Ausgabe 
11.6.1896
 
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Unterhaltungsblatt ?«m Gießener Anzeiger (General-Anzeiger).

Die Magdalena des Correggio.

Erzählung nach actenmäßigen Quellen von Reinhold Ortmann.

(Schluß.)

Johann Wogaz saß mit seiner Nichte und seinen beiden Dienstleuten bei dem einfachen Mittagsmahl, als ziemlich derb an die Stubenthür gepocht wurde, während man zugleich deutlich etwas wie das Klirren eines Säbels vernahm. Wogaz wurde für einen Augenblick todtenblaß, und feine Hand zitterte so, daß er kaum roch den zinnernen Löffel zu halten vermochte. Christine aber erhob sich unbefangen, um dem Einlaß Heischen­den aufzuthun. Ein riesenhafter Wachtmeister von den Garde­reitern war cs, der da auf der Schwelle stand. Mit scheuem Blick streifte der Hausherr das schnauzbärtige Gesicht des unerwarteten Besuchers; doch beruhigte es ihn einigermaßen, als er das freundliche Lächeln fah, mit welchem der Krieger das schöne junge Mädchen betrachtete.

Womit kann ich dem Herrn Wachtmeister dienen?" fragte er unterwürstg, indem er sich nun ebenfalls aufrichtete. Seine Stimme klang dabei schon wieder ganz gleichmüthig, und nur auf dem Grunde seiner Augen flimmerte es noch wie von Mißtrauen und Angst. Sporenkltngend trat der Soldat vollends in's Zimmer und zog mit wichtiger Miene ein dickleibiges Notizbuch hervor.

Seid Ihr der Feldbesttzer Johann Georg Wogaz in eigener Person?"

Ja, der bin ich freilich."

Und habt Ihr im letzten Sommer auf Requisition de« Herrn Obersten von Dornthal dreimal Vorspann geliefert?"

Sicherlich fiel dem Wogaz in diesem Augenblick eine Bergeslast vom Herzen; aber er hatte seine Gesichtszüge hin­länglich in der Gewalt, um seine Ueberraschung nicht auf ver­dächtige Art zu verrathen.

,,So ist es, Herr Wachtmeister," bestätigte er nur.Und ich habe meine Bezahlung dafür vom Regiment auf Heller und Pfennig erhalten."

Das will ich meinen. Wir brauchen zum Glück keinem Menschen was schuldig zu bleiben. Aber da ist etwas nicht in

Ordnung. Ihr habt die Quittung nicht vorschriftsmäßig aus­gestellt, Wogaz."

Nein, etwas Schriftliches habe ich freilich nicht gegeben, weil es Keiner von mir verlangte."

So müßt Ihr es jetzt noch nachholen. Es war ein Versehen von dem Schreiber, und der Herr Oberst hält streng darauf, daß Alles seine gehörige Richtigkeit habe."

So schreib' dem Herrn Wachtmeister die Quittung aus, wie er'« verlangt, Christine! Ich bin nämlich etwas unbe­holfen in der Feder, und am Ende kommt es doch nur darauf an, daß es Schwarz auf Weiß dasteht nicht wahr?"

Bei Leibe nicht! - Was denkt Ihr von unserer Ord. nung, Mann? Eigenhändig muß ich's haben. Und wenn Ihr mal durch die Schule gelaufen seid, werdet Ihr soviel doch wohl zusammenbringen können."

Verdrießlich über die Umstände, die man ihm wegen der wenigen Groschen machte, doch ohne Argwohn, daß sich da­hinter etwa eine andere, für ihn verhängnißvolle Absicht ver- bergen könnte, leistete Wogaz der energischen Aufforderung Folge. Mit steifen, ungelenken Schriftzügen und sichtlich müh­sam malte er nach dem Dictat des Wachtmeisters die Worte auf das grobe Papier, und es war ihm ganz heiß geworden, als er endlich aufathmend die Feder bei Seite legen konnte.

So! Nun aber werd' ich doch wohl Ruhe haben wegen der Militärfuhren wie?"

Sorgfältig, als handle sich's um ein hochwichtiges Document von unschätzbarem Werthe, faltete der Wachtmeister das Blatt zusammen und barg es in seinem Notizbuch.

Von mir aus werdet Ihr nicht weiter incommodirt werden, Wogaz. Lebt wohl, mein schönes Kind, und betet fleißig, daß Euch der Himmel recht bald einen braven Mann befcheere."

Mit freundlich wohlgefälligem Lächeln nickte er der er* röthenden Christine noch einmal zu und stampfte dann säbel- rasselnd wieder von dannen.

Wogaz brummte etwas überunverschämte Soldaten- Plackereien"; in Wahrheit aber schien er keineswegs so übel gelaunt, als er sich stellte; denn sobald er wieder allein war, pfiff er eine lustige Marschwsise vor stch hin und ein ver­schmitztes Grinsen ging über sein Gesicht, als er, an dem