Ausgabe 
10.9.1896
 
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brauche hat man nur nöthig, die Bruchflächen eine» Gegen« stander mit dem wiederum schwach erwärmten resp. flüsstg ae« machten Kitt mittelst eine» kleinen Pinsel» zu bestreichen, dann fest aneinander zu drücken und circa 12 bi» 14 Stunben ruhig liegen zu lassen.

Kttt für Messing auf Glas. Zu diesem Zweck be« reitet man eine Harzseife, hergestellt durch Kochen von einem Theil Aetznatron und drei Theilen Kolophonium in fünf Theilen Wasser unter Zusammenkneten mit der Hälfte Gypr. Dieser Kitt, welcher zum Aufkleben von Messingbuchstaben auf Schaufenster, zum Befestigen von Messtngbrennern auf die Glasgefäße der Petroleumlampen u. s. w. angewenbet werden kann, soll große Bindekraft besitzen, für Petroleum undurch, dringlich sein, die Wärme sehr gut vertragen und schon nach einer halben bi« dreiviertel Stunden erhärten. Durch Zusatz von Zinkweiß, Bleiweiß oder zerfallenem Kalk statt be« Gypser wird da« Erhärten verlangsamt. Bo« Wasser wird der Kitt nur oberflächlich angegriffen-

Heitere«. «Liebe« Frauchen I wenn ich heute so lange auf dem Bureau zu arbeiten habe, daß ich nicht zum Diner kommen kann, werde ich Dir ein Btllet durch einen Dienst« mann schicken."Mein lieber Karl, spar' Dir da« Geld für den Dienstmann, ich hab' Dein Billet schon gelesen - e« ist vorhin au« Deiner Tasche gefallen".

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Hinderniß. Fähnrich*A.:Gehst Du heute Abend mit in'« Theater? Famoses neues Lustspiel; soll sehr amüsant sein!" Fähnrich B.:Nee, geht leider nicht kann noch nicht mit Monocle lachen!"

Gemeinnütziges»

Während der Mauserzeit verlangen die Hühner «z besondere Pflege. Die Mauser beginnt bei den Hühnern gegen den Herbst und dauert sechs bi» acht Wochen; die alten Federn sterben hierbei ab, fallen aus und werden nach und nach durch neue ersetzt. Während dieser Zeit befinden sich die Hühner unwohl, hören auf zu legen und wühlen beständig mit dem Schnabel in den Federn. Sie sind dann sehr empfind­lich gegen Nässe und Kälte und müssen daher einen warmen Stall und kräftiges Futter haben.

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Die Verstopfung bei unsere« Hausthiereu besteht in einem unterdrückten oder wenigstens verlangsamten Abgang fester, trockener, kleingeballter Kothmassen und giebt sich durch verminderte Freßlust und durch Mattigkeit kund. Sie entsteht durch das Füttern trockener Nahrungsmittel, durch zu raschen Uebergang von der Grünfütterung zur Dürrsütterung und wird durch öftere Gaben von Doppelsalz oder Bittersalz (60 Gramm), ferner durch einige Klystire, unterstützt durch Verabreichung von grünem, saftigem Futter von Knollen­gewächse« oder Mehltränke am besten beseitigt.

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Crystall-Porzellankitt. Man erhält diesen practisch sehr gut bewährten Kitt, indem man in kleine Theile zer­schnittene wafferhelle Gelatine mit ein wenig Essigsäure über# schüttet und Beide« in einem Porzellanschälchen so lange schwach erwärmt, bi« dar Ganze eine dickflüssige, gleichmäßige, beim Erkalten wieder fest werdende klare Masse bildet. Beim Ge­

Dhieren zu Leibe zu gehen. Die Nachstellung war eine derart eifrige, daß im Verlauf von wenigen Jahren 1,200,000 Stück erlegt und die nützlichen Thiere fast ganz ausgerottet wurden. Ebenso unsicher machten die Walfischfänger in den Jahren 1821 und 1822 Süd-Shelland, auf dem Smith Massen von Seekälber» entdeckt hatte; innerhalb zwei Jahren erlegte man weit über 300,000, aber da man gewissenlos Alle» vertilgte, hier ebenfalls mit dem Erfolge fast gänzlicher Ausrottung.

