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müßte ich Dich heute treffen, wenn ich die Kraft hatte, aus- zugehen."
„War thust Du hier? Wo verbirgst Du Dich feit dem Schiffbruch? — Ich habe drei Tage lang vergeben» nach Dir gesucht."
Die Frau blickte ihn mit zornfunkelnden Augen an.
»Lügner I — Mörder!" stieß sie athemlos hervor. „Du wußtest, daß ich krank im Leuchtthurm lag — Liffa selbst sagte mir, Du habest Dich wiederholt bei ihr nach mir erkundigt!"
„Wie ich sehe, bist Du noch immer scharfsichtig wie sonst!" bemerkte St. Clair verächtlich.
(Fortsetzung folgt.)
Gemeinnütziges.
Für die Wäsche. Ein sehr gutes Mittel, die Wäsche schön weiß zu machen, ist gereinigter Borax. Man nimmt auf etwa 30 Liter Wasser eine Handvoll Borax; bei feiner Wäsche, wie Vorhänge, Spitzen und dergleichen, kann man noch mehr nehmen. Der Borax muß wie die Soda zuvor in heißem Wasser aufgelöst und dann mit dem Waschwasser vermischt werden. Er greift die Wäsche nicht im mindesten an, macht das härteste Wasser weich und erspart viel Seife. Einen Beweis für die Vortrefflichkeit des Borax haben wir an der holländischen Wäsche, die ja wegen ihrer Sauberkeit und Weiße bekannt ist. Und in Holland nimmt man nie Soda zur Wäsche, sondern^stets gereinigten Borax.
Kalbschnitzel. Vom Kalbschlegel, Bug oder Schulter schneide man zweifingerbreite und fingerdicke Stücke, befreie sie von aller Haut, klopfe sie ein wenig, bestreue sie mit Pfeffer und Salz, tauche sie in Eiweiß, dann in Paniermehl und backe sie in Butter. Beim Anrichten drücke man etwas Citronensaft auf die Schnitzel und gebe etwas Cotelettsauce dazu. — Cotelettsauce, ein Eßlöffel Butter, sowie den Saft einer halben Citrone lasse man mit etwa« feingehackter Petersilie auf starkem Feuer schnell auskochen.
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Königseier. Drei ganze Eier nebst drei Eigelb werden mit einer Taffe Milch oder Fleischbrühe verrührt, mit Salz und Muskatnuß gewürzt, in eine Schüssel gefüllt und in kochendem Wasser im Bratofen wie Pudding gekocht. Wenn die Masse fertig ist, wird sie herausgestürzt, zu viereckigen Stückchen geschnitten und anstatt KlöZchen in die Suppe gegeben.
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Kartoffelklötze. Kalte mehlige Kartoffeln werden gerieben, einige Brödchen klein gewürfelt, in Butter geröstet, erkalten lassen und an die Kartoffeln gethan, sowie einige Eier, Zwiebeln, Petersilie fein gewiegt, in Butter gedämpft, Salz, Muskatnuß und Pfeffer hinzugefügt. Die Masse wird sodann tüchtig durch einander gemengt, bis sie so glatt ist wie ein gewöhnlicher Teig. Sodann werden große Klöße geformt, in Salzwaffer eine halbe Stunde gekocht, jedoch nicht zugedeckt, mit Butter abgeschmälzt und saurer Braten dazu gegeben.
Griespudding. Pfund Gries wird in einem Maß Milch dick gekocht und erkalten lassen; in die Masse rührt man 4 Loth Butter nebst Zucker nach Belieben, kleine und große Rosinen, 8 Eigelb, das Weiße zu Schnee geschlagen und läßt sie eine Stunde kochen.
VernMehtes.
Streng militärisch. Wachtmeister (zum Beritt): „Ich bitte mir aus, daß nicht heute wieder, wie neulich, so
Viele aus dem Sattel fliegen und die Beine breche«; ich werde überhaupt von nun an Jeden mit Arrest bestrafen, der seine königlichen Dienstknochen nicht besser in Acht nimmt."
Nobel. Borgmann: „Sie schulden mir schon seit einem halben Jahre 100 Mark, Herr Pumpmeier. Geben Sie mir jetzt 50 Mark und wir sind quitt!" — Pumpmeier (entrüstet): „Was fällt Ihnen denn ein? Denken Sie, ich mache Wuchergeschäfte?"
