Ausgabe 
11.6.1896
 
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niedrigen Fenster stehend, in die Richtung hinüberschaute, wo Hechts Weinberg lag.

Eine eigenthümliche Spannung und Unruhe machte sich während der beiden nächsten Tage immer deutlicher in der M^bar re be6 ^lnen Hauses vor dem schwarzen Thore kümmerte sich nicht mehr im Geringsten um seine Wirthschaft und streifte anscheinend planlos draußen umher

«te nach Dresden, ohne Christine zu sagen, was er zrtzt so häufig drinnen in der Stadt zu thun habe.

Dem jungen Mädchen aber wurde das Herz immer schwerer vor banger Furcht, j; näher die Stunde kam, in der Hermann Stelzner seine Werbung vorbringen wollte. Au- ganzer Seele sehnte sie sich ja darnach, ihm anzugehören und von diesem fast unerträglich gewordenen Zusammenleben mit ihrem Oheim befreit zu werden. Aber sie hatte sehr wenig Hoffnung, daß Wogaz gutwillig seine Zustimmung geben werde, und bei seinem jähzornigen, rücksichtslosen Character, der ihr so gut bekannt war, fürchtete sie von dem vergeblichen Ver» such vielmehr nur eine Verschlechterung ihrer Lage und eine unabsehbare Reihe der schlimmsten Quälereien.

- n. ft der entscheidende Sonntag heran und nach einer schlaflos verbrachten Nacht spähte Christine seit dem frühen Morgen beklommenen Herzens immer wieder nach jener Richtung hinaus, wo der Geliebte sichtbar werden mußte. Sie wäre ihm so gerne entgegengeeilt, um wenigstens noch ein paar rasche Worte mit ihm zu tauschen, bevor er ihrem Oheim gegenüber trat.

i AsWredete fuhr zusammen und taumelte um

zwei Schritte zurück, als hätte ihn ein betäubender Faustschlaa getroffen. Schon im nächsten Augenblick aber gewann seine trotzige Frechheit wieder die Herrschaft über den ersten Schrecken.

rx"3(äLr ein Gefangener?" fragte er zurück.Mit welchem Rechte wollt Ihr mich festnehmen? Ich bin ein ehrlicher Mann und habe nichts Strafwürdiges gethau"

Das werden wir bald sehen. - Vorwärts - legt ihm Fesseln anl Und Ihr Beide dort wer seid Ihr?"

Statt der halb ohnmächtigen Christine gab Hermann Stelzner mit ruhiger Unbefangenheit die verlangte Auskunft Der Polizeidirector sah ihn währenddessen scharf an und sagte, als er geendet, zu seinen Leuten:Auch diese Beiden werden das Gemach nicht verlassen, bis wir mit der Durch» suchung des Hauses fertig sind. Zweie von Euch bleiben hier, sie zu bewachen und Sorge zu tragen, daß sie kein Wort miteinander reden. Ihr aber, Wogaz, würdet Euch selber nur einen guten Dienst leisten, wenn Ihr uns jetzt aus freien Stücken sagtet, wo Ihr das Bild versteckt habt" . Zerknirschend hatte der Hofbesitzer sich die Hände auf den Rucken binden lassen. Ein Widerstand gegen diese sechs» fache Uebermacht wohlbewaffneter Männer wäre ja auch offm» barer Wahnsinn gewesen. Nun aber warf er einen tückischen Buck auf den Frager und entgegnete kurz:Ich weiß von keinem Bilde. Wer da meint, daß hier etwas versteckt ist, der mag meinetwegen darnach suchen."

"Das werden wir allerdings auch ohne Eure Eclaubniß thun. Ans Werk also! Nehmt ihn in die Mitte und laßt uns mit der Nachsuchung beginnen!"

So geschah es und Wogaz mußte den Männern überall hin folgen, während sie jedes Gelaß und jeden Winkel feines Hauses mit äußerster Sorgfalt durchforschten- Immer wieder bedrängte ihn dabei der Polizeidirector mit Fragen und Auf» ^Wahrheit bte Ehre zu geben und ein frei» müthiges Geständniß abzulegen. Aber der trotzigen Ver» schlossenhett des Angeschuldigten gegenüber blieben alle seine Ueberredungrkünste vollkommen machtlos. Es brachte nicht die geringste wahrnehmbare Wirkung auf Wogaz hervor, daß ihm der Beamte alle die schwerwiegenden Verdachtsgründe entgegenhielt, die zu seiner Verhaftung geführt hatten und selbst die Mittheilung, daß die Handschrift der Quittung, die man sich natürlich nur zum Zveck der Vergleichung hatte

