Ausgabe 
12.11.1896
 
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ahnt Lhrkla bereit» di» Wiederkehr ihrer kaum übet* ffandenen Krankeit zu spüren. Die Wirkung einer - Blut* Vergiftung tritt ein. Die Gräfin ist ja daheim von ihrem Hausarzte erwiesenermaßen auf die bei der Kopsrose gewöhn* liche Art behandelt worden: es waren ihr zahlreiche kleine Ritze und Einschnitts in dis Kopfhaut applisirt worden, die dir Ausbreitung der Entzündu"-? gemeinsiglich aufhalten. Durch diese kaum vernarbten IL .en Wunden hätte ein Giftstoff die Verbindung mit bei.; Bluts erreichen müssen, wohl noch begünstigt durch Theklas Erregung beim Tanze und bei der überstürzten Abreife von Mür.chen.

(Fortsetzung folg.)

Kaffeebrett. bestellt sich bei einem Tischler ein Kaffeebreti und läßt siS <ti derselben Größe ein Glas dazu schneiden. Letzteres bestreicht man mit Etsenlack und zeichnet, nachdem ei trocken geworden, mit einem Nagel einen Zwe>g, vielleicht einen solchen von Myrthenblättern t" dieser sich am leichtesten ovrführen läßt, darauf. Danr ratzt. trt mit einem Messercken den 8 ck von der Zeichnung oollstänatg herunter, doch muß man hierbei vorsichtig zu Werte gehen, dauut die Ränder der Zeichnung recht fegen auSsaün. Der Zweig wird dann mit Silberpapier oder Staniol unterlegt; letzteres besorgt der Tischler oder Glaser, der auch die Glasplatte auf dem Brett befestigt. Die Arbeit sieht reizend aus, man könnte sie für Perlmuttet'Etnlage halten- In derselben Weiss lassen sich auch kleine Tischplatten, Handschuhkästsn, Vlsttenkarten- fchalen und dergleichen Herstellen. *

Wurmfratz in Möbeln u. s. w. Der Franzose Emile Mer untersuchte den sogenannten Wurmstaub und fand denselben stärkemehlfrei. Daraus folgerte er, daß das Stärke­mehl das Anziehung,mittel für dis holzfreffenden Thiers fei. Man müffe deshalb nur stärkemehlfreies Holz verwenden. Dies erreicht man dadurch, daß man im zeitigen Frühjahr mehrere Monate vor dem Schlagen den Baum unter den Aesten ringelt und jeden Austrleb.unter den Ringen entfernt.

Verlorene Eier in Rahmfanee. Man schlage die Eier, immer vier auf einmal, in kochendes gesalzenes Wafler, lasse sie drei bis vier Minuten kochen und nehme sie mit einem Schaumlöffel heraus, dämpfe nun für sechs E,er einen Eßlöffel feingefchnittene Chalotten und einen Eßlöffel Mehl in 60 Gramm Butter weiß, rühre V» Liter dtcken sauren Rahm daran und würze mit Salz und weißem Pfeffer, lege die Eier in eine Schale und gieße die Sauce darüber, kann die Schale auch noch mit in Butter gerösteten Wetßbrod* dreiecksn verzieren. * ,

Wirsingkohl. Dis Blätter eines Wirsingkopfes werden abgefchnitten und jedes Blatt von feiner mittleren R ppe be* freit. Dann werden die Blätter gewaschen und in siedendes Wasser gethan. Wenn der Kohl weich ist, wird er ausqedrückt und fein gewiegt. In einem Topf wird ein Kaffeelöffel voll Butter oder Schmalz zerlassen, ein Kaffeelöffel Mehl darin zerrührt, der Kohl hineingethan und das Ganze durcheinander gerührt. Dann gießt man Bouillon daran, bis ein seimiger Brei entsteht und fügt Salz nach Bedarf hinzu. Hat man keine Bouillon, so kann man auch Wasser und etwa, Butter oder Fett nehmen. Zuletzt läßt man den Kohl nochmals kurz auskochen. *

Sanfte Suppe. Man zerrührt ein Ei, fügt eine reichliche halbe Taffe Mllch und einen Kaffeelöffel Mehl hinzu, quirlt oder rührt dies gut untereinander, schneidet dann ein

altbackener Milchbrod hinein, gießt s/4 Liter kochender Wasser darüber, thut ein paar Prisen Salz dazu, läßt die Suppe aufkochen und gibt schließlich noch etwa» Butter sowie gewiegte Petersilie daran.

