Ausgabe 
10.3.1896
 
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trotz

doch

nicht

monate«

würde, das war ihr klar, zweifellos klar.

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s die er von Tag zu Tag mehr schätzen lernen wird.

Darauf hoffen Sie nicht zu fehr, Doctor. Die junge Frau Baronin ist eben zu liebevoll. So leicht zu erreichende Früchte pflegen gewöhnlich dem Gaumen verwöhnter Lebe» männer nicht zu genügen. Indessen theile^ch von Herzen i Ihren Wunsch; es wäre ein Glück für den Baron, wenn es " I y7-.. rv» -tu ..r» _ cr.lt« IX xt. AM QrtWtfTdF.

Stebe zu ihm, - ja, Liebe, Liebe, die er nie würde zu er« "^Das? himmelstürmende, beseligende Gefühl, welches ihn in Adelinens Nähe erfüllte, das bange, zagende Verlangen nach einem aller Begehren stillenden Glück, das lag ;a verstorben in ihmsü°Nähe ß[(e5 ihm lieb und angenehm» aber sie war ihm noch immer nicht» mehr als die Pflegerin, darüber hinaus kam sein Empfinden nicht. Er machte sich selbst Vorwürfe darüber, um zuletzt den einzigen Trost stets darin zu finden, daß diese« eigenartige Verhältniß ja ntcht von Dauer sein konnte und mit seinem Tode einen auch sür Mse befriedigenden Abschluß finden mußte! ,

Aber wenn er doch nicht sterben, wenn er wirklich, wie der Arzt ihr verficherte, wieder gesund werden sollte? Aber nein, Thorheit, so etwas nur zu denken! E ne zerstürte Lung ließ sich nicht heilen, wenn man ihr in mitleidiger Fürsorge auch da» Gegentheil versicherte; er wußte cs besser, er füllte es, daß er sterben müsse, hätte er denn sonst diese Ehe ge« ^^^Georg"klopfte an die Thür des Einsamen und meldete die Ankunft des Justrzrathes Heldreich, seines Recht; belstandes, au» der nahen Residenz an- ,, , ,,

Nur herein," sagte Wolf und steckte die Photographie Adelinens, die er noch in der Hand hielt, hastig in die Seiten» t^^Ein kleines, joviales Männchen, die Brille auf der breiten, etwas aufgestülpten Nase, trat, den Hut in der Hand, ein Actenstück unter dem Arm, mit devotem Gruße herein Wolf hatte ihn zu dieser Stunde bestellt, um noch die letzten Anordnungen vor dem Antritt seiner Reise zu treffen, von der er nimmer wiederzukehren gedachte.

Alles in Ordnung, in bester Ordnung, Herr Baron, begrüßte der Justizrath den ihm einige Schritte entgegen» tretenden Hausherrn.Nur noch die Unterschrift und Ihr letzter Wille ist unanfechtbar festgesetzt, so daß der schlaueste Anwalt kein Tipfelchen daran zu ändern vermag. Indessen, mein Wort darauf, Herr Baron, wenn ich Sie so ansehe mit dem Feuer in den Augen, ob die Wangen auch noch ein wenig schmal und bleich sind, sage ich mir, das ist Alles unnützes Thun. Sie kehren gesund, vielleicht gar mit der Aussicht auf einen Erben zurück und das ganze Testament wird in den

Laffen*Sie das, alter Freund," winkte Wolf, ungeduldig sich auf einen Lehnstuhl sinken lassend.Sie möchten mich in Ihrer liebenswürdigen Weife über das Dunkel der kommen» den Tage hinwegtäuschen. Ich aber weiß am besten, wie es mit mir steht. Also zur Sache!"

Als Ilse von ihrer Ausfahrt zurückkehrte, waren die beiden Herren noch immer im Cabinet des Barons bei der Arbeit. Sie athmete auf, als sie das hörte. Also noch einige Minuten mehr, ehe sie ihm wieder entgegentreten mußte, ihm, der ihr so Bitteres angethan und dem sie sich doch vor dem Altar angelobt hatte, bis der Tod sie trenne - der Tod, der vielleicht trotz aller Sorgfalt und Pflege doch schon vor der

Aber wenn er genas, worum sie Golt täglich in heißem Gebete anflehte, wenn er genas, und es wäre ihr nicht ge­lungen, seine Liebe, sein Herz sich zu gewinnen? Was dann? Seine Usbrreilung ausnutzen, ihn wider seinen Willen fesseln für's Leben niemals! Dann mußte sie das schwerste, das letzte Opfer ihm bringen und ihm die Freiheit wiedergeben.

