nehmUchkeit schützen, An einem Streifen beliebiger Leinwand, 34 Eentimeter breit und so lang wie die Brette der de- treffenden Thür werden die beiden Langseiten aneinander genäht, und nachdem man da» eine Ende diese» Schlauches durch Zusammenziehen fest geschloffen, wird derselbe mit gut getrock- netem Sande vollständig gefüllt und auch am zweiten Ende fest zugenäht. Diese nun entstandene schwere Sandrolle kann man beliebig entweder mit Stoff in der Farbe der Möbel oder auch mit einer nicht zu feinen Stickerei, etwa auf Jute-Kanevas, bekleiden. Da» entschieden praktische dieser Sandsäcke besteht darin, daß dieselben, dicht an die Thürspalte geschoben, vermöge ihrer Schwere dort festiiegen und auch beim Oeffnen und Schließen der Thür durchaus nicht hinderlich find, da man dieselben ja leicht überschreiten kann. Gleiche Sandrollen, natürlich von geringerem Umfang, zwischen die Doppelfenster gelegt, find jedenfalls angenehmer als die platzraubenden Fensterkiffen. * *
„Dte Lampe brennt nicht hell," ist eine ständige Klage an den langen Winterabenden, und doch fehlt es dabei meist nur an Kleinigkeiten und an Sorgfalt. Die Lampe ist der Mittelpunkt Abend« im Zimmer, der eine angemeffens Berückstchtigung bedarf. Mit einer Mischung von Soda, Seife oder Pottasche und heißem Waffer reinige man alle drei bis vier Wochen die Baffm» sorgfältig, laffe sie gründlich trocknen und fülle sie hierauf erst mit Petroleum. Für den frischen Docht und sür den gebrauchten, an welchem fich Unreinlichkeit festgesetzt Hal, empfiehlt e« fich, ihn tüchtig zu waschen, zu trocknen und dann ungefähr eine Stunde lang in Esstg zu legen, um ihn fchießlich, abermals getrocknet, wieder in die Lampe zu ziehen. Auch die Petroleumkannen müffen wie oben gereinigt werden, und man wird an der Lampe seine Freude haben.
Leder wasserdicht zu mache«. Englischen Matrosen verdanken mir folgende« Reeept: Ein Schoppen gekochtes Leinöl, 600 Gramm Hammelfett, 100 Gramm reines Bienenwachs und 60 Gramm Harz werden über Feuer langsam geschmolzen und gut vermengt. Die hierdurch erzielte Schmiere wird auf das sauber gereinigte Schuhwerk gestrichen und man kann stundenlang im Waffer mit denselben stehen, ohne daß Waffer durchdringt.
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Kastaniensuppe. Nachdem man die äußere Schale von soviel Kastanien als man braucht, entfernt hat, brüht man fie in kochendem Waffer und häutet fie ab. Dann dünstet man fie in etwas Butter und Zwiebeln, und füllt nach und nach mit Fleischbrühe auf. Dann treibt man die Kastanien durch ein Sieb, verdünnt so viel, wie nothwendig, mit Fleischbrühe, läßt die Suppe nochmal« auskochen und richtet fie über Kalbsmilchwürfeln und gebähten Weckichnitten an.
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Gebratene Leber. Die frische Leber wird gewaschen, von Haut und Sehnen befreit, in fingerdicke Scheiben zerschnitten, in Mehl umgekehrt und offen in gelber Butter und Speck etwa 10 Minuten auf beiden Seiten gebraten. Dann gibt man etwas Esstg, Waffer und Salz dazu, deckt e« zu, damit e» gedämpft wird und rührt die Sauce sämig.
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Bratheringe bereitet man folgendermaßen zu: Grün- Heringe werden sauber abgeputzt, gewaschen, eingesalzen und dann mehrere Stunden zugedeckt hingestellt. Hierauf wendet man sie in Mehl um und bäckt fie in Oel und Butter schön braun. Später übergießt man fie mit Essig, welcher vorher mit Salz, Pfefferkörnern, Lorbeerblatt, Thymian und Ettronen- schale gewürzt und tüchtig gekocht wurde. Doch hat man darauf zu achten, daß Essig wie Fische vollständig erkaltet sind, ehe man beide» zusammen gibt, weil die Häringe sonst weich werden und zerfalle«.
Gebackenes Hirn wird vorbereitet durch »bhäutel« und unter Zusatz von Lorbeerblatt, Gewürz und etwa« Essig gar gekocht, in Scheiben geschnitten, in Et und Mehl umgedreht und in Butter gebacken. So zubereitet, eignet fich da« Hirn al« Beilage zu feinen Gemüsen.
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Griesschnitten Zu einem Liter Milch rührt man 2 große Taffen feine» Grtesmehl, Zucker mit Citronenschale, Zimmt, Murkatblüthe, Salz und zwer Eidotter. Dann streicht man dies fingerdick auf flache Schüsseln, schneidet e», kalt geworden, in 3 Finger breite Scheiben, bestreut diese mit Mehl, dreht sie in Et um und bestreut fie mit Zwieback. Hieraus werden fie in Schmelzbutter gelbbraun gebacken.
