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strengenden Aufpafferdienst versehen hatten, erklärten die Forstbeamten übereinstimmend, daß sich bis jetzt nichts 93er* dächtiges bei dem Steine habe blicken lasten.
Da man aber die kleine Erdhöhle untersuchte, fand man ste leer. Irgend Jemand hatte es also fertig gebracht, unter den Augen der Späher unbemerkt den Brief herauszunehmen und es war tausend gegen eins zu wetten, daß der Spitzbube selbst das erstaunliche Kunststückchen ausgeführt hatte. Datz er noch einmal zurückkehren würde, nachdem er fich durch den leeren Briefumschlag getäuscht sah, war aber gewiß nicht an* zunehmen und so mußte denn die wohlweise Obrigkeit ihren ganzen Scharsstnn ausbieten, um ihm auf eine andere Art beizukommen. « (Schluß folgt.)
nur im eigensten Jntereffe de» Kranken, sofort mit dem Ein* nehmen der Salicylsäure aufzuhören.
Die erste Maßregel, die man, namentlich zur Linderung des Schmerzes zu ergreifen hat, ist eine richtige Lagerung und Einpackung der erkrankten Gelenke. Dies sei namentlich solchen Patienten gesagt, welche bei leichteren Fällen oder im Anfangsstadium der Krankheit noch keinen Arzt zu Rathe ziehen. Vor allem gehört jeder Rheumatiker ins Bett und hat darin zu bleiben, selbst noch längere Zeit nach Beseitigung der Geschwulst und der Schmerzen. Die gleichmäßige Ruhe und Bettwärme ist ein nicht zu unterschätzender Heilfactor. Durch zu frühzeitiges Aufstehen werden auch sehr leichte Rückfälle herbeigeführt. Die ganzen Glieder der erkrankten Gelenke werden dick mit Watte oder Wolle umhüllt, und daneben mit heißem Master gefüllte Steinkrüge gelegt. Warme ober heiße Theil* ober Ganzbäber vertragen nicht viele Kranke; baher ist barüber ber Arzt zu befragen. Was die Diät anlangt, so find leichte Suppen, Milch, Eier und etwas Fleisch zu empfehlen. In Frankreich ist eine ausschließliche Milchdiät als Heilmittel gegen Rheumatismus empfohlen worden, doch dürfte ein derartiges Extrem nicht rathfam fein. Zum Löschen des Durstes sind namentlich empfehlenswerth Master mit Citronen« ober Apfelsinensaft unb Apfelwein. Besondere Geduld ist dem scheinbar geheilten Patienten anzurathen. Er muß noch mindesten« acht Tage das Bett hüten und die warmen Ein» Packungen fortsetzen, wenn er nicht über kurz oder lang von Rückfällen befallen werden will, und meist von viel schwereren Rückfällen.
Wie kann man nun aber dem Entstehen von Gelenkrheumatismus vorbeugen? Vor allem durch Vermeidung jener oben genannten „rheumatischen Schädlichkeiten," wie Erkältung, Durchnästung, feuchte Wohnungen. Namentlich müflen Personen, welche bereits einmal an Rheumatismus gelitten haben, sich in dieser Beziehung besonders in acht nehmen, da ihre Veranlagung zur Erkrankung entschieden eine gesteigerte ist. Diese Vorsicht schließt aber keineswegs aus, daß sie, anfangs nur in ber warmen Jahreszeit, durch kalte Abreibungen die Empfindlichkeit ihrer Haut gegen Erkältungen abzustumpfen suchen. Im Gegentheil, es giebt kein besseres Vorbeugungs- mittel gegen Rheumatismus als eine regelrecht durchgeführte Abhärtung des ganzen Körpers gegen alle Schädlichkeiten der Witterung und des Klimas, welche bei verzärtelten Personen Erkältungen hervorzurufen pflegen. Hierzu find besonders kalte Abreibungen zu rechnen, mit denen nicht daran gewöhnte Leute am besten in der warmen Jahreszeit beginnen, um sie dann aber ununterbrochen, Winter und Sommer, fortzusetzen. Aber auch in ber jetzigen Jahreszeit können solche zarte Naturen ein sehr gutes Vorbeugungsmittel gegen Erkältungen unb Rheumatismus anwenben, nämlich tägliches energische» trockenes Abreiben bes ganzen Körpers mit trockenen Frottir- tüchern ober Frottirhanbschuhen. Auch ist burch tägliche rege Bewegung in frischer Luft der Stoffwechsel zu befördern und ber Körper zu kräftigen. Selbstverständlich muß man durch Schwitzen feucht gewordene Unterkleider stets sofort zu Hause ausziehen. ____________
Von Dr. Robert S chultze.