Dieser hochherzige Entschluß stand fest in ihrer Seele und das gab ihr die verlorene Fassung wieder. Es war ein eigenthümltches Leuchten in ihren Augen, eine eigene Er» regtheit in ihren Zügen, die ihr etwas Verklärter, fast Neber» irdische» gab, als sie in's Speisezimmer trat, wo Wolf m,t dem Justizrath und Doctor Balzer, der sich zur Verabschiedung eingesunden hatte, ihrer bereits harrte.

Mit der gewohnten Galanterie trat er ihr entgegen und küßte ihr die Hand, ihr dann den Arm bietend, um sie zu Tische zu führen. Auch er bemerkte Ilse» Erregtheit, ohne jedoch eine Frage zu thun. Der Abschied von der Heimath, die Aussicht auf eine so interessante, der bisher in engenl Ver» hältniffen Lebenden so ungewöhnliche Reise erklärten ihm Alles.

Ein allerliebste« Weibchen, diese ehemalige Diaconisnn, meinte der Justizrath, als er mit dem Arzte den Wagen bestieg, um sich nach der eine halbe Stunde entfernten Bahn­station bringen zu lassen, von der sie Beide der Heimweg nach entgegengesetzten Richtungen führte. »Der arme Baron kann sich wirklich glücklich preisen: Frau und Pflegerin zugleich! Natürlich hat er Ihnen das zu danken!"

Durchaus nicht," wehrte der Doctor ab,ich hätte nie­mals zugeredet. Alles hinter meinem Rücken abgemacht, nur der Pastor ist zugezogen, der bei dem frommen Kinde ja allem den Ausschlag geben durfte." , m

Eine kühne Thal das, ganz un erm Wolf Zutrauen, lachte der Justizrath.Kenne ihn ja seit seiner Kmdheit. War immer ein Durchgänger, ein verzogener Schlingel, der I mit dem Kopf durch die Wand wollte und den man -- Allem und Allem lieb haben mußte. Schade wäre es um ihn, wenn er daran glauben müßte."

Meine Ueberzeugung ist, er wird gesund.

Im Ernst, Doctor?"

Im vollen Ernst!"

Nun lachte der Justizrath leise vor sich hin.

Ich sagte e» ihm ja heute; aber er wollte es glauben Jetzt wird die Geschichte erst interessant."

Interessant, war meinen Sie damit ?

Mein Gott, Mensch, seien Sie nicht so schwer von Begriffen. Glauben Sie denn, wenn der Baron gesund w^d, daß er dann bei dieser stillen Krankenpflegerin aushält? Ich zum mindesten zweifle daran. Glücklich und zufrieden lst der tolle Wolf noch nie gewesen, so sehr er im Grunde auch ein Glückskind ist. Aber bei dieser- Erziehung, ohne Vater, die Mutter kränklich und schwach, der Onkel, der ihn vergötterte und nur daran dachte, jeden seiner Wünsche zu erfüllen! Und der sollte sich genügen lassen an so bescheidenem Eheglück, wie dieses sanfte Geschöpf es ihm zu bieten vermag? Das dürfen Sie nicht von ihm verlangen, wirklich nicht."

Wenn Sie Recht hätten, lieber Justizrath, und diese Ehe kein gutes Ende nehmen sollte, wie Sie vorauszusetzen

Höhen, zum Theil im herrlichsten, in die Farbenpracht des Ilse f daß seine letzten Erfahrungen, da» monate»

Herbste» gekleideten Buchenwalds war i aufgeregte Seele Angesicht de» Todes, eine Wandlung in ihm

willig übernommen hatte, zu Ende führen, ob ihr auch das Herz dabei breche. Er, der Kranke, sollte und durfte za nicht erfahren, was in ihr vorging, was in ihr durch die grau- fame Mittheilung der Mutter zerstört war.

Gut zu machen, yas er in der Uebsreilung der Leiden­

schaft als Kranker getOn hatte, das fiel ihr zu, die zu rafch, , ^^s'-^bl'eibe'ich aber noch ein Zweifler.

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vorher zu prüfen. Sie hatte zu büßen, sie allem

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