Ausgabe 
2.7.1896
 
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hätte, der sie aus dem Fluß gezogen hat, was Du doch nicht leugnen kannst, diese großartige Geschichte! Deswegen ist sie doch nicht verloren, und bann, hast Du nicht gehört, daß er fortgeht? Wenn er zurückkehrt nach drei Jahren, ist schon viel Wafler unter der Brücke des Stty hindurchgefloffen. Na, nun komm' und setz' Dich wieder an den Tisch. Da hast Du Deine Mamaliga (Maisgries) über dieser dummen Ge­schichte kalt werden lasten. Was für ein Glück für Dich, daß Du eine Frau hast wie ich! Wenn ich nicht immer da wäre, um Dich an Dummheiten zu hindern und den Frieden im Hause herzustellen! Und nun läflest Du das Kind in Ruhe, ganz und gar, nicht wahr? Weißt Du denn nicht, daß sie doch immer nur unserem Willen folgen wird und daß wir sie eines Tages ganz nach unserem Belieben verheirathen können?"

VII.

Fast drei Jahre waren vergangen, seit Hans Dolina verkästen hatte, um zu seinem Regiment zu gehen, und die Bewohner des Pfarrhauses schienen seine Existenz vollständig vergessen zu haben.

Wenn Binia noch an ihn dachte und an hohen Festtagen stets einen ängstlichen, leider immer enttäuschten Blick auf die dicht gedrängte Gruppe von Männern auf der rechten Seite der kleinen Capelle warf, da sie immer hoffte, darunter das Profil des Abwesenden auftauchen zu sehen, so hatte fich doch Niemand darum gekümmert oder es bemerkt, und ihr kleines, blasses Gesicht verrieth auch nicht« von den Gedanken, die sie beschäftigten.

Uebrigens hatten Thymostäus und seine Gattin gerade j tzt ganz Anderes int Kopf als dergleichen Geschichten. Ein großes, seit langer Zeit mit taufend klugen Maßregeln vor­bereitetes Ereigniß sollte endlich vor sich gehen und schon wurde in der Gegend dar Gerücht laut, daß der Pope seine Tochter verheirathen würde.

Seine Tochter welche denn?" fragten die Leute neu­gierig.

Nun, die hübsche, die blonde!"

Ach, Sofronya?"

Ja, die älteste von den sechs, und eine famose Partie macht sie 1 Vincenz Rayski, den Thierarzt, den größten Politiker der Umgegend; das ist ein braver Mensch und unermüdlich fleißig! Jetzt wird sie die Nase erst hochtragen, die Popadia. Man denke nur, eine Popentochter, die einen polnischen Edel­mann heirathet! . . . Thymostäus muß den Plan lange über­legt haben, der alte Fuchs, denn es verging keine Woche, ohne daß er unter dem einen oder dem anderen Vorwande zu dem jungen Manne kam; da war ein Pferd krank oder eine Kuh gab keine Milch; wenn es möglich gewesen wäre, er hätte seine ganze Familie von ihm behandeln lassen. Der wird da eine schöne Dummheit machen, der Rayski; ich hätte ihn für klüger gehalten. Ja, wo die Liebe mit im Spiele ist!"

Die Gerüchte, die in der Gegend umliefen, waren that« sächlich begründet. Sofronya, die älteste Tochter des rutheni- schen Popenpaares, hatte das Herz des jungen, heißblütigen Thierarztes aus dem benachbarten Städtchen int Sturm er­obert. Diese Verbindung war eine unverhoffte Ehre für die Familie Jvanicki, denn die junge Popadia trat damit aus der bescheidenen Lebenssphäre, in der sie geboren war, hinaus in den Kreis des kleinen polnischen katholischen Adels. Das Herz der guten Diotyma, die stch manche DemÜthigung von den Gevatterinnen in der Stadt hatte gefallen lassen müssen, hob sich in stolzem Bewußtsein bei der Aussicht auf dieses un­erwartete Glück. Sofronya würde ja nicht nur mit der Gattin des Richters, sondern auch mit der Frau Hauptmann, der Frau Doctor und den anderen Honoratiorendamen gleich­berechtigt sein und dazu noch da» Vergnügen haben, die Apo« thekersfrau, die Popadia und alle Jüdinnen des Ortes mit herablassender Gönnermiene bei Seite zu schieben.

Ja," sagte Diotyma und that dabei einen Freudensprung, so leicht wie ihre Beleibtheit es ihr gestattete,ich habe es immer gesagt, daß dies Kind der Familie zur Ehre gereichen

wird. Wie schade, daß Binia nicht etwas mehr, wie soll ich sagen, etwas weniger . . ."