Literarisches
Als einer der bestausgestatteten Kalender darf DrowifzschK Stetch»ral««dev gelten. Der vorliegende Jahrgang 1897 (210 Seiten in Ganzleinenband, Preis 1 Mk.) enthält vier größere, sehr hübsch illu- ftrirte Erzählungen, zeitgeschichtliche und populärwissenschaftliche Abhandlungen, Gedichte, eine Menge illustrirter Anecdoten rc.; das Kalendarium mit den Beigegebenen Notizen ist wieder von seltener Vollständigkeit- in der Abtheilung „Hausfrauenkalender" dürften sich »die Grundregeln der Erziehung" ungetheiltester Zustimmung erfreuen. In den VoMser- beilagen des Reichskalenders sind vier sehr ansprechende Genrebilder in Tonholzschnitt vorzüglich wiedergegeben.
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Vogelfeder-Arbeiten. In letzter Zeit hat man gelernt, Stoff, Stein, Holz, Leder, Metall, Glas u. s. w., kurz, allerlei Materialien in ganz besonderer Weise zu verzieren oder zu Verzierungen zu benutzen. Aber auch so manche Dinge, die man allgemein für nutz- und zwecklos hält, finden in geschickten Händen noch ihre Verwerthung und gar ost kommen dabei recht glückliche Ideen zum Vorschein, die unbedingte Nachahmung verdienen. Zu solchen Arbeiten gehören zum Theil die Vogelfeder-Arbeiten, über welche alles Wissenswerthe, Anleitung und Beschreibung die bekannte weitverbreitete Familienzeitschrist fluten Stunde* (Berlin W., Deutsches Verlagshaus Bong u. Co., Preis des Vierzehntagsheftes 40 Pfg.) in ihrem neuesten Hefte veröffentlicht, ein Artikel, der um so mehr zur rechten Zeit kommt, als sich genannte Arbeiten vorzüglich für den Weihnachtstisch eignen, lieber Haupt würde „Zur Guten Stunde" schon durch ihre practischen Winke in dieser Art unbedingt den ersten Platz unter sämmtlichen ähnlichen Zeitschriften behaupten, wenn auch nicht die sonstigen Darbietungen an Fülle, Reichthum der Jllustrirung und allgemeinem Interesse Alles in den Schatten stellten, was sonst die deutsche Journalliteratur erzeugt hat. So enthält beispielsweise das vorliegende neueste Heft einen ausführlichen, allgemein verständlichen, mit zahlreichen Illustrationen versehenen Aussatz über „Nansens Nordpolfahrt", dem sich ein Ferienausflug „In die Vogesen", die Beschreibung eines allerliebsten neuen Balltanzes „Mignon" in bildlicher, textlicher und musikalischer Vorführung anschließt, ebenso wie auch die werthvolle Abtheilung „Für unsere Frauen" wiederum des Wissenswerthen und Erprobten in HauS- wirthschaft, Gesundheitspflege, Haus- und Zimmergärtnerei, Frauenarbeit u. s. w. eine fast erdrückende Menge bietet. Die epochemachenden Romane „Die Sandgräfin" von H. Frenssen und „Ein Meteor" von Hanna Brandenfels vereinigen sich mit einer amüsanten Humoreske „Die Weckuhr", um auch in Unterhaltung das Mögliche zu leisten und die Gratisbeilage „Jllustrirte Klassikerbibliothek", welche Shakespeares Romeo und Julie fortsetzt, bereichert die Familienbibliothek um ein Werk von dauerndem Werthe.
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»Deutscher Soldatenhort*- Jllustrirte Zeitschrift sür das deutsche Heer und Volk. Herausgeber: General-Lieutenant z. D. H. v. Below. Preis pro Quartal 1,80 Mk. Verlag von Carl Sigismund, Berlin W., Mauerstraße 68. VIII. Jahrgang Nr. 6 erschien soeben und enthält: Zum Geburtstage Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich. — Der Vielliebchenkuß. Eine heitere Geschichte von Alwin Römer. — Indische Weisheit in Sprüchen. — Don Juan. Humoreske von Alex Richter. (Mit Abbildungen.) — Erzählungen aus dem Kriege. Von General der Infanterie z. D. v. Kretschmann. — Hubertus-Jagd hinter der Königlichen Meute. (Mit Abb.) — Im Bann der Wellen. Von Alfred Zeller. — Die Beinstellung von Pferden auf Bildwerken. — Spruch. — Eine Friedhofswanderung. — Der Gnadenschuß. (Mit Abb.) — Vaterländische Gedenktage. — Literarisches. — Vermischtes. — Splitter und Funken. — Räthsel. — Briefkasten. — Inserate.
Redaktion: Ä. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schm Univ ersttB«-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Schehda) in Gießt»,


