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Literarisches

Für die Kleinen und zum Ausputz des Christbaumes kann man schönes Scharrmronseet leicht selbst machen. Dies empfiehlt sich namentlich für Leute, welche auf dem Lande wohnen und keinen^Conditor in der Nähe haben. Man schlägt das Weiße von 6 Eiern zu einem sehr steifen Schnee und vermischt diesen mit einen Pfund Zucker, welchen man durch ein Haarsieb aesiebt hat, so daß es eine dlcke, sehr weiße Masie wird. Diese füllt man in eine Spritze und spritzt sie in den verschiedensten Formen (Herzchen, Kränzchen, Dreiecke rc) auf ein mit Wachs bestrichenes Blech. In Ermangelung einer Spritze nimmt man feine Papierdüte, welche unten mit einer kleinen O ff»ung versehen ist.

Figuren werden langsam mehr getrocknet als gebackem Bor dem Backen kann man das Confeet färben: grün mit Spmat- saft, roth mit Cochenille, gelb mit Sofftan, schwarz mrt Chocolade, blau mit aufgelöstem blauen Carmin. "oM- birquirs, in einigen Gegenden auch Gedulvbisquits genannt, sehr leicht und unschädlich für Kinder, werden folgendermaßen zubereitet:/a Piund feiner Zucker wird mit 8 ganzen Eiern eine halbe Stunde gerührt, dann mit 12 Loth fernem trockenen Mehl vermischt nach Belieben giebt man einen Zusetz von am Zucker abgeriebener Cstronenschme oder ge­stoßener oder gesiebter Ban'lle. Diese Masse wird in eine kleine Düte von festem Schreibpapier nach und nach emge» füllt: man setzt daraus kleine Birquits, die in der Mstte dünner sind, auf ein mit Papier belegtes Blech und bäckt sie in gelinder Atze gleichmäßig hellgelb.

Delieates Weihnachtsgebäck. Ein halbes Pfund

süße geriebene Mandeln, 6l6i8 8 Pfund bittere dazu, '/r Pfand Butter V» Pfund feinen Zucker, ein wenig Zitronenschale und 1 Pfund feinstes Mehl. Die Butter wird zu Schaum gerührt, die Zuthaten nach und nach hinzugefügt, zuletzt das Mebl- mit diesem wird ein zusammenhängender Teig ge­arbeitet und möglichst dünn in kleine Muscheln von Weiß- blech die jeder Klempner arbeitet, gedrückt und in mäßiger Litze hellbraun gebacken. Dieses Gebäck sieht m ferner Form genau wie eine Muschel, sehr appetitlich und hübsch aus und schmeckt vorzüglich.

Niedliches und zugleich sehr wohlschmeckendes Backwerk für den Chrrstbaum läßt sich nach folgendem ReceM Herstellen. Man nimmt dazu 1'/- Pfund Mehl, 6 Eier, ein reichliches halbes Pfund Zucker und ein halbes Pfund gute Tafelbutter. Die Butter wird zuerst zu Sahne gerührt und Eier, Zucker und Mehl werden nach und nach dazu gerührt. Nachdem der Teig eine halbe Stunde stehen gelassen ist, wird er ausgerollt. Nun werden die einzelnen Stücke ausgestochsrr, mit Et bestrichen und mit buntem Zucker bestreut. Die einzelnen Figuren werden auf Blech gestellt, wobei man darauf achten muß, daß sie nicht zu nahe an­einander stehen und im Ofen gebacken.

durchsticht dieses nun entstandene Flechtblatt miffgleicher Borde. Durch die Schlingen der Außenränder leitet man e ne mittelstarke rothseidene Schnur. Drei Ecken des Flechtblattes verbindet man und näht die beiden unteren Seiten zu ammen. Eine Schnur, an die vierte Ecke bescstigt, dient als Aufhängsel. Rothseidene Bällchen verzieren den Staubtuchkorb.

ViKtenkartenhalter. Von mittelstarkem, beliebig farbigem Z°«°nSw vom Buchbinder drei Platten zu- schneiden, und zwar müssen diese 18, 16 und 14 lang und 12, 10 und 8 Zentimeter Breit sein. Mit hübschem 2 Zentimeter breiten Atlasband werden diese Platten e n gefaßt, die Ecken müssen eingekippt und mit passender Leide festgenäht werden. Die kleinste P.atte wird nun beliebig mit Malerei verziert, oder man klebt «in hübsches Feldbouquet darauf, wie diese ja im getrockneten Zustand käuflich sind. Die beiden größeren Platten legt man gleichmäßig aufemander und näht sie unten mit obiger Seide fest und dann die kleme ebenfalls darauf. An den oberen Ecken verbmdet man sie mit Band, und zwar so, daß di^Platten 5 Cendmeter offen st h n. Ueber die zwei Ecken der großen Platte setzt man zwei kleme Schleischen und sührt von diesen ein langes Band nach oben zum Aufhängen, daß man in der Mitte zu einer Spitze näht und ebenfalls mit einer Schleife verziert. Hinter dieser wird noch ein Rmg zum Aushängen des Halters befestigt.

