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„Ach, da trauest Du Amerikanerinnen zu viel zu. Alles, was Kunst heißt, ist ihnen ein völlig unbekanntes Gebiet. Sie werden Beide zufrieden fein, wenn er Dir gelingt, Adelinens Schönheit gerecht zu werden."
„Das ist schwer, umsomehr, al» ich alle Augenblicke, wie auch heute erst, Absagen wegen Migräne erhalte."
„Leider," meinte Axel, zu Boden blickend, „befindet fich Adeline seit letzter Zeit nicht ganz wohl."
(Fortsetzung folgt.)
GeM-innütziges.
Um Feuer zu beleben. Ein vorzügliches Mittel, um das im Ausgehen begriffene Feuer sofort wieder zu beleben und die nur noch schwach glimmenden Kohlen in Helle Gluth zu bringen, ist — wie uns das Internationale Patentbureau von Heimann u. Co- in Oppeln mittheilt — Kolophonium, und jede Hausfrau sollte von diesem leicht zu aufzubewahrenden, äußerst wohlfeilen Stoffe einen Vorrath halten. Ein kleines Stückchen reicht hin. um die verglimmenden Kohlen in Gluth zu versetzen, da da» Kolophonium schmilzt und sich über das glimmende Feuerungsmaterial ergießt, wodurch Flamme und Hitze in kürzester Zeit zunehmen.
ttm Gläser, Lampencylinder u. dergl. vor dem Zerspringen zu fichern, bringt man das Glas in ein mit kaltem Wasser gefülltes Gefäß, mengt etwas Salz hinzu und läßt da» Wasser über Feuer kochen. Hat das Wasser einige Zeit gekocht, so läßt man es möglichst langsam erkalten. Das so behandelte Glas springt nicht bei der schnellsten Abwease- lung von Wärme und Kälte. Dieses Mittel läßt fich auch bei Töpfergeschirr, Porzellan und Figuren anwenden.
Reinigung der Weinflaschen. Uureine schmutzige Flaschen reinigt man gründlich durch Umschütrein mit kleinen Stückchen zerschlagenen, gewaschenen Quarzes und etwas Wasser- Die spitzen Ecken und scharfen Kanten de» Quarze» nehmen jeden Schutz, welcher in den Flaschen haftet, ab.
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Reinigung der Flaschen von Moder- nnd Schimmelgeruch. Man vermischt frisch geglühte Holzkohle in gepulvertem Zustande mit Wasser, spült damit die Flaschen und läßt das Wasser längere Zeit unter öfterem Umschütteln in der Flasche stehen, bis der Moder- und Schimmelgeruch völlig verschwunden ist.
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Reinigung übelriechender Flaschen, Ballons re. Fertige, unreine und übelriechende Flaschen und Ballon» reinigt man gründlich, wenn man reine Sägespäne in dieselben gibt und diese mit ganz wenig Wasser zu einer dickbreiigen Masse rührt und tü dtig umschüttelt. Wenn nach der ersten Prozedur eine vollständige Reinigung nicht eingetreten ist, wird dieselbe bi» zur gründlichen Reinigung wiederholt.
Rostflecke« aus Kammgaruwaare« (Trieot, Strickwaaren) zu entferne«. Die Rostflecken in Kamm- garnwaaren werden mit Wasser angefeuchtet und durch Betasten mit einer Lösung von 10 Gramm Oxalsäure (giftig I) in 100 Gramm Wasser entfernt, worauf mau den betreffenden Theil des Gegenstandes sorgfältig mit Wasser auswäscht, damit keine Säure in demselben zurückbleibt.
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Uhrkette« zu reinigen. Ein Weinglas voll starker Essig und ein Eßlöffel voll Salz werden in eine Schüffel gegeben, die Kette htneingelegt uub 10 bis 15 Minuten darin liegen gelassen, bis der anhängende Schmutz aufgelöst ist. Darauf wird die Kette herausgenommen und gut zwischen den Händen gerieben; endlich mit reinem Wasser gewaschen
und mit einem feinen Tuch gut abgetrocknet. Durch dieses einfache und billige Verfahren wird sie schön glänzend.
