führen können. ,
Man hat von ihnen nie wieder gehört. Die damalige neapolitanische Polizei hatte so viel zu thun mit dem Em« kerkern mißliebiger Vaterland-freunde, daß man den Mrbrechern wohl nicht viel nachsorschte.
Dort unten in dem Dorskrrchlein liegt der brave General begraben und seine Verwandten haben ihm ein schö :es Marmor- denkmal gesetzt, worauf er in voller Uniform zu sehen rst, denn aus seinen Papieren ergab sich, daß er wirklich als persischer General aus dem Dienst des Schah entlassen
^Auch ermatte zuerst gedacht, in der Schloßruine Hausen zu sollen, aber der Kutscher belehrte ihn eines Besseren.
Inzwischen hatte die Padrona Terestna Carducca Herrn Schwarze mit italienischer Lebhaftigkeit auf das Herzlichste begrüßt und ihre schwarzen Augen neugierig auf die S-gnorina
dio mio! „„ „
Und indeß sie mit einer unglaublichen Zungenfertigkeit dies Alle» und noch hundert andere Dinge sprach und fragte, commandirte sie ihren braven, gehorsamen Gatten hin und her-
„Den Tisch unter den Nußbaum im Garten, Tomasol — Wein her, unser» trefflichen Wein 1"
Und hernach, wenn die Herrschaften die Villa besehen hatten, dann war das Effen fertig, und bei der Madonna, sie sollten Aehnliches noch nie gekostet haben. O, die Terestna! Sie wußte wohl, was die Fremden lieben. Sie hatte in Amalfi dort unten bei den Capucint gelernt, was gute Küche heißt-
Inzwischen hatte Tomaso den Nachbar Bürgermeister herbetgeholt, Herr Schwarze sprach mit demselben und fand ihn durchaus bereitwillig. _
Da stand nicht das Mindeste im Wege. Natürlich —
Frau und der Secretär waren verschwunden und mit ihnen Alles, was sie von seinem großen Reichthum hatten mit sich
Mauleseln, und wie in einem Bienennest sumnrte die ganze Dorfbewohnerschaft in höchster Dienstbefliffenheit durcheinander. Denn der General Michele Capo, dem sieben Familien Age- ralas sogar noch nahe verwandt waren, zahlte wie em Fürst; er war großmüthig und freigebig wie kein Zweiter, man liebte, man vergötterte ihn, man war unendlich stolz auf ihn und wie ein Märchentraum erstand sein Schloß in einer schier
märchenhaften Pracht. , ' ___
Und hier wohnte er dann, ruhte aus in den Armen seines schönen Weibes und rund um da« Schloß begann ein Zaubergarten zu entstehen.
ö Da — zwei Jahre später — fand die entsetzte Diener-
Was von seinem Reichthum zurückgeblieben, kam aus seine Verwandten, die so urplötzlich reiche Leute wurden. Sie kamen natürlich auch sämmtlich dahin, das Geld, besten Werth sie nie zu schätzen gelernt, in vrrhältnißmäßig kurzer Zeit wieder zu vergeuden und dann wurden sie wieder, war sie gewesen und geblieben, einfältige, rohe Bauern. Als solche plünderten sie das Schloß, nahmen, was ihnen nutzbar oder verkäuflich schien, N emand kümmerte sich je darum und so steht es nun da, in seinem Innern noch immer Spuren seine- einstigen Glanzes und des vortrefflichen Geschmacks der Er-
Sie^ waren während dieses Berichts durch das ganze Dorf gefahren, jetzt hielten sie vor einer Osteria, wo eben der Präsident, hoch befriedigt von der Einsamkeit, seinen
^r”°rS)(t8 ist doch nicht die Villa, die Sie für uns haben? ' ries si?, sehr enttäuscht sich nach ihrem Nachbar umwendend.
Herr Schwarze lachte. ,
Nein! Aber viel bester ist die Villa Anderson sreilich | auch nicht; doch jene Ruine wird Sie interessiren." !
„Mein Gott, es ist ein ganz modernes Schloß und so zerstört! — Sehen Sie nur, selbst die Balkons hat man ab- , zureißen versucht. Was ist es damit?"
