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gehorchen. Natürlich lasse ich täglich anfragen, es heißt immer, daß noch Gefahr vorhanden ist, aber die Wahrheit bekomme ich nicht zu wissen. Wenn ich meinen Barbier, der im Forsthaufe als Heilgehilfe fungirt, nur mal packen könnte."
„Ueberlaflen Sie das doch Ihrem famosen Catton, der Bursche scheint, mir in solchen Dingen bewandert zu sein. Wissen Sie, Alting, daß ich mich mitunter vor ihm sürchte?" (Fortsetzung folgt.)
Mark Twain.
Wer ist Mark Twain? Mark Twain ist der Schrift« stellername des größten amerikanischen Humoristen Samuel Langhorns Clemens; er, der diesen wirklichen Namen vergessen ließ, rührt daher, daß die Lotsen auf dem Mississippi beim Auswersen des Senkbleis ausrufen: mark one — mark twain (oder two) u- s. w. Mark Twain, geboren den 30. November 1835, verlebte in Hannibal, Staat Mississippi, seine Jugendjahre; er war ein gutherziger, wilder und muth- williger Knabe, der ost die Schule schwänzte und allerhand lose Streiche beging. Sowohl in «Tom Savyer" wie „Huckle- berry Finn" hat er seine Jugendzeit drastisch geschildert. Als er zwölf Jahre alt war, starb der Vater, der Friedensrichter war, und er wie seine Geschwister mußten sich ihr Brod verdienen. Er wurde Buchdruckerlehrling beim „Weekly Courier" in Hannibal. Dies Blatt hatte 100 Abonnenten in der Stabt und 350 auf dem Lande; die städtischen bezahlten mit Colonialwaaren, die ländlichen mit Kohlköpfen und Holz — „wenn sie überhaupt zahlten", fügt Mark Twain hinzu. Es war ein kümmerliches Leben. Als der Lehrling, der wenig an den Setzkasten gekommen war, 15 Jahre zählte, hatte er „ausgelernt" und ging auf die Wanderschaft, wobei er nach New-York kam, von da nach Philadelphia, dann nach Cincinnati, nach Louisville und St. Louis. Nirgends hielt er lange aus. Er wurde Lotse auf dem Mississippi, was er im „Leben auf dem Mississippi" schilderte. Der Ausbruch des Bürgerkrieges machte dieser Laufbahn ein Ende. Nun wurde er Goldsucher in Calisornien, von wo aus er Skizzen für verschiedene Blätter schrieb und später eine Redacteurstelle erhielt, was ihm so wenig behagte, daß er wieder Lotse werden wollte. Der ihm befreundete General Mc. Comb redete ihm dies au», weil er Mark Twains großes Talent erkannt hatte. Er blieb also der Feder treu und entschloß sich zur Heraus- gäbe des „Californier"; da aber das Blatt trotz der prächtigen Skizzen nicht ging, ging er selbst und zwar wieder nach den Bergen als Goldgräber. Dies Geschäft glückte nicht und Mark Twain wurde Berichterstatter auf den Sandwich-Jnseln. Aber-schon nach zwei Monaten war er wieder in San Francisco. Hier lebte er bis 1867 ein wahres Hungerdasein. Dann begab er sich auf Reisen, um Vorlesungen zu halten, wobei er vielen Anklang fand. In demselben Jahre erschien der erste Band seiner Skizzen, der in Amerika wie in Eng- land begierig gelesen wurde. Er kam wieder nach New-York, dann nach Washington. Mit Hilfe seines Freundes Mc. Comb konnte er sich hiernächst einer Reisegesellschaft auf ihrer Fahrt nach Europa anschließen, von wo er Berichte an eine califor- nische Zeitung schrieb. Nach der Rückkehr war er wieder in Washington, 1868 wieder in San Francisco, 1869 wieder in New-York, wo er vergeblich einen Verleger für sein neues Werk „Harmlose auf Reisen" suchte. Endlich druckte es die Verlagsgesellschaft in Hartfort, es wurden 200,000 Exemplare davon verkauft und 75,000 Dollars Reingewinn gemacht, wovon der Verfasser die Hälfte erhielt. Damit war sein Ruhm gegründet, er wurde ein gesuchter Autor.
Mark Twains größere Schristen, welche den „Harmlosen aus Reisen" folgten, zerfallen in zwei Gruppen; die erste Gruppe schildert da» Leben im fernen Westen zur Zeit des Edelmetallfiebers und das Leben auf dem Mifstsstppi (ersch.