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Begonteu-Kuolle« pflanzt man im März im Töpfe in kräftige Garten- oder Mistbeeterde und stellt dieselben im wgrmen Zimmer (10—15 Grad R.) am Hellen Fenster auf, und pflanzt sie, sobald man sie nach und nach an die freie Luft gewöhnt hat, Mitte Mat, nachdem keine Nachtfröste mehr zu fürchten sind, an eine sonnige Stelle des Gartens oder kultivirt sie im Topfe weiter. Sie gedeihen in jeder sandigen, lockeren Erde.
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Korkmosaik. Vielleicht kennen unsere lieben Leserinnen die hübsche Arbeit, welche man mit dem Namen Korkmosaik bezeichnet. Es ist eine Arbeit, wie sie einfacher kaum gedacht werden kann. Man macht zuerst die Grundform zu einem beliebigen Gegenstands (z. B. Bilderrahmen, Wandbehälter für schwedische Zündhölzer, kleine Etagöre u. s. w.), aus dünnem Holze oder aus Pappe und beklebt diese dicht mit unregelmäßig geschnittenen Korkstückchen etwa von der Größe eines 20-Pfennigstücke». Nachdem die» mit nicht zu dünnem Leim geschehen, überzieht man da» Ganze mit Kopallack. Sehr niedlich sieht e» aus, wenn man einige Spitzen der Rande» mit Goldfarbe bestreicht, jedoch vor dem Lackiren. Man kann auch kleine Bouquets von getrockneten Gräsern und Blumen in geeigneter Weise anbringen.
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Käsetorte. Man mache einen Butterteig von 550 Gramm Mehl, 125 Gramm Butter, 125 Gramm Zucker und einem Ei und lege sodann die bestrichene Form damit au». Von 3/i Liter Milch und zwei Eßlöffel Mehl koche man einen Brei, lasse ihn einstweilen erkalten, rühre 60 Gramm Butter leicht, bringe 3/i Kilogramm weißen Käse, 125 Gramm Zucker, 5 Eigelb, eine Messerspitze Zimmt, den Saft und da» Abgeriebene einer Cttrone in den Mehlbrei, sowie da» zu Schnee geschlagene Eiweiß, vermenge Alle» gut, fülle die Tortenform und lasse e» eine halbe Stunde backen. Der Käse reicht zu zwei Torten.
Kathederweisheit. „Verehrtester, das Speisepulver scheinen Sie nicht erfunden zu haben!" — „Sitzt schon wieder einer dieser Schlingel am offenen Fenster! Wenn aber einer vom zweiten Stock hinunterstürzt, dann will'» wieder keiner gewesen sein!" — Lehrer: „Da die ganze Klasse heute so unartig war, so werden zur Strafe Alle die Ausgabe zehnmal — auswendig lernen!"
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Auch ein Vergleich. Der kleine Karl: „Papa, denke Dir nur, ich habe in der Menagerie ein Rinocero» gesehen, da» war noch viel.dicker und größer als Du."
Baugrund. Erster Schusterjunge: „Wer hat Dir Deine Haars verschnitten?" — Zweiter: „Meine Meestern." — Erster: „Na, die hat sich's aber leicht gemacht." — Zweiter: „Wieso denn?" — Erster: „Na, die hat Dir ja lauter Treppen geschnitten, daß sie Dir leichter auf die Bude steigen kann."
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Anspruchslos. Bräutigam: „. . . In drei Wochen sind wir verheirathet!" — Millionärstochter: „Ist dann aber auch Italien bereits für unsere Hochzeitsreise reservirt?"
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Ein Wink. Sergeant: „Natürlich, wenn man jede Woche eine ganze Kiste Fressalien bekommt und sie alleine verschlingt — dann geht der Bauchaufschwung freilich nicht!"
Redaktion: A. Scheyda. — Druck und Berlag der Brühl'schen Univcrsikats-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Gießen.


