155

und ihrem Sohne bett Hauptplatz um den runden Sophatifch I < einnahm, auf dem die Lampe stand und einige Albums zum I I Anschauen aurgebreitet lagen. h»,,***«,«» I'

Wann feiern wir denn wieder Verlobung, Muttch.n? I fragte Curt, lachend auf das Paar in ^r Ecke deutend.Es scheint mir, dort brennt es auch schon lichterloh. |

Eva vonStrachwitz folgte mit den Augen semem Blicke, I schüttelte dann aber leise den Kopf. 9T1,x

D-4 h>*n W die der Herr Legationsrath sich erwählt habe.

Von einer Anderen?" fragte nun. auch die Geoeim räthin, aufmerksam werdend.Davon weiß ich ja gar mchts, WCt ^o,8 wenn Ne nichts davon wisien, Frau Geheimräthin, I ich möchte keine Jndiscretion begehen."

Curt lachte unbändig. t \

wäre ein Spaß 1 Eine Andere also! Blithe zum | zweiten Male von dem geliebten Vetter kalt gestellt! Ist aber I meiner stolzen Cousine schon recht. Will sie etwas ganz Be-> | Anderes sein, so stellt sie sich damit außerhalb des Begehrens. Und wenn sie durchaus eine alte Jungfer werden will, wer kann sie daran hindern? Ich wette darauf, sie allein trägt die Schuld daran, daß e» so gekommen ist."

Die Geheimräthtn schüttelte nachdenklich den Kopf, Eoa vonStrachwitz meinte aber:Wie können Sie noch von alten | ^unafern sprechen, Herr von Willrich, die Riebt» heutzutage nicht mehr. Das ist ein veralteter Begriff. Man wird es demnächst auch bei uns einführen, wie es in anderen Ländern ja lange schon Sitte ist, daß die Mädchen in einem gewissen Alter auch mit dem TitelFrau" angeredet werden. Damtt hört dann auch die Zurücksetzung inder ^iellschast auf unter der die Unverheiratheten hier und da noch zu leiden Hadem

Und damit meinen gnädigste Comteß, sei Alles erre cht, was ein Mädchen sich nur wünschen kann? warf der Lieu« -enant beiter ein.D, mein Gott, wie niedrig stehen wir Männer da bei Ihnen in Geltung! Und das vielgepriesene Glück der Liebe, ist das auch nichts? Oder verbannen sie die Liebe für die Zukunft ganz aus dem menschlichen Leben?

Die junge Comteß hob den hübschen Kopf mit einer

S« °---d-n pE»°-° V°E

hörte ich den Kellner renommiren.Frau Gräfin Recha oder so ähnlich klang der Nameverlassen dann Saßnitz, desgleichen Herr Baron von Wolldorf nebst Frau Gemah.in und Dienerschaft da haben die Herrschaften eine phano« Enale Collection. Dies Appartement hat ja auch nur das Fncommando, daß die Pisce hinter dem Vorderzimmer nur durch dieses hindurch zugänglich ist indeffen v^llelcht wenn hinten der gnädige Herr mit Frau Gemahlin und vorn b08 6Än aSÄunte t»er.Wir bleiben hier. L-ffen Sie unser GeV herausschaffen.» Der Rest der Worte war

Äer^Dittos Stimme hatte ich deutlich unterschieden. , Eine ganz niederträchtige Freude krabbelte mir durchs Gebein.

Sie war da. Alle waren da! Mir nachgefolgt! Daß ich nicht gegen die Wand trampelte und rief: "Ditto und rcnnnvXip ick bin hier» Kinder, das war rein Alles! Zunächst schalt ich mich einen dreifach quadrirten grünen Esel daß ich nicht noch ausgeblieben war. Was hätte bas fürtt gemütliches Dasein auf der Veranda unten gegeben. Und vielleicht - was für'» Finale! Diesmal gelang mir der Vers beffer und ich beschloß, ihn am folgenden Tage auf' Ä«*.6Mt di« G-U-di- wdhl i« d-m ta-W rufit Re so Ücker, da ruht sie so warm aber nachher kam mir 'ne Jsee als hätte ich bei irgend einem Skribifax schon 'was Aehnliches gelesen. Mag sein. Habe mir auf Litteratur niC Eßt^hr, was ich nun that? Stand auf und sah durch's Fenster. Erst in den Mond, der ein GMt schnitt, so fidel wie'ne besoffener Zaunkönig, dann - Donner und Doria recht» von meinem Fenster glänzten zwei andere, deren Rront sich mit der des meinen rechtswinkelig schnitt- Sie gehörten zu einem kleinen Anbau. Nun flammte hmter benäeaug driibm Lichl auf, und ich muß!« ®ibt" an ma, bet Sin,a», ,u dem AppatiemenI, *8«»« bte zwei von den Ditto» belegten Stube« genannt hatte, und dt