Bayerische Erbsensuppe. Mit den Erbsen wird zugleich ein schöner Selleriekopf lind gesotten. Ist Alles weich, so läßt man in einem Tiegel ein elgroßer Stück Butter heiß werden und darin einen Kochlöffel Mehl gelb anlaufen, rührt die durchpasstrten Erbsen und den Sellerie darunter und ver* dünnt mit gesalzenem, heißem Waffer bis zur gewünschten Dicke, worauf man die Mischung langsam fortkochen läßt. Mau muß Acht geben, daß sich auf dem Boden nichts anlegt. Unterdeflen macht man fogen. Fastenknödel, Indem man sechs Semmeln feinwürflig schneidet, mit einem Viertelliter Milch anfeuchtet, drei Eier daran schlägt, sowie etwas Salz, Vein» gewiegte Petersilie und in Butter geröstete Zwiebel dazu gibt. Zuletzt nimmt man noch vier Kochlöffel Mehl; daraus formt man mit dem Kochlöffel einen Teig und aus diesem mit den angefeuchteten Händen mittelgroße Klöße, die man in ge­salzenem sprudelnden Waffer eine Viertelstunde kochen läßt, worauf man sie In der Erbfensuppe zu Tssch giebt. , Auch geschnittene Nudeln, erst in Waffer gelind gekocht, dann in dir Erbsensuppe gegeben, geben einen guten Geschmack.

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Warmbier. Man koche einfaches Bür mit Gewürz, «was Zucker und einem Stückchen Butter, hüte es aber vor dem Ueberlaufen. In einem zweiten Topf wird Milch zum Kochen und mit in kalter Milch eingeklopstem Mehl verdickt. Korinthen bereitet man vor und läßt sie im Wasser an bei Seite des Herdes aufquellen. Erst beim Aufgehen mische man die Theile zusammen, um das Gerinnen zu verhüten. Mit 1 bis 2 Eiern abgezogen.

Literarisches

Novellen-Bibliothek der Allnstrirten Zeitung. Neun­zehnter Band. Preis 2 Mk.; in Origmal-Lemenband 3 Mk. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. Die Novellen-Bibliothek der Jllustrirten Zeitung ist vor Kurzem bis zum neunzehnten Bande gediehen Die achtzehn ausgewählten Erzählungen dieses Bandes wandeln zwar kernes- wegs in den Spuren desjüngsten Deutschlands" und dennoch halten sie sich fern von jeder Fadheit der Lebensauffassung; sie wissen das uni umgebende Kleinleben poetisch zu verklären, indessen mehr als eme No. velle berührt psychologische Probleme, die entweder befriedigender Lösung entgegengeführt werden oder in ein drohendes Fragezeichen auslaufen. Ein souverän sich gebührender Humor waltet in denKonstantinopollta- nischen Abenteuern";Eine Stellung" von Jenny Hirsch feiert den Sieg des Pflichtgefühls über Standesvorurtheil;Ein Jugendfreund von Frida Schanz gedenkt schöner Kindheitserinnerungen, die sich schließ­lich auch mit der unfreundlichen Gegenwart abzufinden wissen; s Ober- Mbl" von E. Ritter weiß die wehmuthsvolle Resignation armer bäuer­licher Eltern demausstrebenden" Sohne gegenüber zu schildern, während die NovellenRain" von Ernst Koppel undDer Geschworene von C. A. Roline sich bereits dem großen Stile nähern. Gleichviel ob das Leben in der modernen Großstadt im Salon oder in der Volksküche, tn italienischen Bergnestern oder in der majestätischen Wildniß des Kaukasus, in der dumpfigen Schuhmacherwerkstatt Rußlands oder auf den unend­lichen Schaftristen Australiens sich abspielt, überall versteht es Webers Novellenfchatz, den Leser nachhaltig zu fesseln und mannigfach anzuregen. Besonders werthvoll ist der Umstand, daß der Inhalt dieser billigen Hausbibliothek unbedenklich in trautem Familienkreise vorgelesen werden darf-

Deutsch« Eigenart in der bildenden »nnst. Von Gustav Ebe. Mit 100 Abbildungen. Preis 7 Mk. 50 Pfg., in Pergament gebunden 9 Mk. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. W>e die Nationalitätsidee seit der Mitte des 19. Jahrhunderts das politische Leben der Völker befruchtet und zu neuen Staatengründungen geführl hat, die aber eigentlich nur eine Wiederherstellung desAlten" sind, fo hat dieselbe Idee aus die Entwickelung der bildenden Kunst in dem Sinne eingewirkt, daß nun der nationale Inhalt einer Kunstepoche als « Werthmesser derselben vorangestellt wurde.

Nrdactivn: A. SchiHda. Druck und »erlag der Br

ühl'schrn lluiverMw-Bnch- und Ctcindruckerei (Pietsch * ®$et)ba) in Siegen.