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Lästermäuler klopfen kann, ohne die Sache mehr zu ver- Wimmern al, zu bessern. Ich will nur von Herzen hoffen, daß Eggestorf bald soweit hergestellt ist, diesem abscheulichen Gezischel und Getuschel mit einem Schlage ein Ende zu machen."

-Herr Eggestorf?« fragte Margarethe befremdet und erschreckt.Glauben Sie denn, daß man e» wagen roiitbe, auch in seinem Beisein Schlechtes von mir zu reden? Und wenn man e« thäte, welches bessere Mittel hätte er, die Verläumder zum Schweigen zu bringen als Sie oder irgend ein Anderer, -er mich kennt?-

Die scharfen Augen des Sanitätsraths musterten sie argwöhnisch. Wie herzlich er ihr auch zugethan sein mochte, wurde es ihm doch offenbar schwer, an soviel unschuldige Naivetät zu glauben, als sich in ihrer letzten Frage kundgab.

Das will ich doch meinen, daß er ein bessere» Mittel hätte," sagte er mit Nachdruck.Und ich würde meine Nachgiebigkeit ewig bereuen müssen, wenn er etwa zögerte, es anzuwenden. Wäre er gestorben, nun, so hätten Sie sich eben mit dem Urtheil der Welt abfinden müssen. Da es jetzt aber, Gott sei Dank, anders gekommen ist, giebt es für ihn selbstverständlich keine heiligere Pfiicht al« die, Ihren um seinetwillen gefährdeten Ruf auf die einzige mögliche Weise wiederherzustellen."

Mit großer Entschiedenheit schüttelte Margarethe den Kopf.

Sie irren, Herr Sanitätsrath I Da ich aus freien Stücken hierher gekommen bin, und da auf Seiten des Herrn Eggestorf nicht einmal von einer Duldung meines Aufenthalte» in seinem Haufe die Rede sein kann, find ihm auch selbstverständlich keine Pflichten gegen mich erwachsen. Und nichts würde mir schmerzlicher sein, al» wenn er von irgend Jemand veranlaßt würde, ganz unnöthiger Weise für mich ein,«treten."

Ja, da» verstehe, wer kann. Sie haben also am Ende nicht einmal den Wunsch, sich mit ihm zu verloben?" -Nein, gewiß nicht eine solche Möglichkeit ist den Umständen nach vollkommen ausgeschlossen."

Sie hatte es mit fester Stimme gesprochen, ohne auch nur einen Augenblick zu zaudern, und der Sanitätsrath, der freilich nicht ahnen konnte, wie es dabei in ihrem armen jungen Herzen aussah, legte sein Gesicht in die alleroerdrieß. lichsten Falten.

Run, mein liebes Fräulein, wenn die Dinge so be­schaffen sind, wag Ihre Handlungsweise ja noch um Vieles edler und selbstloser sein aber ich halte e» denn doch, obwohl Sie mich nicht um Rath gefragt haben, für meine Pflicht, Sie zu warnen."

Mich zu warnen? Wovor?"

Bor Ihrer eigenen Menschenfreundlichkeit, die Sie in Gefahr bringt, sich Ihre ganze Zukunft zu verderben. Darf ich offen zu Ihnen sprechen?"

Da ich sicher bin, daß Sie e» gut mit mir meinen gewiß!"

Run, ich darf Ihnen als Eggestorf« Arzt nicht em» Psehlen, sich schon jetzt ganz von ihm zurückzuziehen, denn er scheint sich doch sehr an Ihre Gegenwart gewöhnt zu haben, und seine Gesundheit ist noch keineswegs hinlänglich gefestigt, daß mau ihn ohne jede Gefahr neuen Gemüthsbewegungen aussetzen dürfte. Die Rächte aber ich bitte Sie noch einmal, mir nicht böse zu sein die Rächte sollten Sie doch lieber nicht mehr unter diesem Dache zubringen.

Da» brennende Roth auf Margarethen» Wangen war jäh einer tiefen Blässe gewichen. Doctor Sottet sah mit Bedauern, daß er sie dennoch auf da» Empfindlichste gekränkt hatte; nun aber war e» heraus, und er hielt es für geboten, nicht auf halbem Wege stehen zu bleiben.

