Ausgabe 
10.12.1896
 
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helfe, ich halte es für gewiß, daß er wieder gesund werde« wird. Sind es die Frauenzimmer, die Ihnen einen solche«

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sollt' es mich nicht, denn aber ich will mich nicht auf. regen, die Hauptsache ist ja, daß Sie wieder da sind und daß Sie noch rechtzeitig kommen konnten. Es sind bloß noch zwölf Tage, und wir werden mächtig schaffen müffen. Aber e» geht es geht gewiß, wenn Sie nur wollen und auf mich, das wissen Sie ja auf mich können Sie zähle«."

eiuschmeichelnden Klang, dem sie einst bei seiner stürmischen Werbung nicht hatte widerstehen können, obwohl ihr Herz damals noch kaum zu seinen Gunsten gesprochen. Lebhafter al» je zuvor in diesen neun Monaten stieg die Erinnerung an jene Stunde in ihrer Seele herauf und mit voller Deutlichkeit empfand sie noch einmal die ganze Schmach de» erbärmlichen Verrathr, den der Mann da vor ihr an ihrem «rglosen Vertrauen begangen.

Was seine Ueberredungskunst an und für sich vielleicht niemals bewirkt hätte, da» bewirkte die trotzige Aufwallung eines Augenblickes. In der That, wa» sollte sie diesem Manne zum zweiten Mal gestatten, ihr das bitterste Herzeleid zu bereiten! Hatte sie sich nur darum über alle Vorurtheile der Welt und über alle engherzigen Gebote der Schicklichkeit hinweg gesetzt, um jetzt vor dem die Flucht zu ergreifen, der sie als der Erste leichten Herzens dem höhnischen Gerede der Leute pretsgegeben hatte? Weshalb sollte sie ihn nicht wie den ersten besten Fremden behandeln, und weshalb sollte sie den Vertrag nicht annehmen, den er ihr bot. Was er selber dann von ihr dachte und was die Menschen über sie sprachen, war es nicht vollkommen gleichgültig, wenn sie sich damit das einzige schmerzliche Glück erkaufte, das -auf dieser Erde «och einen Werth für sie besaß!

Eines secundenlangen Zögerns nur hatte es bedurft, um diese Wandlung in ihren Entschlüssen herbeizuführen. Dann sah sie dem erwartungsvoll Harrenden fest ins Gesicht und sagte:

Gut denn ich werde bleiben, so lange meine An» Wesenheit hier von Nutzen sein kann. Nun aber gestatten Sie mir wohl, mich zurückzuziehen. Ich bin sehr müde und es ist spät."

Zu spät, als daß ich Sie noch zurückhalten dürste, um Ihnen zu sagen, was ich in diesem Augenblick empfinde. E» ist schmerzlich genug für mich, wenn ich Ihnen nichts Befferes wünschen kann, als daß ein Anderer"

Gute Nacht!" sagte sie kalt, und im nächsten Moment hatte sich die Thür des Zimmers hinter ihr geschloffen.

Eine dürre, gebeugte Männergestalt, die Gestalt des alten Bendemann, drückte sich eng in den dunklen Winkel neben der Treppe, als sie vorüber ging, um in das obere Stockwerk htnaufzusteigen. Margarethe hatte ihn nicht ge­sehen, und so ahnte sie auch nicht, ein wie feindseliger, haß­erfüllter Blick sie bis an die Schwelle ihres Stübchens ver­folgte.

Werner Eggestorf aber fühlte, als er zwei Minuten später auf die Diele hinaurtrat, seine beiden Hände von den knochigen Fingern des Alten umschlossen.

Gott dem Allmächtigen sei Dark, daß Sie da sind, Herr Werner! Jetzt wird noch Alles gut jetzt muß ja noch Alles gut werden."

Aber Bendemann Ihr hättet mich wirklich beinahe erschreckt. Wenn Ihr wußtet, daß ich da bin, warum seid Ihr nicht zu mir ins Zimmer gekommen?'

Der Alte warf einen Blick nach der Treppe zurück und sein faltiges Gesicht verfinsterte sich.

Weil ich nicht stören wollte und weil sie auch nicht Alles zu wissen braucht, die schöne Dame. Sie ist ja' wohl eine Schwester von Ihrer ehemaligen Braut, Herr Werner?"

Mit einer raschen Wendung des Kopfes wich der Bild­hauer den mißtrauischen Augen des Dieners au».-

Kümmert Euch nicht um Sachen, die Euch nichts an­gehen, mein guter Alter! Habt Dank für Eure Nachricht. Aber woher in aller Welt kanntet Ihr denn meine Adresse?"