I Jetzt brauchst Du's ja nicht mehr zu verheimlichen, daß wir uns schon lange gut sind." B

, Ist £?8 die Wahrheit, Du ehrvergessene Dirne?* fuhr Wogaz von Neuem auf da» Mädchen losHeraus mit

! Much dazn^hast ^"* M ®efW' roenn ®u den

Und jetzt, wo der Geliebte neben ihr stand, stark un9 wirklich? Ctn 1Uttfler ®i$baum' letzt hatte sie diesen Much

3«, Oheim," erwiderte sie mit Festigkeit,ich habe Ä !leb»unb H roerbe me einen Anderen zum Manne nehmen ms ihn. 7

Der halb erstickte Laut, mit dem ihr Wogaz Antwort gab, schien eher aus der Kehle eines wilden Thieres als aus der eines Menschen zu kommen. Seine Augen waren blut» unterlaufen und die Adern an seinen Schläfen lagen wie dicke Stränge unter der wettergebräunten Haut. Gewiß hätte er sich im nächsten Moment auf die Beiden gestürzt, um sie ae» walisam voneinander zu reißen, wenn nicht etwa« Anderes, Unerwartetes dazwischen gekommen wäre, etwas, das wohl nüchtern war, ihn außerordentlich schnell zu er»

Die einzige Thür des niederen Zimmers war nämlich unter einem wuchtigen Stoße aufgesprungen und in der Oeff« nung war hinter einem Manne in bürgerlicher Kleidung eine ganze Anzahl von Stadtsoldaten sichtbar geworden 9

«Johann Georg Wogaz!" rief der Mann, der hier offen» Gefang"ner^hNr seid mein

Aber ein unglücklicher Zufall wollte es, daß Wogaz sie J L? Auftrag in der Stube festhielt, gerade als die Gestalt des festtägig gekleideten jungen Mannes draußen auf dem Feldwege auftauchte. So konnte sie nichts mehr thun den unvermeidlichen Sturm zu beschwören und unwillkürj lich preßte sie die gefalteten Hände auf die angsterfüllte Brust als Hermann Stelzner nach bescheidenem Pochen in das Zimmer trat.

Johann Wogaz, der den Goldschmiedsgesellen oberflächlich ^"^' lchien zuerst von seinem Besuche gar nicht unangenehm überrascht. Wenigstens begrüßte er ihn halbwegs freundlich und erkundigte sich mit einer gewissen Neugier nach seinem

,^°um uber hatte der junge Mann in schlichter, kunstloser

^ J?ie0en V uorgebracht, daß jener den Zweck seines Erscheinens begriff, als das Unwetter auch schon los» nodb hundertmal schlimmer, als sich's Christine vorgcfteut gatte.

Mit hochgeröthetem Gesicht und zornfunkelnden Augen trat er vor die Zitternde hin, um sie zu fragen, ob sie etwa mit dem Goldschmied im Einverständniß sei. Und so grausam S die Furcht ihr die Kehle zusammen, daß sie nicht ein Wort der Erwiderung über die Lippen bringen konnte. Als aber Wogaz Miene machte, sie mit.seiner bärenhaften Faust fTnÄ trat^er junge Freier dazwischen und

schob den Wüthenden zuruck.

Ihr werdet das Mädchen nicht anrühren!" sagte er in I einem Tone, der über seine Entschlossenheit, sie zu schützen ! meüne Rraut^°^" fonnte- leide es nicht; denn sie ist UlvlllV <OCuU(»

?u Hansnarr?" brüllte Wogaz, dessen dunkler verfärbt hatte.Dem Teufel will r^. ^hbr geben als Dir. Scheer' Dich zum Henker und I laß Dich auf meinem Grund und Boden nicht wieder blicken denn es könnte Dir wahrhaftig übel gerathen." '

Mit großer Selbstbeherrschung bewahrte Hermann diesem Wuthausbruch gegenüber seine Ruhe.

Laßt das Schreien und Poltern," fiel er dem Auf» geregten in s Wort,denn es kann Euch ja doch zu nichts helfen. Ich weiß wohl, daß Ihr selbst es auf Euer Mündel abgesehen hattet; aber den thörichten Gedanken müßt Ä?°\DeÄn l0:letL ~ Sag'« ihm nur gerad'heraus, Christine, daß Du mich zum Manne haben willst und nich

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