Ausgabe 
9.7.1896
 
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aber ich jmuß den Popen fragen und muß wissen, war er denkt."

Schon auf dem Wege, rief er noch zurück:Du Hirst nichts Besonderes zu sagen?"

Nein, nein," antwortete der Jüngling, den Kopf auf beide Hände stützend.

Trotz des geringen Vertrauens, das er zu der Unter­nehmung hatte, konnte er es stch doch nicht versagen, am Rande de« Waldes liegend den Erfolg derselben abzuwarten.

(Fortsetzung folgt.)

Aberglaube in brr Wundarznei früherer Jahrhunderte.

Von Dr. Grumbach.

------- (Nachdruck verboten.)

Der Aberglaube hat in der Heilkunde von Alters her eine hervorragende Rolle gespielt, aber namentlich im Mittel- alter und in den ersten Jahrhunderten nach demselben warf er stch mit Vorliebe auf dieses Gebiet, um hier sein Affen­spiel zu treiben. Und zwar war es hauptsächlich das Special- fach der Wundarznei, der heute so bedeutungsvollen Chirurgie, welches dem Einfluß des Aberglaubens fast ganz erlag. Alle Eingriffe und Operationen waren abhängig vom Lauf der Gestirne; jedes einzelne Sternbild, vom Widder bis zum Fisch, beherrschte Wohl und Wehe eines bestimmten Gliedes des Körpers. War ein Fuß verrenkt, so mußte mit der Einrenkung gewartet werden, bis des Fußes Sternbild sich in einer günstigen Constellation befand. Sollte am Arm eine Operation vorgenommen werden, so hing der Zeitpunkt für dieselbe nicht ab von der Bestimmung drs Arztes, sondern von dem alles beherrschenden Lauf der Gestirne. Und diesem Wunderglauben waren sogar bedeutende Aerzte, unterworfen, ganz abgesehen von dem großen Heere der Quacksalber und Kurpfuscher, welche gerade in dem thörichten Aberglauben des Volkes ihren Hauptverdienst suchten und fanden. Die Zahl solcher sogenannten heilkundigen Leute muß damals wohl noch größer gewesen sein als heute, denn Josef Schmidt schreibt: Maßen denn heutigen Tages ein jeder fauler Schlingel, Leut-Betrüger, Landstreicher, ja eine jede alte Vettel allerhand gefährliche Krankheiten und Gebresten zu heilen stch unter­stehen und den Namen eines Arztes haben will."

Besonders auf dem Gebiete der Blutstillung wurden die seltsamsten Dinge angewandt; denn Blut war immerein besonderer Saft." Die gebräuchlichstenStillungsmittel" waren: Gebranntes Leinen, Mieß (d. h. Moos) von den Todtenköpfen, Drachenblut, Schweins- und Eselskoth, Mumia, d. h. die aus den balsamirten Leichen tröpfende Flüssigkeit, innerlich und äußerlich angewandt, Hasenhaar, Froschasche u. s. w. Der Arzt Hans von Gersdorf, welcher von stch selbst sagte:Viel hoher Künste steck' ich voll", hat im Jahre 1540 folgende Vorschriften zur Blutstillung gegeben:Nimmt das Bluten in einer Wunde überhand, dann zünde Baumwolle an mit einem Lichtlein und tropfe das in die Aderlein; mische heißen Pech, Cypressenmus, lebenden Kalk mit Eierklar, schlage es wohl und lege es mit Werk auf die Wunde. Ist die Wunde klein, dann zerlaß schwarzes Pech in eine Nuß­schale, stürze dieselbe über die Wunde, so muß es mit Gewalt stehen. Sind viel Adern da, so lege Baumwolle darauf, ent­zünde dieselbe mit einem glühenden Eisen, so zieht die Baum­wolle in die Adern und verstopft das Blut". Freilich mögen das siedende Pech und die brennende Wolle auf der Wunde kein sehr angenehmes Gefühl verursacht haben.

Bei Verwundungen warnt der damals sehr geachtete Arzt Parazelsus besonders vor den Badern und Scherern, welche meist mit Schusterdraht nähten, um das schnelle Ab­faulen der Faden in der Wunde zu verhindern.Ich habe oftmalen dabeigestanden", sagte er,wie das Badervolk sub-

