, schwarzen Augen.

Es war die jugendliche Gräfin Isolde, die Tochter der Grafen Tannen, welche vor ihm stand gerade umwoben von den rothglühenden Strahlen der untergehenden Sonne, ein Bild, so eigenartig, so feffelnd, daß Herberts Blicke wie ge­bannt darauf ruhten. Es schien einer jener Momente für ihn gekommen, die sich unauslöschlich emgraben im Herzen, als hätte ein Hauch der Ewigkeit sie berührt, so daß die Erinnerung daran bis über's Mab hinaus währen muffe. Warum war ihm nur noch nie eingefallen, daß das Gesicht der jungen Gräfin, obwohl er doch dasselbe schon auf ver­schiedenen Photographien gesehen hatte, sich vorzü.lich kzu seinem Bilde eignen müsse? Freilich, diesen lebensfrischen elfenbeinfarbenen Teint, diese leuchtenden Augen konnte eine Photographie nicht wiedergeben, das vermochte nur bet Maler.

Sie wollen mich wahrscheinlich auf einem der Wand­gemälde verewigen, da Sie mein Gesicht so studiren I" rief die junge Gräfin jetzt lachend.Denken Sie sich das aber nicht so leicht, ich bin ein Rälhsel, eine Sphinx, sagen die Leute, mein Gesicht kann Ihnen morgen schon ganz anders erscheinen wie heute, es Haden sich schon verschiedene Maler daran versucht."

Mir aber, hoffe ich, soll es gelingen, Ihr Antlitz zu malen, gnädige Comteß," rief Herbert mit leuchtenden Augen. Ich will übrigens kein Portrait malen, sondern nur Ihre malerische Erscheinung einfügen in ein ganzes, großes Bild, das heißt, wenn es von Ihnen und Ihrem Herrn Vater ge­stattet wird."

Fragend schaute Herbert Brand die anmuthige, so eigen­artig schöne junge Gräfin an.

Bild, i Ihr g' regen.

ff' forscht,

II ff

aber t

ff

O, bi suchen Farbe! können £ und b; gehabt saß er wieder saale

5 erklär! Herrn Kobol so, di Siche