Ich lief bei allen Malern und Bildhauern in der Stadt herum, bis ich sie erfahren hatte. Denn Sie mußten ja kommen es wäre gar zu traurig gewesen, wenn Sie nicht gekommen wären."

Ihr haltet es also für so gewiß, daß mein armer Bruder sterben werde?"

Bendemann riß die Augen auf, daß sie ihm förmlich au» dem Kopfe herauszutreten schienen."

Sterben?" wiederholte er.Nein, so wahr mir Gott

In Werner Eggestorf schienen nachgerade einige leise Zweifel an dem gesunden Verstände des Alten einzusteigen.

Hört mal, Bendemann von Allem, was Ihr da redet, verstehe ich nicht eine einzige Silbe. Was soll da­mit den zwölf Tagen? Und wa« meint Ihr dam,t, daß wir mächtig schaffen müssen? Solltet Ihr vielleicht gegen Eure Gewohnheit ein Gläschen"

Herr so was sollten Sie nicht reden." Aber hier kann ich es Ihnen nicht erklären. Kommen Sie mit ins Atelier da werden Sie mich schon verstehen."

Nein, Alter ich bin hundmüde. Und was soll ich den« jetzt da drinnen? Lassen wirs immerhin bi» morgen. Ich erfahre Dein großes Geheimntß dann wohl noch früh genug."

Was Sie sollen? Ja, wissen Sie denn von gar nichts? Den Mozart sollen Sie sehen, den Ihr Bruder für die Concurrenz gemacht hat. Und die Sockelgruppe, mit der er nicht fertig werden konnte bi« auf den letzten Tag vor seiner Krankheit, wo ihm mit einem Male die Joee kam, als wäre sie vom Himmel gefallen. Noch in der Nacht hat er die Thonskizze vollendet und am Morgen lag er dann ohne Bewußtsein im wildesten Fieber. Die Gruppe sollen Sie ausführen, damit der Emlteferungstermin nicht versäumt wird darum habe ich Sie gerufen."

Ueber Werner Eggestorfs Gesicht ging ein seltsamer Leuchten.

Das ist etwas Anderes!" sagte er nur.Kommt Alter! Wir gehen ins Atelier."

VI.

Die hundertzüngige Fama, die in der alten Kunststadt nicht minder geschäftig war, als anderswo in der Welt, fand während der nächsten Tage und Wochen an den sonder­baren Vorgängen im Eggestorf'schen Hause Stoff genug für die pikantesten Vermuthungen und Geschichtchen. Wann war es auch je zuvor erlebt worden, daß ein alleinstehender Mädchen von wenig mehr als zwanzig Jahren die Kranken- Pflegerin eine» jungen Mannes machte, zu dem sie keine andere« Beziehungen hatte, al« daß sie einmal nahe daran gewesen war, seine Schwägerin zu werden! Und wenn man diese unschickliche Handlung«werse de« allgemein sür hoffnungslos geltenden Zustandes des jungen Bildhauer« als einen Act aüsopfernder Menschenliebe allenfalls noch passiren lassen konnte, so wurde e« doch von allen männlichen und weibliche« Klatschbasen der Stadt in rührender Uebereinsttmmung al« höchst anstößig erklärt, daß Margarethe Arnholdt auch nach der Rückkehr ihre« ehemaligen Verlobten in dem Hause blieb.

Es fehlte nicht an wohlwollenden Leuten, die bei der Erörterung der Angelegenheit mehr oder minder deutlich zu verstehen gaben, daß es nach ihrer Ansicht der jungen Dame wohl von vornherein nur um eine Wiederannäherung an Werner Eggestorf zu thun gewesen fei, und jeder anständige Mensch mußte diesen tugendhaften Seelen in ihrer sittliche« Entrüstung über ein Mädchen, da« seine Würde so ganz wegwerfen konnte, natürlich unbedingt zustimmen.

Pfiffen e« doch fast schon die Spatzen von den Dächern, daß Werner Eggestorf, wenn er auch der Form wegen i« einem Gasthaus« Wohnung genommen hatte, vom Morgen bi« zum Allend in der Villa verweilte, und da« Einzige, was man bei dieser fcandalösen Geschichte nrcht begriff, war die sträfliche Duldsamkeit des alten Sanitätsraths, der er Margarethe Arnholdt gestattete, unter dem Vorwande eine«

Werner? Wunder«