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Hintere dieser beiden war die Bude mit den leuchtenden Fenstern. Die war also für das Ehepaar aus Magdeburg, und im Zimmer neben dem meinen — Lonny, meine Herren, Lonny! Denken Sie sich dieses!
r, ti^a8(J8r einschlafen, wenn man von einem
geliebten Wesen nur durch eine armselige Hotelwand getrennt x il! ich diesen Abend kennen. Kriegte '-denn auch längst noch nicht fertig. u
Ob sie wohl an mich dachte, -he sie ihr süßes Köpfchen dem Sch ummer überließ? - Ich sage Ihnen, hatte ich tags zuvor geschwärmt wie ein Fähnrich — nun himmelte ich wie ein Kadett. Ich Urkaffer!
Und dabei doch hundemüde, wenn's mit der Ruhe auch momentan nicht preffirte. Es war so äquatorhaft schwül in oem Schlaskasten, obwohl er zehnmal so gut war wie der gestrige. Lag aber mäuschenstill - wollte doch dem lieben Mädchen nebenan den Schlaf nicht stören. Dachte derweile an tausenderlei Mögliches und einiges Unmögliche, und wie cn!tfcitt,nr®en Qnfttl,9cn wollte, ihr das Richtige und momentan Rothigsts ans Herz zu legen, nämlich, daß sie doch Frau Hauptmann werden möchte, und was dann wohl die Kameraden im Regiment sagen würden, wenn ich meiner Rückkehr vom Urlaub so'ne innige Anzeige — wissen Sie, so eine mit einem eingepreßten L und einem E — denn ich heiße Eduard — hübsch verschlungen, vorausschickte. Auf Büttenpapier. So was war damals gerade Chik, möglichst grob ausgefranstes. Und wie der biedere Apel sich freuen würde! Der gute Kerl hatte immer emTendre für gemüthlicheHäuslichkeit; so lange er selbst die richtige Drehe nicht kriegen konnte, sollte er bei »ns Hausfreund werden. Eine treuere Seele gab's ja nicht. < unser Phantasiekasten zu Wegs bringt, wenn man Nachts ! ^schlafen kann, geht gar nicht auf 'ne Kuhhaut. Dazwischen | oilbete ich mir ein, ihre — ich meine Lonny's — ruhigen Athemzüge durch die Wand hindurchzuhören. Das Herz stieg ul'r bis in den Kehlkopf. — Run seufzte sie. Alpdrücken! dachte ich und bedauerte die Aermste. Im nächsten Augenblick I aber ging s los. Und was ich da ausgestanden habe, dagegen war alles Dagewefens wie ein Wurstelprater gegen 'ne Weltausstellung. Brr!
Pitsch schüttelte sich und wischte noch beim Erzählen den I Schweiß von der Stirn.
„Habe 'mal was von Dantes Hölle gehört. Soll ein grausig Gewimmer drin herrschen. Schlimmer als meines kanns aber wohl nicht gewesen sein, wenn auch lauter. Ich wimmerte mehr innerlich - ja, ich weiß doch nicht mehr recht, ob ich nicht wirklich geheult habe."
„Was war denn los?" fragte Heller.
Pitsch machte große Augen.
„Sie — schnarchte! — schnarchte, daß ein Stein hätte davon lebendig werden können, daß mein Haar sich sträubte — schnarchte unerbittlich. Die vergangene Nacht in verschreck- lichter Auflage!"
„Que faire ? — — Klopfen?Z--Wozu?--
Wenn sie Gewohnheitsschnarcherin war, so wie die--
die —"
„Cousine," ergänzte Herr von Wolfrum.
Pitsch nickte.
„Sehen Sie, dann war's unnütz, sie zu wecken, sie änderte dann höchstens die Tonart von Moll in Dur oder so und ich — ich schlief ja ohnehin nicht mehr. Diese Nacht nicht. Das war mir nach zehn Tarten sonnenklar."
Ich aus allen Himmeln! Was sollte ich nun noch in ihrer Nähe? Nun nach dieser schauderhaftesten aller Entdeckungen! Für einen Augenblick faßte ich wohl die Idee, das Schnarch- fieber möchte am Ende doch vorübergihen, und ich nannte mich im Stillen einen Präriebüffel, weil ich ihr — Lonny — Unrecht gethan hatte, wenn auch nur in Gedanken. Mache also mit 'nem dircreten Klopfen die Probe. Erfolg wie gestern - Ein Seufzer, dann neues Gelohre, zum Rasen.
Ich revoziere den Büffel und stehe auf. Licht angerissen,
Refcoctton: A Echeyd«. Druck und Vertag der Brühl'schen UmverstMS-Buch- und Stcindruckerei (Pietich & Scheyda) in Gießen.
»ach der Uhr gesehen. Halb eins! Kleide mich an. Und dar ist das Ludermäßige bei so ’ner Sache! Das Gesäge wird immer lauter, je länger man's anhört. Schließlich das Fenster geöffnet. Eine Nacht zum Küssen, versichere ich Sie! Aber meinen Sie, das schauerliche rr — rr — bhrr — rraps — wäre mir auch nur eine Minute aus den Ohrlöchern gekommen » Das hatte der Kuckuck aus! (Fortsetzung folgt.)
