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von der kleinen Ny- Daß das unbedeutende Ding noch einen Mann und einen ganz ansehnlichen bekommen hat, setzt mich wirklich in Erstaunen."
Bruno lachte.
„Ja, der Geschmack ist verschieden; ich hätte ste mir auch nie erwählt. Aber was soll ich da erzählen? Sie haben fich verlobt und werden bald Hochzeit feiern; der alltägliche Lauf der Dinge."
„Und gehen nach Porto Allegre; na, für die Geheim- räthin ist das auch eine bittere Nuß," meinte Frau von Bellin mit stiller Befriedigung, da ste der Geheimräthin im Innern das Glück, einen angenehmen Schwiegersohn gefunden zu haben, neidete."
Jetzt wurde Georgs etwas gebeugte Gestalt in der kost- baren Livree der Menzelens vor der Gartenthür sichtbar. Ilse schnellte empor. Eine plötzliche Furcht überfiel sie: Wenn Wolf wieder krank geworden wärel Denn sonst käme Georg wohl nicht hierher; und sie fern von ihm, die doch allein mit seiner Natur Bescheid wußte!
Mutter und Bruder, die fich gleichfalls erhoben hatten und neugierig hinausschauten, mit einem Blicke bittend, sie allein gehen zu lasten, eilte fie dem Alten beklommen entgegen.
„Was ist geschehen, Georg, was bringen Sie?"
Der alte Mann, dem das Steigen schon schwer wurde, sank erschöpft auf eine Bank.
„Nichts, gnädigste Frau Baronin, nichts Schlimmes, nur daß ich Sie einmal unter vier Augen sprechen wollte."
„Im Auftrage des Barons?"
„Nein, gnädige Frau Baronin, der Herr Baron weiß nichts davon, daß ich hergefahren bin; doch ich konnte nicht anders, ich mußte Ihnen sagen, was mir auf dem Herzen liegt."
Ilse hatte sich wieder völlig gefaßt.
„Was denn, Georg; haben Sie einen besonderen Wunsch, den ich Ihnen zu erfüllen vermag?"
„Nur den einen, gnädigste Frau Baronin, daß Sie meinen Herrn nicht verlaffen, sondern zu ihm zurückkehren."
Dabei sank der Alte tief erschüttert in die Knies und küßte flehend die Hand Ilses. Diese sah sich erschrocken um. Ein Glück, daß die Bank hinter Buschwerk versteckt war und von der Veranda aus nicht beobachtet werden konnte.
„Guter, treuer Georg," erwiderte sie tiefbewegt, „nicht an mir liegt es, daß ich nicht zurückkehren kann und darf."
„Vielleicht, weil die Frau Baronin glauben, daß der Herr Baron sind Andere heirathen will; aber dem ist ja nicht so. Es ist Alles aus mit der Amerikanerin; war schon in Rom au», und sie hat sich mit einem Rusten verlobt."
Ilse wechselte jede Farbe.
„Sie täuschen mich nicht, Georg?"
„Wie sollte ich, Frau Baronin, bei einer so heiligen Säche?"
Ilse seufzte auf.
„Wenn auch, guter Georg; der Baron liebt mich nicht und ohne Liebe an seiner Seite zu leben, das reicht über meine Kraft."
«Du irrst, er liebt Dich doch," erscholl da eine Stimme an ihr Ohr, bet deren Klang ihr ganzer Körper erbebte. „Du Edle, Gute, er liebt Dich und gelobt Dir, Deiner würdig zu werden."
Zwei Arme umschlangen fie, zwei, ach, so heißgeliebte Augen schauten bittend in die ihren. War es Traum, war es Wirklichkeit?
„Wolf, — es ist nicht möglich! Du, Du?"
«Ich bitte demüthig, meine Heilige, mir vergeben zu wollen."
Georg hatte auf einen Wink des Pastors stch zurückgezogen und schritt jetzt, mit Thränen der Rührung in den alten Augen, neben ihm den Gartenweg hinauf.