Eine hübsch- Zierde sür den Weihnachtsbaum ist ein grüner Rasen, aus welchem derselbe herauswächst; man mache sich ein kleines Gärtchen, die Erde braucht nur 2 brs 4 Zentimeter hoch zu sein, säe Kresse darauf oder belege Teller mit Werg, auf welchen angefeuchteter Kressesamen gestrichen wird, stelle dies hell und warm, am 10. brs 14 December ; gemacht, wird man bis zum 24. December grünen Rasen haben, der die Annehmlichkeit hat, nach den Feiertagen verspeist werden zu können. Welke Pflanzen oder Blumen werden wieder straff, wenn man sie in Wasser stellt, dem man etwas Kampfer beigeaeben hat, bezw. sie mit solchem Wasser gießt, auch halten abgeschnirtene Blumen viel länger, wenn man dem Wasser etwas Zhilisalpeter beimischt.

D«r itt t>« guten GrsellsSaft. ^Buch gr

SJebaction: «. Echryda. - Druck und Verlag der BrühUscherr UnivrrMtS-Buch- und Steindruckerei (Pi-is-b » ®*et,ba)

Für den Weihnachtsbüchertisch für Erwachsene wollen wir nicht unterlassen, auf die Wochenschrift hivzuwersen, dre dw literansch veredelte Unterhaltung zum Gegenstand ihrer besonderen Pflege macht. Das ist die »{RometlWeU*. Als diese Zeitschrift vor wer fahren unter den Auspicien von Hermann Sudermann, Friedrich Spielhagen, Ernst von Wrldenbruch und Ludwig Fulda gegründet wurde .erhoben sich Zweifel, ob das deutsche Publikum, soweit es Unterhaltungszeitsch l- ten liest, reif genug sein würde, um eine Wochenschrift mck so und gediegenem Programm zu unterhalten, zumal diese ^W *11 den in weiten Kreisen immer noch beliebten Schmuck von gUuftrotione Z oft zweifelhaft r Güte verzichtete. Die Zweifel sind geschwunden, denn die^Romanwelt" erfüllt noch immer ihre Ausgabe., eme »W gediegene Seetüre dem reisen Leser und der reifen Leserm darM en, mit unverminderten Kräften; ja, sie hat sich vor Kurzemisogar zuem» dankenswerthen Verbesserung ihres Formats und 'hres P«pintäna icklossen. Uns liegt jetzt das erste Heft des. neuen Quartals in gefälligen Eleganz vor. Wieder bemerken wir, daß die 3iebactton ersten und besten Namen unter unseren erzählenden Autoren u sch geschaart hat. Paul Hepse, Hans Hopfen Hermann Sudermanm Wil­helm Jensen, Ernst von Wolzogen, Rudolf Stratz, Gabriele Reuter und andere Namen ähnlichen Klanges stehen auf Programm dieses Jahrgangs und das vorliegende erste Heft vri g allem den Anfang eines neuen Romans von Wilhelm ^emen. , ! Nachbar", in welchem die ganze wilde Poesie des dreißigjährigen g ' auslebt. DieRomanwelt" schildert nicht die Weist wie sie m Roman l ist, sondern sie bringt Romane, die schildern, wie d,e Welt ist- ! das beste Zeugniß, das wir ihr auf den Weg mitgeben können-

Lebensart und feine Sitten von Alban von Hahn- - Octav Inhalt: Besuche. Gesellschaften. Essen und Trinken ^amilieniestlichkeiten. - Der Verkehr auf der Straße. Verkehr im Mater - Coneert u. s. w. - Sprache, Gespräch und Unterhaltung. -Wetten, Vielliebchen und Geschenke überhaupt - Ehrenangelegen beiten. - Conoentionelle Lügen. Geheftet 2 Mk. oO Pfg vornehm nZnhen 3 Mk. 50 Pfg. Leipzig, Otto Spam er. Em Mann der guten Gesellschaft" unternimmt eS hier, andere in die Gepflogenhecken derselben ein »führen. Von Jugend auf gewohnt, auf sich und sem äußeres Gebaren zu achten, legt er besondere Sorgfalt darauf aus die vielen Kleinigkeiten aufmerksam zu machen, dre m feinem der land läufigen Bucher des guten Tones angegeben sind, die man aber so- leicht versieht und deren Beachtung doch eben für den guten Ton als kennzeichnend erachtet werden. Die Reichhaltigkeck des Inhalts zeigt die obige Uebersicht. Kenntniß und U-bung der Gebrauche welche die güte Gesellschaft beherrschen, sind in unserer vorwärts und aufwärts strebenden Zeit eine unabweisbare Nothwendlgkeck. Erne zuverlässige Anweisung h-erzu ist eine der nützlichsten Mitgaben Leben welche Eltern und Erzieher ihren Zöglingen darbieten können. Aber nicht der Jugend allein sollen diese Rathschläge empfohlen sem, sondern allen Lebensaltern, denn nicht selten kommt es vor daß man erstspat dazu gelangt oder durch die Verhältmfse genoth'gt wird den. Umgang mck der guten Gesellschaft auszusuchen und zu pflegen. Die Ausstattung ist dem ^Inhalt angepaßt: gewählt und fein, so daß das Merkchen recht

' wohl auch als Geschenk dienen kann. *

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