Wie der magnetische Nordpol, so fällt auch der magnetische Pol be» Süden« mit dem geographischen Pol nicht zusammen. Zur Zeit befindet er stch im 73° 39' südlicher Breite und 146° 15' östlicher Länge. Der Sternenhimmel der südlichen Halbkugel bietet einen ganz anderen Anblick al« derjenige be« nörblichen Himmels. Die uns so vertrauten Sternbilder be« großen unb kleinen Bären, der Kassiopeja u. s. w. fehlen, statt dessen erhebt stch über dem Haupte das glänzende Stern­bild des südlichen Kreuzes, an die Stelle unseres Polarsterns tritt der 11° vom südlichen Pol entfernte Stern Beta der kleinen Wafferschlange. Wenn wir Sommer haben, ist auf der südlichen Halbkugel Winter und umgekehrt. Dem Nord­licht entspricht das ebenso wunderbare Südlicht, eine Er­scheinung, deren großartigen Eindruck der vorher erwähnte Reisende John Bircoe in folgender Weise beschreibt:Zuerst schossen die glänzenden Strahlen des Südlichtes, flammenden Säulen gleich, über unseren Köpfen empor, verwandelten sich dann plötzlich in schimmernde feine Fransen und wanden stch hierauf schlangenähnlich durch die Luft; oft schienen die Licht­bündel nur einige Ruthe« hoch über une zu glühen, jedenfalls aber gehörten ste noch der Erdatmosphäre an."

Eben im Begriffe, diese Ausführungen abzuschließen, finde ich unter den neuesten Nachrichten die Mittheilung, daß kein Geringerer al» Nansen beabsichtige, eine Expedition zur Erforschung der Südpolarregion mit zwei Schiffen zu unter­nehmen. Dadurch bestätigt sich, was ich vorher von dem neu­erwachten Interesse für die Südpolerforschung gesagt habe Allerdings konnte ich kaum ahnen, daß ein so wichtige« Er- eigniß vor der Thür stand. Hoffen wir, daß die erfreuliche Nachricht sich bestätigt und daß der wackere Forscher bei seiner neuen Unternehmung ebenso vom Glücke begünstigt sein möchte, wie bei der jüngst so herrlich vollendeten.

Literarisches

Der für das Jahr 1897 ist soeben

im Verlage von Ernst Keils Nachfolger in Leipzig erschienen. Er ist ein interessantes und lehrreiches Volksbuch im besten Sinne des Wortes. Von denselben Principien rote dieGartenlaube" geleitet, bietet er neben fesselnden Erzählungen unserer beliebtesten Schriftsteller ein reiches Material von belehrenden Artikeln, welche in leichtfaßlicher Form die neuesten Errungenschaften der Wissenschaft berücksichtigen. Eine Reihe der Jahrgänge dieses Kalenders stellt eine stattliche und dabei billige Hausbibliothek dar, die den Nachschlagenden wohl auf keinem Gebiets im Stiche lasten dürfte und in ihren Novellen einen unversiegbaren Born für edle Unterhaltung darbietet. In dem Jahrgang 1897 finden wir neben einer ergreifenden und rührenden Geschichte von W. Heimburg eine höchst lustige Familien-Geschichte von Hans Arnold und eine Humoreske von Eva Treu voller Schalkhaftigkeit und Anmuth. Daneben eine Schilderung von Paul Lindenberg aus der Kinderstube unseres Kaiserpaares, eine Menge kleinerer und größerer Anekdoten, einige vor- trestliche Gedichte, namentlich von Rudolf v. Gottschall, und populär­wissenschaftliche Artikel von Dr. Arthur Damrow, A. Hollenberg u. A. Hübsche Illustrationen von vortrefflichen Künstlern schmücken denGarten­laube-Kalender" auf's Beste, der auch mit vielen Rathschlägen für's practische Leben, Haus, Küche und Keller sich nützlich erweist. Der billige Preis von einer Mark erleichtert in lobenswerther Weise die An­schaffung dieses roerthvollen und auch äußerlich stattlichen Buches.

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Neue Herb st moden. Für Besuchstoiletten bereitet man vielfach Bolerojäckchen vor, der Rock wird enger, der Oberärmel mäßig geweitet oder fa;onnirt. Die Confection bietet Empiremäntel, Glocken­jacken, anliegende Paletots, Pelerinen, alle' mit capriciös geschnittenen Stuatkrägen. Als besondere Saison -Specialität kommen kurze Fichu- krägen aus Fell, die auf glatten Jacken pompös wirken. Diese Neuheiten finden wir im eben erschienenen Heft 23 der , «Bitner Mode". Preis fammtWiener Kinder-Mode" per Heft 45 Pfg. Abonnement 2 Mk. 50 Pfg. pro Quartal. Abonnentinnen erhalten Schnitte dieser Novitäten gratis nach ihrem Maß in derWiener Mode", Wien, Wienstraße.

Hninoriftisches.

Begreiflich. Schauspieler:Wenn ich spiele, ba vergesse ich Alles um mich her, bas Publikum verfchwinbet vollstänbig" Freunb:Wer wirb bem Publikum bar verübeln?"

Redaction: 1. Sch eh da. Druck und Verlag der Brühl'fchen wüverstKw-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Gießen.