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„Erlauben Sie, mein Bester, erlauben Siel Sie machen «ich wirbeln mit Ihren angeblichen Beweisen, von denen ich, beiläufig gesagt, auch immer noch nicht begreife, warum Sie fie gerade mir vorlegen. Waren Degenstein und seine Frau jenes Paar, so sehe ich nicht ein, warum er das leugnen sollte. Aber fie können es nicht gewesen sein, denn ste befanden fich — wie wir ja gehört haben — zur Zeit schon
in Pnis." ...
„Das bin ich so frei eben als — unwahr zu erklären. Und für das Verhalten des Grafen damals und jetzt wüßte ich wohl einen Grund. Ehe ich darauf eingehe, bitte ich, diese Papiere zu prüfen, die ich in letzter Zeit gesammelt habe." (Fortsetzung folgt.)
GeML rnAtziger.
Wie werden Pnenrnatte-Reifen während des Winters behandelt? Wohl nicht allen Radfahrern ist es hinreichend bekannt, daß mehr oder weniger alle Gummi- waaren hart und schließlich brüchig werden, mit anderen Worten: ihre Elasticität nach und nach verlieren, wenn dieselben längere Zeit nicht benützt und trocken aufbewahrt werden. Nur hart gewordene Gümmisachen werden meistens wieder weich und elastisch, wenn fie in wo möglich recht warmes Waffer gelegt und dann mit einiger Äorstcht grknetet und gedehnt werden Wenn Gummi bereits brüchig geworden, ist feine Elasticität zum größten Theile unrettbar verloren. Die gleichen Ver- hältniffe find bei unseren Pneumatic-Reifen zutreffend. Je häufiger ein Rad gebraucht wird und damit die Gummireifen gedehnt werden und je öfter die Resten mit Waffer, wo möglich mit warmem Waffer, in Berührung kommen, um so öeffrr und länger bleiben fie plastisch. Darum fahre man im Sommer, so ost man Gelegenheit dazu hat, durch eine Gras- ebene die vom Thau oder Regen ordentlich angefeuchtet ist, im Winter fahre man, so oft Ue Witterung dies erlaubt. Bei klarM Irostwetter und auch bei Glatteis fährt es fich vorzüglich. Wenn man wegen ungünstiger Witterung längere Zett nicht fahren kann, werden die Reifen ab und zu mit warmem Waffer gewaschen und dann mit der ganzen Hand gewalkt und geknetet. Bei diesem einfachen Verfahren bleiben die Reifen weich und elastisch. *
Warme Winterstiefel, welche man, wenn dieselben sauber gearbeitet find, auch außer dem Hause tragen kann, find für manchs Dame, Leiche fick mit Hausschuhen verwöhnt hat, ein dringendes Betürßniß, «m durch nMstehende lWte Strickarbeit leicht abaehosten werden kanstM DieWMende
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Men, Men Knicht umpf- g von 80 Maschen, auf welchen man zunächst stets 8 Touren in dis Runde strickt. Von stun an werden In jeder Tour, doch stets an derselben Stelle, 2 Maschenfi. affgsnommen. Man strickt zu dem Zwecke ditz beiden letzten Maschen der letzten Radel zusammen, strickt an der nächsten Nadel die erste Masche links ab und die beiden folgenden Mieder zusammen, wodurch bei pünktlicher Wiederholung die Naht der Stiefels gebildet wird. In dieser Weise arbeitet man gleichmäßig weiter, bis man durch dies« Verringerung der Maschen die Knöchelweite erreicht hat, doch muß man bei ungewöhnlich hohem Fuß im letzten Drittel dieser Arbeit nach jeder Abnahmetour erst eine glatte Tour stricken. Nachdem man nun die Knöchelweite erreicht hat,strickt man noch ein ganzes Ende 2 Maschen rechts, 2 Maschen links, so hoch wie man eben die Stiefel zu haben wünscht. Das Fußblatt kann nach Belieben mit Leinwand oder Flanell
Beschreibung ist für einen gewöhnlichen nicht zu groW berechnet, doch muß man die Stricknadel bedeutend feinerW wie man ste sonst zu derselben Wolle bei Strümpfen verr würde, damst 'ne Arbeit recht fest und gleichmäßig uni K groß aursällt Mst schwarzer, harter, mittelstarker St wolle macht man auf vier Stricknadeln je einen Anschlc
gefüttert werde« und es ist nun Sach« des Schuhmachers, die Stiefel mit Sohlen, Absätzen, Lackspitzen und Ballenleder sauber herzustellen. *
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Kitt für Stubenöfen. Unter eine« nicht zu fetten Lehmklumpen knete man einen Bogen graues, grobes Löschpapier, welches man vorher mit Milch naßgemacht hat, mit den Händen solange durcheinander, bis die Fasern des Löschpapiers sich mit dem Lehm ganz verbunden haben. So erhält man eine Papier- machomaffe, unter die man noch 20 Gramm gepulvertes Eisenvitriol mischt und wobei man der Sonststenz durch Zusatz von Milch nachhilft. Solcher Ofenkitt bekommt keine Sprünge und ist dauerhaft. Zuletzt mischt man ein Eiweiß mit soviel Schlämmkreide dazu, daß man einen weichen Teig erhält. Mit diesem verstreicht man die Fugen der Kacheln, läßt ste eine Stunde trocknen und polirt dann mit einem weichen Tuche.