Na, nur Geduld, Diotyma," antwortete der Priester, ich habe auch für sie meinen Plan; Du wirst schön erstaunt sein!"

Der junge Thierarzt, der eine so begehrenswerthe Partie zu fein schien, war ein leidenschaftlicher Pole. Al« Mitglied verschiedener politischer Vereine, in denen es laut und lärmend zuging, sprach er viel und oft in den Clubs und seine Reden waren so hinreißend und zündend, daß es nicht selten vorkam, daß seine begeisterten Zuhörer ihn in die Höhe hoben und im Triumph und unter Hurrahgeschrei durch den Saal trugen-

Sein gar zu feuriger Patriotismus erschreckte die furcht­samen oder friedliebenden Gemüther. Er hatte nichts Ge­ringeres int Sinn, als mit Feu r und Schwert gegen Die­jenigen vorzugehen, dis feine Ansichten nicht theilten. Daher war auch die Zahl feiner Anhänger verhältnißmäßig klein; da et aber ein sehr gutmütiger Mensch war, erfreute er sich allgemeiner Beliebtheit. Eine feiner fixen Ideen war die Vereinigung der Ruthenen und Polen. Diesen Gedanken wollte er nun durch seine Heirath mit der hübschen Popen­tochter praktisch zur Ausführung bringen. Er glaubte in seinem zukünftigen Schwiegervater, der entschlossen für feine Gesinnungen Partei nahm, eine sichere Unterstützung gefunden zu hüben.

Die Beharrlichkeit, mit welcher der Priester alle seine Vorträge besuchte, hatte ihn schon lange erbaut und als sie in der Folge gelegentlich in nähere Beziehungen traten, nahm ihn die Begeisterung des ehrwürdigen Herrn vollständig für denselben ein.

«Sie sind ein wahrer Patriot, Thymostäus Jvanicki," rief er eines Tages.Ach, wenn alle ruthenischen Priester wie Sie wären, welcher Machtzuwachs, welche Hilfe für unsere Partei! Ich werde Sie bei bett nächsten Wahlen zum Ab- georbneten vorschlagen .... Männer wie Sie dürfen nicht unbekannt bleiben."

Und der Priester hatte bescheiden geantwortet, er würde stolz sein, die gute Sache im Landtage zu vertreten.

Nach und nach setzte Thymostäus keinen Fuß mehr in die Stadt, ohne seinen neuen Freund aufzusuchen, und es machte sich wie zufällig, daß die hübsche Sofronya ihn öfter begleitete.

Zu Anfang war dieser Umstand Vincenz nicht angenehm. Da konnte man ja gar nicht mehr reden! Aber die ernsthafte Haltung de« jungen Mädchens und besonders die außerordent­liche Vorliebe, die sie im Gegensatz zu den meisten ihres Ge­schlechts für politische Dinge zu haben schien, hatten ihn be­zaubert und während seiner weiten Wege durch das Land verfolgte ihn der weiche, liebkosende Blick ihrer schwarzen Augen, die so sonderbar an ihm hingen. So war, ohne daß er selbst wußte wie, in seinem Geiste der lichtvolle Gedanke dieser allegorischen Verbindung entstanden, deren lebendige Verkörperung Sofronya und er sein sollten-

Eines Tages, als Thymostäus allein zu ihm gekommen war und mit ihm eine Flasche alten Tokayer leerte, erhob der junge Mann plötzlich sein Glas und sagte mit feierlichem Tone:Ich bin Pole und römisch-katholisch, Thymostäus Jvanicki, Ihre Tochter ist unirte Ruthenin, also gleichfalls von Rom abhängig. In zehn Jahren müssen Polen und Ruthenen sich die Hand gereicht haben und nur eine Familie bilden- Wollen Sie indessen den ersten Markstein zu dieser Verbindung errichten und mir die Hand Ihrer Tochter be­willigen?"

Sein Gesicht röthete sich und seine feurigen Augen leuch­teten, während er diese Worte lebhaft gestikulirend und mit schallender pathetischer Stimme sagte.

Endlich," dachte der Pope voller Freude, als er den Fisch an dem so lange hingereichten Köder anbeißen sah.

Einige Tage später wurde es Vincenz gestattet, zu den Füßen der hübschen Popadia seine Liebe und seine Hoffnungen niederzulegen. (Fortsetzung folgt.)