Ausgabe 
3.11.1896
 
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Untrchaltungsblatt Mm Gießener Anpiger (Grneral-Anpiger)

Das blaue Herz.

Itoman von Carl 8 d. Klopfer.

(Fortsetzung.)

Sie glauben also im Ernst, daß Herr v. Fröden auf meine Baroneß ein Äug' hat?"

Alle zwei, sag' ich Ihnen oder ich bin selber blind; blind, taub oder verrückt, was Sie wollen! Heute früh hat er im Schlaf zweimal leise, aber sehr schmerzlich Adele geseufzt. Und eine andere Adele al« Ihre Baronesse kennen wir nicht. Ich wußte daher im ersten Augenblick auch gar nicht, war ich davon denken sollte, aber al» er mir den

Auftrag gab, da» Büchel da hierher zu tragen und er der

Baronesse Adele zu geben sprach er mir den Namen ein

paar Mal und mit so einer eigenen Betonung, so ... so

gelassen sein wollend und es absolut nicht sein könnend na, da wußte ich über die geträumte Adele schon genau Bescheid. Es liegt auf der Hand, e» drückt ihm das Herz ab, ste al» Braut dieses Grafen Säbelscheid oder Degenstein zu kennen. Sehen Sie doch zu, suchen Sie Ihre Gnädige aurzuforschen, wie ich meinen Attachö I Vielleicht gelingt es Ihnen . . ."

Ste haben wirklich auswüchstge Ideen, das muß ich sagen!"

Halten Sie 's denn für so unmöglich, daß wir uns da als glückliche Heirathsstifter zusammenthun könnten?"

Für'» erste bin ich keine Spionin!"

Pfui: Das ist ein häßliches Wort bei einer so guten Sache, wie ste mir vorschwebt: ein kalter, durch mütterlichen Eigenfinn geknüpftes Band zu lösen, um e» durch ein natür­liche», von Herz zu Herzen, zu ersetzen!"

«Mir scheint, Sie hätten besser gethan, ein Dichter zu werden I"

«Die Liebe, sagt man, hat Manchen schon dazu gemacht !" declamirte der gefühlvolle Friseur patetisch.

«Na geben Sie mir endlich das Büchel!" lachte die Wetti und entriß ihm das Päckchen.Ich will'» der Baroneß auf den Schreibtisch legen. Was ist es denn eigentlich?"

«Er enthält Bilder, so viel ich in der Eile sehen konnte." Aha! Da« ist wa« für fie."

Sie malt selbst, sagten Sie?"

Na ob! Da schauen Sie einmal hinein!"

Wetti öffnete am Ende de« corridorartigen Borzimmer» die Thür zu einem großen Damenboudoir, da» halb al» Studirzimmer, halb als Maleratelier eingerichtet war.

Sapperment!" rief Nazi bewundernd.So war hab' ich seit München, wo ich ein paar berühmte Künstler zu barbiren hatte, noch nicht gesehen."

Er folgte der Zofe mit den Blicken nach dem Schreib, tisch an der einen Ztmmerwand, wo sie dar Packet nieder­legte. Ueber dem breiten Renaissance-Pult hing in reich- geschnitztem Goldrahmen ein lebensgroßer Damenbildniß, jetzt gerade von der Bormittagrsonne beleuchtet.

Ist dies vielleicht das Portrait Ihrer Baronesse?" fragte Ignaz mit begreiflicher Neugier und trat näher.

Nein, da« ist eben die erste Gemahlin des Grafen Degenstein, die Freundin Thekla; mein Fräulein malte sie, wenn ich mich recht erinnere, als sie auf der Rückreise von ihrer Hochzeitsreise mit dem Grafen hier Besuch machte. Seit der Zeit, glaub' ich, haben sich die beiden Schul­freundinnen nicht mehr gesehen. Aber was haben Sie denn?"

Ignaz stand am Schreibtisch, ganz in den Anblick de» Portrait« versunken. Er war ein Kniestück, buchstäblich ge- nommen, denn die Dame war bargestellt, wie sie in graziöser Pose auf einem rothen Plüschfauteuil halb kniete, dem Be­schauer da« reizend lächelnde, kindlich zarte Antlitz voll zu- wendend.

Diese» eigenthümlich blonde Haar,,' murmelte Ignaz gedankenvoll,diese reizende Haltung de« Kopfe« . . ."

Schau, schau! Der Herr Ignaz scheint ja bei hell­lichtem Tage zu träumen," bemerkte da« Mädchen mit piktrtem Lächeln.Die Frau Gräfin war freilich eine Schönheit, da« muß wahr sein, aber . . ."

Da wurde fie von einem Ueberraschungsruf des jungen Menschen unterbrochen. Ignaz hatte zuerst nur allein den Kopf de« Portrait« fixirt, jetzt hatte er aber eine nach seiner Meinung sehr interessante Entdeckung gemacht.

Da sehen Sie einmal her!" rief er, ganz blaß vor