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Aber wie kommst Du mit meinem Oheim zusammen ? Er hat mir doch nach seiner Heimkehr gar nichts davon erzählt/
„Ich traf ihn auf der Straße, wie er mitten in einem der großen Menschenhaufen stand, die sich überall vor der Bekanntmachung über die gestohlenen Bilder sammeln. Du hast doch wohl auch schon davon gehört, Christine?"
„Ja, freilich I Der Oheim hat davon gesprochen. Und er war ganz aufgeregt über die ungeheure Belohnung, die für den Wiederbringer ausgelobt sein soll- Tausend Ducaten, wie er sagte — aber so viel wird es doch wohl nicht sein."
„Es hat seine Richtigkeit; diesmal wenigstens hat er nicht gelogen. „Eintausend Stück Ducaten" .steht mit großen Buchstaben in dem Anschlag zu lesen. Ja, wer sich die verdienen könnte!" y r, _
„Nun, wir Beide werden es gewiß nicht sein, die sie bekommen. — Aber wovon hast Du denn nun eigentlich mit meinem Oheim geredet?"
„Von nichts Anderem, als von dem Diebstahl und zumal von der heiligen Magdalena, mit der sie es ja ganz besonders wichtig zu haben scheinen- Ich kenne bas Bild sehr wohl, denn es hatte einen silbernen, mit allerlei Steinen besetzten Rahmen und ich habe mir die Arbeit daran ost betrachtet, weil man doch überall die Gelegenheit benutzen muß, etwas in seinem Handwerk zu lernen. Daß aber auch der Wogaz ihn ganz genau kannte, hat mich doch Wunder genommen."
„Mein Oheim? — Ach geh'! - Ich glaube, er war sein Lebtag nicht in der Bilder-Gallerie."
„Da mußt Du Dich doch wohl täuschen, Liebste. Er wußte sogar die Zahl der Steine und er fragte mich so viel, was sie wohl werth sein könnten mitsammt dem Silber, daß ich zuletzt auf's Gerathewohl etwas sagte, nur um seiner endlich wieder ledig zu werden."
„Aber was kümmert es ihn, wie viel sie werth sind I — Und -was kümmert ihn diese ganze Diebstahlsgeschichte, von der er auch zu mir ohne Unterlaß geredet hat!"
Der Gedanke an die große Belohnung wirb ihm eben zu Kopf gestiegen sein wie so vielen Anderen. Er rechnet wohl gar auf einen wunderbaren Zufall, der ihm dazu verhelfen fall, sie zu verdienen." , ,
„Das wäre doch aber offenbare Narrheit. Ebenso gut könnte er anfangen, auf unserem Weizenacker nach Schätzen zu graben."
„Nun, ein bischen närrisch ist er mir heute auch wirklich vorgekommen, Dein Oheim. So aufgeregt war er und so krauses Zeug hat er geschwatzt, daß man beinahe hätte meinen sollen, er wüßte schon, wo die gestohlenen Bilder stecken. Er hat also auch hier im Hause davon geredet?"
„Ja — in Einem fort. Und dabei war er so aufgeräumt und lustig, wie ich ihn seit langem nicht gesehen. Daß ich vorhin gar einen Brief an den Kurfürsten schreiben sollte, ist doch gewiß ein sehr spaßiger Einfall gewesen."
„Wie? — An den Kurfürsten — Du? — Ja, was in aller Welt solltest Du ihm denn schreiben?"
„Das weiß ich nicht. Er brachte mir ein Blatt Papier nebst einer Feber und ich mußte ihm feierlich versprechen, daß ich keinem Menschen etwas von dem Briese verrathen würde. Daraus befahl er mir zu schreiben, wie er es vorsagen wollte. Aber wie ich die Ueberschrift fertig gebracht hatte „An Seine Durchlaucht den Kurfürsten!" nahm er mir das Blatt wieder fort und meinte, es fei bloß ein Spaß gewesen."
„Eine wunderliche Art von Spaß, das muß ich sagen. Mich dünkt, der Wogaz ist wirklich auf dem besten Wege, verrückt zu werden. So ist auch die Idee mit der amerikanischen Reise am Ende nur eine Verrücktheit gewesen."
Aber Christine schüttelte den Kopf.
„Damit ist es ihm voller Ernst. Es ist noch keine Stunde her, daß er mir sagte, um Feld und Garten brauchte ich mich gar nicht erst weiter zu kümmern, denn es würde vielleicht keine drei Wochen währen, bis wir uns auf den Weg nach Hamburg machten."