Schenken Sie mir nur noch einen Augenblick Gehör, und urtheilen Sie dann, ob ich Ihren Zorn verdient habe oder nicht. Ich sagte vorhin, daß ich genau weiß, was die Leute über Sie schwatzen, und das entsprach nur der Wahr­heit, denn man legt sich mir gegenüber au« begreiflichen

Gründen eine gewisse Zurückhaltung auf. Schließlich aber sickert doch Manches durch, und soviel wenigsten« kann ich Ihnen mittheilen, daß man sich in erster Linie über ihr un» klares Verhältniß zu dem Bruder unseres Patienten aufhält. Man weiß, daß Ihr Verlöbniß mit Werner Eggestorf auf­gehoben worden war gemüthvolle Seelen haben sogar die Lesart verbreitet, Ihr Vater wäre aus Gram darüber ge­storben und nun sieht man, daß Sie in einem Hause, darin e» kein einziges zu Ihrem Schutze bestelltes weibliche Wesen giebt, gewissermaßen Tag und Nacht gemeinsam mit diesem ihrem ehemaligen Verlobten verweilen."

Aber das ist eine schändliche Lüge! Seit dem Abend seiner Ankunft habe ich Werner Eggestorf nicht ein einziges Mal wiedergesehen I"

In ihren Augen schimmerten Helle Thränen, und freund- lich erfaßte der Sanitätsrath ihre Hand, wenn seine Miene auch noch immer eine tiefernste blieb.

Ich für meine Person glaube Ihnen das ohne Weiteres, mein verehrte« Fräulein die böse Welt aber wird es schwerlich glauben, und der junge Mmu hätte um Ihret­willen wohl besser gethan, sich mit seinen Besuchen in diesem Hause etwa« mehr Zurückhaltung auszuerlegen, so lange Sie die Krankenpflegerin feine« Bruders machten. Ich werde mir erlauben, darüber ein Wörtchen mit ihm zu reden."

Aber er hatte doch an jenem Abend feierlich ver­sprochen, so selten als möglich hierher zu kommen, und es kann unmögli h seine Absicht gewesen sein, mich durch einen so abscheulichen Wortbruch in den Augen der Leute bloßzu­stellen."

Welche Absichten er verfolgt hat, weiß ich nicht daß er aber tagtäglich hier gewesen ist, und sich oft bi« tief in die Nacht hinein drüben im Atelier aufgehalten hat, kann ich aus eigener Wahrnehmung bestätigen. Sie sehen nun wohl, daß ich nicht den Wunsch hatte, Ihnen wehe zu thun, als ich Ihnen nahe legen wollte, dem bösartigen Ge­klatsch durch eine Rückkehr in Ihre Wohnung den Boden zu entziehen."

Sie meinen es gut ich danke Ihnen- Und ich werde selbstverständlich Ihren Rath befolgen. Noch heute gehe ich fort, um nie mehr hierher zurückjukchren."

(Schluß folgt.)

Arbeiten für den Weihnachtstisch.

Korallenkästchen. Man löst rothen Flaschenlack oder Siegellack über dem Feuer in einem Tiegel aus; vorher hat man dicke Baumwollfäden in Büschel von 15 bi« 20 Faden zusammen und an Draht gebunden, die Fäden vielleicht 3 bi» 4 Zentimeter lang. Nun taucht man sie geschwind in den rothen Lack und höngt sie mit dem Stielende nach oben auf eine Schnur, damit sie abtropfen können. Eine Papp, ober Holzschachtel, z. Beisp. eine/i Pfund-Zonfectschachtel, wird nun mit rother Emailfarbe angestrichen unb die Korallenbüschel mit dem Draht durch den Deckel in die Seitenwände gesteckt, sodaß die ganze äußere Seite mit den Korallenbüscheln be­deckt ist. Innen wird ein leichte« Seidenfutter ober Papier eingeklebt, daß die Drahtstiele unsichtbar werden.

Zu einem Paar reizender Pantoffel find ovale und runde Häkelfarmen nöthig, weiche mit grauem Garn Rr. 14 überhäkelt und mit Goldspinnchen verziert werden- Dann schneidet man fich einen Schnitt nach einem Pantoffel au» Steifgaze, setzt die Häkelformen zusammen, bezieht die Steif­gaze recht» und links mit hellblauem Seidenstoff und näht den gehäkelten Pantoffel darauf- Alsdan wird das Ganze auf eine weiße Filzsohle genäht und der Außenrand des Fußblattes mit hellblauen Seidenrüfchchen verziert.

Aus Strohborde geflochtener Staubtuchkorb. In einem Str ckrahmen befugt man oben und unten in gleichen Zwischenräumen je 10 Holzvflöckchen, um diese schlingt man herauf- und heruntergehend fingerbreite Strohborde und