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Alles Geschäft. Schwiegersohn in spe: „Lieber wärs mir schon, wen« wir statt in drei Monaten gleich heirathen würden!" — Vater der Braut: „Mir auch recht; aber dann mit dem üblichen ©conto!“
Literarisches
Unter allen Liebhabereien, die heutzutage auf den verschiedensten Gebieten gepflegt werden, sind jene, die sich mit den Gebieten der uns umgebenden Natur befassen, ohne Frage die auf Geist und Gemüth am edelsten wirkenden. Im Interesse der Volksbildung kann es daher nur liegen, wenn Liebhabereien wie die Blumenpflege — die Vogelzucht — die Aquarien- und Terrarienkunde — das Sammeln von Naturalien u. s. w. nachhaltige Förderung erfahren und weite Verbreitung im Volke finden. Diese Aufgabe hat sich die illustrirte Zeitschrift für Naturfreunde „Skat«« «Md 6an6* gestellt und bereits durch drei Jahre bewiesen, daß es ihr Ernst damit ist. Ein Blick in das erste Heft des vierten Jahrgangs genügt bereits, um die Ueber- zeugung zu gewinnen, daß diese Zeitschrift ein Volksbildungsmittel von hohem sittlichen und practischen Werthe ist. In Wort und Bild versteht sie es gleich vortrefflich in gemeinverständlicher Weise alle Gebiete der Naturkunde zu behandeln, anregend und lehrreich zu wirken und auch der practischen Nutzanwendung zu dienen. Einen besonders werthvollen Schmuck hat das Heft durch eine farbenprächtige Tafel „Brasilianische Farbenvögel" nach einem Aquarell von P. Mangelsdorff erhalten. Außerdem enthält das Heft folgende interessante Aufsätze: „Fremdländische thierfangende Sumpfpflanzen." Vom Herausgeber. — „Der gestreifte Panzerwels". Von Prof. K. Lampert. — „Krötenechsen." Von I. Berg. — „Die Falter des Herbstes." Von I. Stephan. — Kleine Mittheilungen. — Fragen und Antworten. — Herausgegeben wird die Zeitschriit von dem bewährten Fachmann Max Hesdörffer in Verbindung mit Professor Dr. K. Lampert, Vorstand des Kgl. Natura- lienkabinets in Stuttgart, und P. Matschie, Kustos an der zoologischen Sammlung des Kgl. Museums für Naturkunde in Berlin, eine Vereinigung von vortrefflichen Kräften, die für die lebendige Gestaltung des Programms die beste Gewähr bietet. Der billige Preis von Mk 1,50 für das Vierteljahr ermöglicht allen Naturfreunden die Anschaffung. Lasse sich jeder das schöne Probeheft kommen, das der „Verlag von Natur und Haus" Berlin SW. 45 gratis und franco versendet.
„De« de« Weisen. E Die Leistungen dieser allbeliebten illustrirten Halbmonatschrift, welche seit sieben Jahren mit wachsendem Erfolge das populär-wissenschaftliche Genre pflegt uud sich darin unstreitig eine führende Rolle errungen hat, sind zu bekannt, um darüber viele Worte zu verlieren. Das vorliegende 1. Heft des neuen (8.) Jahrganges führt sich aber in so ansprechender Weise ein, daß wir mit Vergnügen Anlaß nehmen, die Aufmerksamkeit unserer Leser auf dasselbe zu lenken. Besonders reich ist — in gewohnter Weise — das Bildwerk in Form von Anschauungsmittteln, welches den größeren Abhandlungen — Deutsches Seewesen, Die Instrumente der modernen Sternwarten, Mikrophotographien von Schneekrystallen, Momentphotographien eines fliegenden Projectils, und anderer merkwürdiger Objecte — beigegeben ist. Kleinere technische Mittheilungen (gleichfalls illustrirt) behandeln das Trainirfahrrad, einen sehr practischen tragbaren Electrischen Propeller für Boote, ein Instrument von R. Falb zum Messen der Erdbebenstöße, Electrische Taschenlampen u. s. w. Bemerkenswerth sind ferner „Ein Wolkenmeer" und das Vollbild einer „Electrischen Rresenlocomotive." Wenn das Gebotene auch fernerhin sich auf gleicher Höhe hält, sind wir überzeugt, daß die Zeitschrift (A. Hartleben's Verlag, Wien) sich einer wachsenden Verbreitung erfreuen wird.
gfamos r De« neu« Aamilten» und Bereins-Humorist. Eine fortlaufende Sammlung von humoristischen Vorträgen und Aufführungen, Schwänken, Couplets (mit Noten), Pantomimen u. s. w. für eine oder mehrere Personen (Damen und Herren). Mit faßlicher Anleitung zum wirksamen Vortrage sowie practischen Winken für Regie, Costüm, Maske, Dekoration und Requisiten. Herausgegeben von Paul Rüthling,Kg. Hofschauspieler und Hermann Förtsch, Salonhumorist. Stuttgart, Verlag von Levy & Müller. Heft 38, 39 (IV. Jahrgang Heft 2, 3.) je 48 Seiten Großoctav. Einzelpreis je 90 Pfg., im Abonnement je 75'Pfg.
Redaction: A. Gcheyda, — Druck und »erlag der Brühl'schen UniverstMS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Gießen,