„Vor dreißig Jahren hat ein Sohn bieses Dorses das. Schloß sür sicherbaut," erwiderte er, und als sie ihn weiter forschend ansah, erzählte er: „Michele Capo war al» Schiffer in die weite Welt gegangen, nach Persien gekommen, dort zu Geld und hohem Ansehen gelangt, endlich sogar Vezier oder dergleichen geworden. Als alternder Mann zog ihn aber doch die Sehnsucht in'» Vaterland, ja, in sein Heimathdorf zurück. Vielleicht suchte er auch klug das Weite, denn die Günstlinge des Schah sind, wie man weiß, ihres Kopfes nie so recht ^^Kurz — er kam nach dem staunenden Agerala zurück mit Tonnen Golder, seinem schönen Weib, seinem Secretär und einer Legion von Dienern, Rosten und Maulthieren. Und nun begann der Schloßbau. Von Amalfi herauf, wohin Schiffe Alles brachten, was seine Baumeister verlangten, holten die Leuts von Agerala die Steins, den Mörtel, das Holz, das Äsen; theils auf den eigenen Schultern, theils auf
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„Nein, gnädiger Fräulein, das weiß ich nicht." Nicht eine Silbe des Urtheils erlaubte er sich über seine Gäste.
Sie schwieg ebenfalls.
Dann sprachen' sie von anderen Dingen. Sie erklärte ihm ihres Vaters Zustand. Der Unbank seines Herrn und des Volkes war es, woran seine Seele siechte.
Ihr Vertrauen öffnete auch ihm das Herz. Was er Niemand bekannte, ihr sagte er es. Er trug einst einen vor- nehmen Namen, bewegte sich in einer bevorzugten Lebens- svbäre und gehörte ihr durch Geburt und Erziehung an.
Eigene Schuld und Unglück hatten ihn seiner Leben»-
Elend jener Tage, ließ ihn schwören, daß er leben wolle, sich wieder emporzuringen. , „ „ .
Und ich bildete wir ein, daß mir die» gelingen würde, fuhr er fort und die tiefe Mechancholie in seinen Zügen wich einem bitteren Lachen. „Wie Sie mich jetzt seven, meine Gnädige, bin ich ein Schiffbrüchiger, welcher der Planke frag ist, die ihn über Master hält. Ich habe weder Weib noch Kind, aber ich lebe als ehrlicher Mann und der Name, den ich einst trug, wird durch meine Stellung nicht compromrttirt.'
E» war Mittag und sehr heiß geworden.
Gleich hinter dem Dörfchen Pianola, bei dem großen Tunnel von Sant' Angelo « Guida, hörte richtig die Land- straße aus und mit aufgespannten Regenschirmen bewaffnet, worben war. durchfuhren sie denselben. Von den Wänden und der Wölbung f ® ” triefte er wie ein starker Regen, der noch ungepflasterte Boden bildete einen See und als sie endlich drüben waren, da wehte sie eins frischere Luft an, denn der hochaufrazende Monts Sant' Angelo gab grünen Schatten und eine leichte Brise kam vom Meere herauf ihnen entgegen. — Wieder ging es durch ein Dörfchen und Ackerfelder, Wissen und Wald in buntem Wechsel und dann lag Agerala vor ihnen.
„Ich denke, einsam genug wird es Ihrem Herrn Vater hier sein!" meinte lächelnd Herr Schwarze. „So leicht macht kein Fremder diesen weiten Weg, um zwischen Bauern die Welt zu vergesten."
Auf hügeligem Terrain, zwischen allerlei Fel« und un- gewöhnlich kräftigem Baumwuchs, lag bas Dorf hingestreSt, — eine längs Straße und viele vereinzelte Gehöfte mit blendend weißgetünchten Haurwändsn und platten Dächern.
„Ein italienisches Idyll! ' sagte Paula.
Dann blickte sie aber plötzlich lebhaft nach rechts; ein völlig rutnenhaftes, modern gebautes Schloß ohne Fenster und Thüren, nur aus kahlem Mauerwerk bestehend, trat
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Esten wollten Excellenza! Aber was? Heilige Madonna, was nur? Sie hatte nur ein Lämmchen, gestern geschlachtet, aber agnello arrosto ? — für solche Herrschaften? Undohne Knoblauch? Nun natürlich! Sie wußte mit den Fremden um- zugehen. Sie hatte auch Artischocken, schöne Artischocken, in ihrem selbst geernteten - feinen Oel gebraten. — Ah, wunder- bar, Signor Schwarze. Sie kennen die Terestna und haben Vertrauen zu ihr! - Ah! Wie? Die Henschaften wollen in Agerala wohnen, — in der Villa inglese? Madonna! 0,
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