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tile Schusterdrähte mit den Sauborsten oder ohne dieselben hindurchzogen. Run schau einmal Einer, was für Verstand in dem krätzigen Volk z ist!" Mochte ferner ein Verwundeter durch Blutverlust noch so geschwächt sein, der Scherer öffnete ihm eine Ader, und wollte es nicht laufen, dann öffnete er eine zweitedamit er daselbst seinen Blutdurst löschen könnte." Von allen Mitteln zur Blutstillung war aber stet« am ge­bräuchlichsten nnd wegen seiner übernatürlichen, im Geheimen wirkenden Kraft am angesehensten: das pulverisirte Mieß (Moos) von Todtenköpfen. Er wurde mit gleichen Thsilen Menschenblut in einer Pfanne mit Butter gerüstet und inner­lich gegeben. Das sollte dann das Blut der Wunde stillen! Der Arzt Fabrizius war von der großen Heilkraft des Mieß so erzeugt, daß erwegen der Seltenheit und de» großen Nutzens desselben" seinen Freunden Rüffer in Straßburg und Pfister inMasel anno 1615 solches übersandte. Er hatte es selbst auf einem Kirchhof in Niederland gesammelt, und er­örtert bei dieser Gelegenheit sehr eingehend und ernst die Frage, ob das Moos auch auf den Schädeln Erhängter wachsen könne oder nicht, er habe es in 38 jähriger Praxis noch nie an solchen gesunden. Andere Aerzte wiederum hielten das Moos von den Schädeln der Gehängten gerade für das heil­kräftigste. (Schluß folgt.)

Wille« «nd kleine FaMilitNhLufer. Von Georg Aster, Architekt und Baumeister. Mit 112 Abbildungen von Wohngebäuden nebst dazu gehörigen Grundrissen und 23 in den Text gedruckten Figuren. Vierte, vermehrte Auflage. In Original-Leinenband 5 Mk. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. Nach einigen interessanten historischen Bemerkungen und einer anregenden Vergleichung zwischen Eigenhaus uiib. Miethshaus erörtert der Verfasser in leicht verständlicher Weise alle bei der Anlage, dem Bau, der inneren Einrichtung und der Benutzung, einschließlich der Anlage des Gartens zu beobachtenden Gesichtspunkte in knapper, aber erschöpfender Ausführung, so daß man daraus nicht nur den umsichtigen Architekten, sondern einen in allen einschlägigen Fragen und Verhältnissen wohlerfahrenen Mann erkennt. Diesen allgemeinen Auseinandersetzungen schließt sich eine reiche Aus­wahl von Plänen zu kleinen Wohnhäusern für Arbeiter, Handwerker, kleine Beamte cc. (Preislage: 2200 bis 5000 Mk.), kleineren Villen, Land- und Sommerhäusern (6 bis 12000 Mk.), größeren Villen und Landhäusern (22000 bis 50000 Mk.) an, welche in der Regel im Hauptgrundriß und einer Ansicht (Front) mittelst trefflicher Holzschnitte dargestellt sind, während die übrigen Stockwerke durch beigegebene Be­schreibungen erläutert werden. Es wird dadurch jeder Bauherr in den Stand gesetzt, den Plan, bezw. Grundriß zu seinem Hause nach seinem Geschmacke und seinen Bedürfnissen in den Hauptzügen selbst zu ent­werfen. Die vierte Auflage ist um einen Anhang mit Abbildungen deutscher und schwedischer Holzhäuser in der Preislage von 2150 bis 18200 Mk. vermehrt worden. * *

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Kronzeugen und agents provocateurs ist ein Thema, das durch mancherlei Vorkommnisse im öffentlichen Leben eines achtelten Reizes nicht entbehrt. Eine treffliche Studie über die beiden verwandten, und doch in ihren Wirkungen sich entgegengesetzt äußernden Institutionen bietet Conrad Thümmel in dem neuesten Heft (21) der bekannten illustrirten ZeitschriftVom AilS Jttm (Stuttgart, Union Deutsche Verlagsgesellschaft, Preis des Heftes 75 Pfg.). Der durch seine juristischen Publieationen bestens bekannte Verfasser kommt nach einer Schilderung der beiden Einrichtungen zu dem Schluffe, daß es für unsere modernen Verhältnisse besser wäre, wenn unsere Straf­rechtspflege mehr darauf Bedacht nähme, Ueberläufer aus den Reihen des gesellschafteten Verbrecherthums selbst zu ihren Hilfstruppen und Bundesgenossen zu gewinnen, also die Kronzeugenschaft formell einzu­führen, als sich des moralisch sehr zweifelhaften Mittels zu bedienen, durch agents provocateurs die Verbrecher zu entlarven. Wir empfehlen diesen Artikel der besonderen Beachtung unserer Leser und möchten bei dieser Gelegenheit darauf aufmerksam machen, in wie hohem Maße die Redaction vonVom Fels zum Meer" es sich angelegen sein läßt, durch populäre Darstellungen von Fragen aus dem heutigen Cultur- leben dem Leser wirkliche Belehrung zu bieten. Auch der von dem Blatte jüngst veröffentlichte AufsatzDer Arm der Gerechtigkeit" von Th. Duimchen behandelte einen zeitgemäßen und fesselnden Stoff. Dieses Streben nach trefflicher Gestaltung des litterarischen Textes geht Hand in Hand mit einer künstlerisch-vornehmen Ausstattung des Blattes, dieVom Fels zum Meer" zum tonangebenden illustrirten Unterhaltungs­blatt gemacht hat.

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Rebaction: A. Scheyda. Druck und «erlag der Brühl'schen UniverstMS-Buch- und Steiudruckerei (Pietsch & Scheyda) in Gieße».