£iter<wiidS&
Der Kehlkopf im gesunden und erkrankten Zustand«. Von Dr. C. L. Merkel. Zweite Auflage, bearbeitet von Sanitätsrath Dr. O. Heinze, Specialarzt für Kehlkopskrankheiten. Mit 33 Abbildungen. Preis 3 Mk., in Original-Leinenband 4 Mk. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. — Der den Kehlkopf behandelnde Band von Webers Jllustrirten Gesundheitsbüchern ist ursprünglich ein Werk des Professors Dr. Carl Ludwig Merkel, in vorliegender Form ist das Buch eine Bearbeitung durch den tzanitätsrath Dr. med. O. Heinze, Specialarzt für Kehlkopfkrankheiten in Leipzig. Ueberall da, wo die auch heute noch vollen Anspruch aus Klassizität bewahrende Darstellung ihrem Zwecke vollinhaltlich entsprach, änderte der Bearbeiter im Großen und Ganzen nicht, nur der dritte Abschnitt, der von den Krankheiten des Kehlkopfes handelt, wurde von Dr. Heinze auf den heutigen Stand der Wissenschaft gebrHt. Mehr als 30 Textabbildungen erläutern tue Darstellung nach jeder Richtung.
D«S drsttschen 8a«dma««S Jahrbuch 1897 von Heinrich Freiherr von Schilling. Preis 80 Pfg. — „Mitgehen mit seiner Zeit", welcher Landwirth möchte das nicht? Auch in feiner Wrrth- schaft die großen und kleinen Fortschritte einführen in Haus, Hof, Stall und Feld, die die Wissenschaft und die praktische Erfahrung lehren. Aber wo findet der Landwirth Zeit und Gelegenheit, sich zu belehren? Giebt es doch so unendlich Vieles, das heute gepriesen und morgen verworfen wird und nicht Jedem kann man, zumal in der heutigen schlechten Zeit, zumuthen, unsichere Versuche zu machen. Da war es ein kerngesunder Gedanke d-s Freiherrn von Schilling, in der Form des jährlich wiederkehrenden Kalenders der großen Gemeinde der Landwirthe alles Neue, sicher Erprobte, was jedem Landwirth zu wissen nöthig ist, vorzutragen Freiherr von Schilling ist ein Mann von practischem Blick, er hat ein warmes Herz für die Landwirthschaft und er redet eine schöne, schlichte, einfache Sprache, die jeder Landwirth versteht. Ein ganz besonderer Vorzug ist, daß Freiherr von Schilling ein vorzüglicher Zeichner ist: Gewisse Dinge, wie Maschinen, Feldfruchtarten, Thierrafsen, lassen sich nicht beschreiben, die muß man sehen und so machen Abbildungen, auch farbige, die einfachen Vorträge besonders verständlich. Das Jahrbuch ersetzt vollständig den Kalender, hat also Kalendarium, Genealogie der Fürstenhäuser, Hulsstabellen, ein vollständiges Jahrmarkts- verzeichniß. Es konnte für das nächste Jahr schon in 2b,000 Exemplaren hergestellt werden und wird bald auf keines Landwirlhs Arbeitstisch mehr fehlen, um so mehr, als die Verlagsbuchhandlung, um es auch dem kleinsten Manne möglich zu machen, sich das Jahrbuch anzuschafien, den Preis auf 60 Pfg. herabgesetzt hat. - Das Jahrbuch ist in jeder Buchhandlung zu haben und kann auch gegen Einsendung von 70 Pfg- in Briefmarken von der Königl. Hofbuchdruckerei und Verlagsbuchhandlung Trowitzsch & Sohn in Frankfurt a. d. Oder portofrei bezogen werden.
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KatechiSmrrs 6«t Liebhaberkünste. Von Wanda Friedrich. Mit 250 Abbildungen. In Original-Leinenband 2 Mk. 50 Pfg. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. — Das Erscheinen dieses Buches bildet eine sehr zeitgemäße Erweiterung der bekannten Weber'schen Katechismen; es zeichnet sich wie alle anderen durch Gründlichkeit, Vielseitigkeit und leichtverständliche Abfassung aus. Der Katechismus der Liebhaberkünste enthält 22 Arten der interessantesten häuslichen Kunstbeschäf- tigungen und ist mit 250 vorzüglichen Illustrationen versehen, welche die Ausführung und die verschiedenartige Anwendung der einzelnen Techniken veranschaulichen. Das gut ausgestattete Buch zeichnet sich auch dadurch aus, daß es so recht für Dilettanten geschrieben ist und zu den eingehend besprochenen Arbeiten nicht etwa umfangreiche Talente und Künstlerfähigkeiten voraussetzt.
Itoocflow: M. Echt,da. — Druck und »erlag der Brühl'sche» vntverMtS-Buch- und Stcindruckerei (Pietsch & Ech-vda) m «ufcett.