Redaktion: A. Schehda. — Druck und Verlag der Brühl'schen
1883), die zweite umfaßt die Jugendstreiche des.Tom Sawyer (1876) und des Huckleberry Finn (1886). In der ersten spendet er mit vollen Händen aus dem reichen Schatze seiner Erfahrungen und der Humor tritt ein wenig zurück; in der zweiten zeigt sich das umgekehrte Verhältniß. Die Welt von heute fühlt vor Allem das Bedürfniß, sich zu erheitern und es wird deshalb Niemand wundernehmen, daß „Tom Sawyer" und „Huck Finn" ein weit glänzenderes finanzielles Ergedniß hatten, als die ernsteren Bücher. Aber gerade darum sei der hohe Werth dieser belehrenden, der Wirklichkeit abgelauschten Darstellungen besonders nachdrücklich hervorgehoben. Es find interessante Blätter der Culturgeschichte und auch in Natur- schtlderungen leistet Twain Vortreffliches. Am meisten aber schlägt sein eigenartiger, echt amerikanischer Witz ein. Dieser Witz ist ebenso vielseitig wie Mark Twains schriftstellerische Veranlagung im Allgemeinen. Es wäre müßig, Untersuchungen darüber anzustellen, ob Twain hier und da die Farben zu dick austrägt oder nicht. Mag das sogar häufig der Fall sein — dem Werthe seiner Schristen geschieht dadurch kein Eintrag. Wer Umschau hält über seine Werke, wird bald finden, daß der amerikanische Humorist ebenso sehr ergötzt und erheitert, als belehrt und erzieht. Kein Mann wird Mark Twain lesen, ohne einen nachhaltigen, moralisch kräftigenden Einfluß aus seinen Schriften zu gewinnen.*)
Durch die im Verlag von Robert Lutz in Stuttgart erschienene Ausgabe der ausgewählten humoristischen Schriften Mark Twains, welche das Werthvollste und für deutsche Leser Geeignetste in vortrefflicher Uebersetzung «iedergiebt, ist er uns nunmehr ermöglicht, Twain in seiner ganzen Fülle kennen und lieben zu lernen. Die schöne sechsbändige Ausgabe enthält folgende Meisterwerke Mark Twains: 1. „Abenteuer und Streiche von Tom Sawyer", 2. „Abenteuer und Fahrten von Huckleberry Finn", 3. „Skizzenbuch", 4. „Leben auf dem Mississippi'" und „Nach dem fernen Westen", 5. „Im Gold- und Stlberlande", 6. „Reisebilder und verschiedene Skizzen", nebst einer Lebensbeschreibung des berühmten Humoristen. Diese sechs Bände enthalten einen Lesestoff, welcher berechtigt ist, viele nichtsnutzige neue Bücher zu verdrängen und in den weitesten Kreisen bekannt zu werden. Sie haben neben ihren großen geistigen Vorzügen auch noch den der Billigkeit. (Zu beziehen in sechs Bänden zu 10 Mk., eleg. geb. 13,50 Mk., einzeln jeder Band 1,80 Mk., eleg. geb. 2,50 Mk.) Möge diese Ausgabe dem größten Humoristen der neuen Welt auch in Deutschland ein weiteres Publikum erobern I
*) Daß Mark Twain nicht nur als Schriftsteller, sondern auch als Mensch groß dasteht, beweist sein jetziges Verhalten. Bekanntlich hat er durch den Bankerott der Verlagsfirma von Webster in New-Aork, der er sein Vermögen anvertraut hatte, Alles verloren. Mark Twain aber hat sich, als Sechziger, entschlossen, Alles daran zu setzen, um seine Gläubiger bei Heller und Pfennig zu befriedigen. Da die Einnahme aus der schriftstellerischen Thätigkeit zu langsam sür seinen Zweck voranginge, trotz der großen Honorare, die er zu beziehen gewohnt ist, so hat er sich zu einer mehrjährigen Vorlesungstour um die Welt entschlossen und ist nun inmitten derselben begriffen. „Die geistigen Fähigkeiten eines Menschen" — erklärte er öffentlich — „dürfen von den Gläubigern nach Recht und Gesetz nicht mit Beschlag belegt werden. Aber ich bin kein Handelsmann und die Ehre ist ein strengerer Zuchtmeister als das Gesetz. Nach dem bisherigen Erfolg zu urtheilen, den ich auf meiner Vorlesungstour gehabt habe, hege ich die Zuversicht, daß ich, wenn mir Gott das Leben läßt, innerhalb vier Jahren den Rest abgezahlt haben werde. Dann kann ich, völlig schuldenfrei, mein Leben neu beginnen."
Das Aufbewahrer» der Kartoffeln im Keller geschieht am besten, indem man sie auf einen hohlliegenden Lattenboden lagert, bei eintretender strenger Kälte mit Stroh zudeckt und dieses durch anderes ersetzt, sobald es naß wird. Kleinere Mengen Kartoffeln bewahrt man zweckmäßig in etwa 15 bis 20 Centimeter vom Boden entfernten Kisten mit Lattenboden auf.
t-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Gießen.