„Wenn Sie das erwirkt haben, Herr Pastor, so segne Sie Gott, Sie haben meinem Herrn mehr gerettet al» das Leben, seiner Seelen Seligkeit."
„Still, Georg, still! Sein gutes Herz hat es gethan, Hoffen wir das Beste."
Frau von Bellin und ihr Sohn waren nicht wenig überrascht, als wenige Minuten darauf der Baron mit Ilse am Arm, vom Pastor und Georg gefolgt, zu ihnen in die Veranda traten.
„Ich komme, um mir meine Frau heimzuholen," sagte der Baron, sich mit ritterlichem Anstand über die vor Erregung leicht zitternde Hand der Dame neigend, „und Ihnen Dank für die Gastfreundschaft zu sagen, die Sie ihr länger freilich, als es mir lieb war, gewährt haben."
Frau von Bellin, die sonst um Worte nie verlegen war, fand plötzlich kein einziges, so betroffen war sie.
„Wie, Ilse," stammelte sie endlich, sich zu der Tochter wendend, „Du willst wirklich —"
„Meines Gemahls Güte annehmen, ja, liebe Mama."
„Und heute noch?"
Wolf hatte Georg einen Wink gegeben, der sich eiligst mit vor Freude hochgeröthetem Antlitz entfernte.
„Ja, heute noch, verehrte Frau Schwiegermutter," antwortete Wolf statt seiner Frau, „der Wagen wird gleich hier sein."
„Aber Deine Sachen, Du hast nichts gepackt."
„Das wird Alles die Jungfer besorgen, ich schicke sie morgen." Und sich zu Ilse neigend, fügte er leise und zärtlich hinzu: „Das Beste führst Du ja mit Dir, Dein goldener Herz!"
* ♦ *
Einige Tage darauf wurde im Schlöffe Gattersberg zum ersten Male nach langer, langer Zeit ein frohes Fest gefeiert, zu dem nicht allein Mutter und Bruder der Hausfrau, sondern auch die Pfarrersfamilie aus Hertheim anwesend waren.
Die Fenster des stolzen Herrensitzes strahlten heiter in das Dunkel, der Himmel wölbte stch in tiefem Blau darüber, als die Nacht mit ihrem Sternenheere heranzog. Friede, Freude, wohin das Auge schaute, und Frühling in den Herzen.
Es erhöhte nicht wenig die Wethe des Tages, daß der Pastor dem Hausherrn die gute Nachricht brachte, auch auf dem Hofe beim Pächter Jmstedt werde heute Versöhnung gefeiert.
„Alles Dein Werk," sagte Wolf, seiner Gattin liebevoll in die Augen blickend. „Was ein gutes Weib aus uns bösen Männern doch machen kann."
„Ja, ja," nickte der Pastor, „auf den Frauen ruht unsere Zukunft und so lange sie sich noch in Sitte und Tugend halten, steht's mit unserer Zeit noch nicht zu schlecht. Goethes Wort behält auch heute noch seine Giltigkeit: Das ewig Weibliche zieht uns hinan."
Hygienische Friihjahrsbetrachtung.
Von Dr. Otto Gotthilf.
------- (Nachdruck verboten.)
Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden belebenden Blick;
Im Thals grünet Hoffnungsglück!
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog fich in rauhe Berge zurück.
Erleichtert athmet der Mensch auf: Der Frühling hält seinen Einzug! Neue» Leben und neue Gesundheitsfreudigkeit erfüllt Jung und Alt. Aber gerade jetzt müffen stch Schwächliche und Kranke vor den gefährlichen Wetterlaunen sehr in acht nehmen. Ist e» doch eine bekannte Thatsache, daß namentlich unter den Schwindsüchtigen der Tod im Frühjahr und im Herbst seine reichste Ernte hält. Hatten ste den Sommer bei gleichmäßiger, warmer Witterung glücklich überstanden, so rafften die rauhen Stürme des Spätherbstes gar Viele dahin. Für die Ueberlebenden kam dann der „trostlose", lange, lange Winter, wo sie ihren Lebensquell, die reine, frische Außenluft, fast ganz entbehren mußten und allen Schäd
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