""°'"L?LL7.?d-4 di« Männer metden ft« bin Mühe geben müssen, sich unserer werth zu machen; denn nur den Würdigsten wird da» Glück zu Theil werden, geliebt, erwählt^ zuwerden. Curt, komischem Entsetzen mit beiden Händen in da» schön gekräuselte Haar

mh« ia schlimm ergehen. Aber wtffen Sie, gnädigste Comteß, L»Trost können' Sie uns Armen doch nicht nehmen, den | Nämlich, daß die Liebe blind ist."

.Das wird sie nicht mehr sein, wenn die Frauen künftig« hin beffer geschult werden und richtiger denken lernen.

9 Dann freilich find wir verloren. Gott sei gedankt, daß «» Frauen dieser hervorragenden Art heute noch nicht zu viele flieht. Wer weiß, ob wir sonst Elly» Verlobung so fröhlich hätten feiern können. Und sehen Sie einmal dort, wie die Beiden im Erker sich so glücklich in die Augen sehen. Ist das nicht auf alle Fälle beneidenswerth? Grau, theurer Freund, ist alle Theorie und grün de» Lebens goldener y"Ut®ie Geheimräthin hatte sich an dem Gespräch nicht be» iheiligt, ihr Auge ruhte unverwandt auf Käthes vom Hinter« gründe der dunklen Tapete sich scharf abhebendem Quilitz, das ihr ganz besonders bleich und wie von innerem Seelenleid schmerzlich verzogen schien.

Wenn es wahr wäre, wenn Axel wirklich bar<m dächte, sich eine Andere zu wählen! ging es ihr durch den Sinn. Arme Käthe, sie hatte schon das erste Mal s4wer gelttten als er sich so plötzlich mit jener Amerikanerin verlobte, wenn sie auch zu stolz war, ihr Leid zu gestehen. Und nun? Im Geheimen hatte sie doch wohl gehofft, so abwehrend sie sich

auch gegen jede Anspielung verhielt, daß er von ihr ^4 trösten lassen werde. Wer sie nur sein mag, die Eoa von Strach witz gemeint hat? (Fortsetzung folgt.)

Mm der Mot von Mch Mi heuchele.

Humoreske von Hermann Birkenfeld.

(Fortsetzung.)

Die Anderen - die Dittos - würden ja nun wohl wissen, wo ich 'rumkraxte, und wenn Frau Cölestme noch für zwei Pfennig Interesse an mir und ihrem Heirathrproiect nahm so suchten sie mich auf. Morgen kam ja auch noch ein Tag, und zum Nachlaufen und flirt war ment graues i mtE Mochte denn ein Stundener zwei geschlafen haben, da werde ich wach- Halb von der afrikanischen Hitze inder engen Bude, halb von einem Gespräch auf dem Korridor.

^Und"die?sin?d^einzigen noch freien Zimmer?" ho:te ich 'was Weibliche» fragen.Nun, wtr müssen eben fücleb nehmen, zumal Sie ja sagen, für morgen seien die Aussichten besser. Meinst Du nicht auch, Richard? . ..

Als Antwort ein Gebrumme, das ich nicht v.rstand. Aber die Damenstimme kam mir bekannt vor- Frauenzimmer haben fo'n fabelhaft prononcirtes Organ - braucht nicht ! 'mal scharf zu sein, und dies war s auch fein brsch-n I man versteht'« doch leichter als unserei«. Hatte da ntK eine ^itt sie zur Geschichte?« fragte Heller

Pitsch gab das Gegentheil zu; so blieb bte Frage I straflos. fortdies war Frau Cölestins Ditto! Können sich allensalls ausmalen, wie ich nun mein Trommel-