„Oho! Da möchte ich doch auch noch ein Wörtlein mit» rede« — wenigstens was Dich betrifft, denn der Wogaz mäg
meinetwegen schon morgen von dannen ziehen. Und so magst Du's denn bei der Gelegenheit gleich erfahren, lieber Schatz, daß ich der Heimlichkeiten überdrüssig bin und baß ich einen festen Entschluß gefaßt hatte, schon bevor ich heute Abend zu unferm Stelldichein kam."
„Und was für einen Entschluß?" fragte Christine bestürzt. „Du willst also doch mit ihm reden?"
„Ja, das will ich!" erklärte der Goldschmiedsgeselle sehr bestimmt. „Mein Vater hat mir einen Brief geschrieben, daß er alt und hinfällig wird und daß es jetzt für mich an der Zeit wäre, seine Werkstatt zu übernehmen. Da werde ich also ein Meister sein, und es ziemt sich, daß ich auch eine Frau Meisterin im Hause habe. Am Sonntag komme ich wieder her, frank und frei um Dich zu werben. Das ist so gut wie beschworen."
„Mein Gott, was für einen stürmischen Tag wird das geben!" seufzte das Mädchen.
Aber vor der Entschloffenheit des Geliebten entsank ihr der Muth, ihm noch weiter von seinem Vorhaben abzurathen. Und seine freudige Zuversicht auf einen glücklichen Erfolg steckte sie überdies allgemach an, so daß sie nach einer kleinen Weile viel fröhlicher von einander Abschied nahmen, als es sonst bei ihren heimlichen Begegnungen zu geschehen pflegte.
Sie traten aus dem Bretterhäuschen wieder in's Freie hinaus und der junge Mann gab Christinen noch ein Stück Weges das Geleit, bevor sie sich mit einem letzten Händedruck und mit einem letzten Kusse trennten.
Von dem Lauscher hinter den verwitterten Planken des Verschlages hatten sie bei der tiefen Dunkelheit auch jetzt nichts wahrgenommen.
Der Alte aber wartete doch vorsichtig, bis der Klang ihrer Stimmen in der Ferne verhallt war, ehe er aus seinem sicheren Versteck hervorkam.
Wie in stummer Drohung schüttelte er die sehnige Faust nach der Richtung hin, wo bas Haus seines siegreichen Proceß» gegners und Todfeindes Johann Georg Wogaz lag. Dann wanderte er mit langen Schritten feiner eigenen Wohnung zu-
Um dis vierte Morgenstunde des folgenden Tages war es und über der schlummernden Hauptstadt lag noch nächtige Finsterniß, als einer der städtischen Lampenputzer über den Zwingerwall daherkam, um, wie es seine Dienstvorschrift ihm gebot, die kümmerlich brennenden Oellampen auszulöschen.
Es war ein armer, kränklicher Mann mit eingefallenem, verhärmtem Gesicht, dem Noth und Sorge deutlich genug aus den tiefliegenden Augen schauten.
Eben hatte er die sogenannte Appareille Betreten und ein paar Dutzend Schritte darin gemacht, als sein müder Fuß über einen im Wege liegenden harten Gegenstand strauchelte. Er bückte sich und gewahrte einen großen hölzernen Kasten, deffen schlecht geschloffener Deckel sich bei dem Stoße ein wenig zur Seite geschoben hatte, so daß er mit seiner Laterne den Inhalt beleuchten konnte.
Heiß rieselte es ihm über den Rücken und seine Kniee zitterten, als er sah, was er da vor sich hatte. Es war das auf Holz gemalte Brustbild eines alten Mannes mit getigerter Pelzmütze, genau so wie es auf dem öffentlichen Anschlag beschrieben war, den natürlich auch er gleich jedem anderen Dresdener Einwohner gelesen hatte. Einen Rahmen hatte das Bild nicht; darunter aber gewahrte er noch ein anderes, das um ein Geringes größer war und auf dem sich verschiedene nackte menschliche Gestalten befanden.
Auch der letzte Zweifel, daß es sich hier um zwei von den aus der Gallerte gestohlene Kunstwerke handle, mußte ihm bei dieser Entdeckung schwinden. Die Erkenntniß von der Wichtigkeit seines Fundes und der Gedanke an die reiche Belohnung, von der ihm nun doch wenigstens ein Theil zufallen mußte, brachte den armen Menschen ganz außer Fassung. Er vergaß, die noch brennenden Lampen auszulöschen, raffte den Kasten mit seinem kostbaren Inhalt auf und eilte, so
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