Ertevcrvisches
Zwei prächtige Erzählungen erscheinen gerade jetzt, und z»e>- j nebeneinander, in der bekannten Wochenschrift »Dies Blatt aehöti Ser eine Roman, unter dem Titel „Das m* Geschlecht", stammt aus der Feder von Bertha von Lancken und ist s» recht eine Seetüre für Damen, da im Mittelpunkt der Handlung eine Heldin steht, welche der ganzen Sympathie weiblicher Leser von vorn- herem sicher fern kann. Der andere Roman „Im Ausstand" schildert das Leben der Arbeit, sowohl vom Standpunkt der Arbeitgeber wie der I Arbeitnehmer, und obwohl auch in dieser Erzählung eine weibliche Figur zu den Hauptpersonen gehört, so bietet der „Ausstand" im Geaen- iatz zu „Em neues Geschlecht" der Leserin doch auch noch Einblicke in I praetlsche Leben und Treiben, wogegen die bewegenden Kräfte des I Romans mehr Herzenstriebe sind. — Die in ihrem gesammten Inhalt ausgezeichnete Wochenschrift enthält außerdem des Practischen und Anregenden ungemein viel; die vorzüglichen Mode-, Schnitt- und Handarbeitsvorlagen seien noch besonders hervorgehoben. „Dies Blatt I hehort der Hausfrau!" erscheint wöchentlich, also dreizehnmal im Biertel- lahr; der Abonnementspreis von 1,40 Mk. ist somit ein sehr billiger.
I » Jtem Ü? wöchentlich im Durchschnitt nur auf wenig über 10 Pfa Jede Buchhandlung oder Postanstalt übernimmt Bestellungen.
Wiener Modebericht. Die englische Fagon in Wiener Varia- t'°n lft entschieden modern, hauptsächlich kurze offene Jäckchen mit I Patten-, Fallen- oder glatten Schößchen. Außerdem werden neuartige Blousenformen hergestellt. Aermel und Röcke werden schmäler. Originelle und doch einfach auszuführende CoMposirionen dieser Art finden wi- un eben erschienenen Heft 13 der „Wiener Mo»«-, das in allen Buchhandlungen zur Ansicht aufliegt. Mit diesem prachtvoll ausgestatteten Heft, das mit der Gratisbeilage „Wiener Kinder-Mode" über 100 praetische Garderobestücke für die Frühjahrssaison enthält, beginnt ein neues Abonnement. Preis per Quartal 2 Mk. 50 Pfg.
®in Extrazug zur Berliner Gewerbe - Ausstelluna geht m den nächsten Wochen wohl von jeder Stadt aus nach Berlin und wertesten Kreisen wird Gelegenheit geboten werden, im Laufe dieses Sommers die Reichshauptstadt und ihre Herrlichkeiten kennen zu lernen Man rüstet sich allenthalben zu dieser Reise und an die Leserinnen tritt dre Beantwortung einer schwierigen Frage heran, die Beantwortuna der Toilettenfrage. Die Zeiten sind vorüber, in denen die Dame aus der Provinz» gewissermaßen das Recht hatte, in altväterischem Costüm m der Hauptstadt des Landes zu erscheinen. Im heutigen Zeitalter des Verkehrs setzt jede Dame ihren Stolz darein, mit ihrer Toilette „auf der Höhe" zu sein und die Dame aus der fernsten Ecke der Provinz gießt in Chic und moderner Eleganz der Großstädterin nichts nach. Im Gegentheil, sie will, wenn möglich, die Aufmerksanckeit die Bewunderung der Berliner Damen erregen, wenn sie zur Ausstelluna nach Berlin kommt. Wie leicht aber wird es auch den Damen beute gemacht, sich über das „Allermodernste" und „Allerbeste" ständig zu Dtienttren. Wir brauchen nur die Namen »ModkUwelt- und ^kEN-Zeitung» zu erwähnen, um ein verständnisvolles Lächeln um schone Damenlippen spielen zu taffen. Das ist das kleine Geheimnrß der Toilett-nftage! Man kann sie leicht lösen wenn m“n zuverlässige, getreue und so wenig kostspielige Rathgeber in
„ ertcn'ra®en ~ Abonnements nimmt jede Buchhandlung und Postanstalt an, — wie die obengenannten beiden Herolde des Ge- schmacks und des Chics.
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....Das erste Quartal der ,91 tu en Mus» Zeitung- Jahrgang 1396 enthalt eine Novelle von H. Wachenhusen, Humoresken von P Jtofewr und I. v. Bitzer, musikpädagogische Aussätze von K Zu-' schneid, Beßmertuy (Rubmsteins Lehrmethode), 0r. Haase (E. M v. Webers Claviercompositionen), eine Reihe musikgeschichtlicher Artikel einen Essay über Operndramaturgen von Paul Moos, kritische Besprechungen neuer Werke der Musikliteratur, Skizzen über Componisten der Gegenwart, Biographien von Virtuosen mit deren Bildnissen Tableaux englischer Tonkünstlerinnen und der Mtglieder der Frankfurter Oper Urtheile über alle wichtigen musikalischen Erscheinungen im Eoneertsaal und über neue Opern, Anecdoten aus dem Leben von Musikern Rofiren über das Musikleben der Gegenwart. Die werthvollen Musikbeilagen bringen Clavierstücke von Fr. Zierau, Bruno Wandelt, Cyrill Kistler, Paul Höste, Lieder von Theodor Röhmeyer, Paul Gäbler, Jstr,m Malling, Ernst Hartenstein, A. Räubert und ein Duo für Glatter und ®eige von Aug. Reiser. Probenummern sendet der Verleger Earl Grüninger in Stuttgart gebührenfrei.