------- (Nachdruck verboten.)
Der Gelenkrheumatismus, eine ber verbreitetsten unb bekanntesten Erkrankungen, erscheint besonbers gegen Ende des Winters, bei Männlein und Weiblein, bei Arm und Reich, als qualvoller Gast. Im Volksmund hat er daher die verschiedensten satirischen Bezeichnungen erhalten.
Wohl wird der Gelenkrheumatismus von der mebicini* schen Wissenschaft als eine Jnfectionskrankheit aufgefaßt, hervorgerufen durch eine fpecififche Art von Krankheitserregern (Spaltpilzen), aber jedenfalls spielen dabei eine große Rolle auch gewisse Stoffwechselproducte im Körper, namentlich die harnsauren Salze, welche bei ungenügendem Stoffwechsel fich in den einzelnen Gliedern ablagern, und zwar besonders in denjenigen, welche einer Kältewirkung ausgesetzt find. Daher bilden die Erkältungen die hauptsächlichsten Ursachen für Rhen- matismur, aber weniger einmalige Erkältungen, als lang andauernde, häufiger anhaltende, sogenannte „rheumatische Schäd- lichkeiten," wie die dauernde Einwirkung naßkalter Witterung, Durchnässungen, Wohnen und Arbeiten in kalten, zugigen Localen, in neugebauten feuchten Häusern, ferner gewisse Beschäftigungen, wie Waschen und Scheuern.
Die Krankheit beginnt fast stets mit einer hitzigen, fieber- haften, in mehreren Gelenken auftretenden Anschwellung und Schmerzhaftigkeit. Gewöhnlich werden zuerst einige ber größeren Gelenke befallen, bie unteren Extremitäten etwas häufiger als bie oberen, wobei bie Erkrankung von einem zum anderen Gliebe „springt," so baß heute bieses, morgen jenes Schmerzen verursacht. In schweren Fällen ist bie Zahl der erkrankten Gelenke oft eine große. Die Hülflosigkeit ber Patienten wirb hierburch so vermehrt, baß fast alle Bewegungen gar nicht ober nur unter ben größten Schmerzen ausführbar stub. Die Kranken liegen meist mit gebeugten Beinen ba, unb jeder Versuch, bem Körper eine anbere Stellung zu geben, ist mit heftigen Schmerzen verbunden. Die schlimmste Eigenschaft des Gelenkrheumatismus besteht in einer häufigen Miter- krankung des Herzens, wodurch nicht selten bleibende Herzfehler entstehen, so daß die Kranken in der Folge beständig über Herzklopfen, Kurzathmigkeit u. s. w. zu klagen haben.
Von den Heilmitteln gegen Rheumatismus ist das bekannteste und beliebteste Salicylsäure. Jedoch darf diese natürlich nur vom Arzte verordnet werden. Es ist oft geradezu wunderbar, welche überraschend schnelle Wirkung die Salicylsäure bei vielen Rheumatikern ausübt- Freilich darf auch nicht verschwiegen werden, daß ste bisweilen nebenbei Unannehmlichkeiten hervorruft, wieUebelkeit, Ohrensausen, Schwindelgefühl. Manche Patienten find nun geneigt, das Auftreten dieser Nebenwirkungen dem Arzte zu verheimlichen, weil ste fürchten, der Arzt werde ihnen dann die schmerzbefreiende Salicylsäure entziehen. Dies Verhalten ist durchaus tadelns- werth; denn der Arzt kann dem betreffenden Patienten äußerlich nicht ansehen, ob die Salicylsäure gerade auf ihn nachtheilige Nebenwirkungen ausübt. Treten diese aber ein, so liegt es !
Redaction: I. V.: Hermann Elle. — Druck und Verlag der Brühl'schen Universitats-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Gießen.
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Practische Orthographie. „Mein verehrte» Fräulein! In dem Brief, in welchem Sie mir für den Schmuck dankten, haben Sie Diamanten konsequent mit zwei „m" geschrieben?" — „Das weiß ich, Herr Baron. Echte Diamanten hätte ich nicht falsch geschrieben!"
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Deplacirt- A.: „Haben Sie gelesen, der Kapitän Willigerod vom Norddeutschen Lloyd hat die Fahrt nach Newyork jetzt mehrere hundert Male gemacht!" — B.: „Donnerwetter I Der muß aber unterwegs jeden Baum und isden Strauch kennen!"
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