Ausgabe 
7.7.1896
 
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Nr. 78

Dienstag den 7. Juli

Untechaltungsblatt )nm Gießener Anzeiger (General-Anzeiger).

Die Töchter des Popen.

Roman von Marguerite Poradowska. Deutsch von M. Pillet.

(Fortsetzung.)

Aber ist es denn nöthig, daß dieser Mensch herkommt, um Binia den Hof zu machen; kann er nicht warten, bis lch verheirathet bin? jammerte die hübsche Blondine.

Was Du da sagst, ist unvernünftig und unmöglich aus. zuführen, besonders da er ja nur einige Meilen von hier ent­fernt wohnen wird. Ihm das Hau» verbieten, wäre einer Absage gleich und die Partie ist zu vortheilhaft, um fie von der Hand zu weisen. Bedenke doch, daß er . .

»Ja, ja, zehntausend Gulden hat, ich weiß, ich habe es gehört, sagte das junge Mädchen immer noch mit mürrischem Gesicht.

Plötzlich hatte der Vater einen erleuchteten Gedanken.

Diotyma," sagte er mit einem Blick des Einverständ­nisses zu seiner Frau,geh' doch und mach' die rechte Schub- lade der Commode auf Gieb mir den Carton. Siehst Du, Töchterchen, ich wollte Dir da» Geschenk erst am Hochzeits­tage geben, aber da Du so unglücklich bist, ist es mir lieber, Du siehst es schon heute.

Und beim Sprechen nahm er einen schönen Pelzkragen von grauem Fuchs, mit bunter Seide gefüttert, heraus.

Die Ueberraschung hatte die Thränen des jungen Mäd­chens getrocknet; voller Freude küßte sie dem Vater die Hand und hing sich sofort den kostbaren Pelz zur Probe um.

Er ist aus dem ersten Geschäft in Czernowitz, sagte der Priester ganz gerührt, indem er mit Befriedigung da» hübsche Geschöpf bewunderte, da« stolz und glücklich in der Stube auf und ab ging.Ich habe da« Ausgezeichnetste, was es gab, gewählt, denn ich weiß, was sich für Deine Stellung schickt.

Binia stand verschüchtert und traurig mit thränenerfüllten Augen in einer Ecke des Zimmer» und wartete auch auf ein freundliches Wort. Aber als sie sah, daß Niemand an sie dachte, zog sie es vor, geräuschlos zu verschwinden. Uebrigens war sie viel »u trostlos und aufgeregt, als daß sie ihre Fassung noch länger hätte behaupten können. Sie empfand

nur das Bedürfniß, zu fliehen, fort, weit fort an einen ver­borgenen Ort, wo sie sicher war vor neugierigen oder gleich- giltigen Augen und ihren bitteren Schmerz ausweinen konnte.

Niemand hatte ihr Verschwinden bemerkt; sie lief immer gerade au« bi« an'« Ende des Gartens und blieb erst dort vor einer alten, zerfallenen Bank stehen. Hier sank sie kraft­los nieder, verbarg das Gesicht in den Händen und weinte. Ihr ganzer Körper bebte von unterdrücktem Schluchzen und da« Taschentuch, das sie vor den Mund hielt, erstickte den Aufschrei ihres todtwunden Herzens. Lange flössen die Thränen unaufhaltsam, als entströmten sie einer unversieg- baren Quelle, aber endlich ermattete sie und versank in eine Art Betäubung.

Man wollte sie verheirathen an einen Fremden, diesen Seminaristen, der morgen kommen sollte.

Jede Fiber ihres Wesens empörte sich dagegen. Mit welchem Recht wurde so über fie verfügt? Dursten die Eltern denn nach Belieben ihr Kind an den ersten Besten verkaufen?

Harastm Piesek ... ja ... fie erinnerte stch, voriges Jahr sein strenges, eckiges Gesicht flüchtig gesehen zu haben, bei dessen Anblick stch ihrer eine unheimliche Vorahnung von etwa« Schrecklichem bemächtigt hatte. Also diesem Manne, den sie nicht kannte, nicht liebte, sollte sie für'» Leben an­gehören? O, wie grausam!

Es war im März. Von ihrem Sitz in der Fliederlaube, die noch kaum Knospen zu treiben begann, überblickt man das ganze Land-

Dann und wann gingen auf der schmutzigen Straße Bäuerinnen vorüber mit hochgeschürzten Röcken und Stiefeln bis an die Kniee, den Kopf wie die orientaliscben Frauen in weiße Tücher gehüllt; sie keuchten tief gebückt unter der Last ungeheurer Bürden.

Von der nahen Kirche her erscholl froher Glockenklang, und während die Hellen Töne sich im Winde zerstreuten, um­kreisten schwarze Krähenschwärme mit schnellen Flügelschlägen den kleinen dicken Thurm; fie flatterten bald dicht darum her, bald entfernten fie sich wieder, wie um den Tact zu dem fest­lichen Geläute anzugeben.

Binia horchte trüben Sinnes auf diese Klänge, die von Festesfreude und glücklicher Zukunft sprachen.

Plötzlich richtete fie sich aus und wurde kreideweiß. Vor