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Auch der Barbier mußte zur besonderen Dienstleistung | und Krankenpflege im Forsthause bleiben, weil ein Transport des Barons gänzlich ausgeschlossen war.
Der Förster, der bei der Operation zugegen gewesen, hatte die Kugel sofort an sich genommen und den Herren, die draußen aus Bänken und Stühlen Platz genommen hatten und Kaffee tranken, später die nöthige Mittheilung gemacht.
„Er kommt also durch, Gott sei Dankl" Das war das erste Gefühl, das sich jetzt Bahn brach.
„Er lebt wenigstens noch, meine Herren," setzte der Notar mit einem Seufzer hinzu, „hoffen wir das Beste."
(Fortsetzung folgt.)
GeineinnÄtziges.
AllzuhLustges Begießen der Zimmerpflanzen vermeide man. Man überzeuge sich zuerst, ob wirklich die Trockenheit der Topferde eine derartige ist, daß sie eine Bewässerung nöthig hat- Dies läßt sich dadurch prüfen, daß man ein wenig Erde zwischen den Fingern zerreibt, die sich wie trockener Staub anfühlen muß, wenn sie wirklich aus- getrocknet ist. Das Grau-Aussehen der Erde ist kein sicheres Merkmal dafür, daß sie gänzlich trocken geworden ist, denn ein sehr sandiger, überhaupt mehr leichter Topfpflanzenboden erhält leicht, wenn seine oberste Schicht bereits trocken zu werden beginnt, eine grüne Farbe. Bei frisch verpflanzten oder neu etngetopften Gewächsen verwende man nur eine feinlöcherige Gießkannenbrause, außerdem würde die noch fein- krümelige Erde sehr bald durch das harte Ausprallen des aus dem Gießkannenrohre hervorsprudelnden Wasserstrahls zu- sammengedrückt werden, eine bindige, undurchlässige, oberste Schicht bilden.
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Birnen brau« zu rochen- Gute Birnen werden geschält, in der Mitte durchgeschnitten und, nachdem das Kerngehäuse entfernt, in Wasser gelegt. Dann thut man etwas frische Butter nebst etwas Zucker in eine Kasserole und legt die Birnen ohne weitere Flüssigkeit als das Wasser, das daran geblieben ist, hinein. So läßt man sie langsam dämpfen und streut, wenn sie anfangen braun zu werden, noch etwas Zucker darüber. # e
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Schwarzer Lack für Metall uud Holz. Ein solcher wird hergestellt, indem man 500 Gramm Methylalkohol und 90 bis 100 Gramm Gummilack (pulverisirt) in einem Gefäße und 500 Gramm Benzol (Steinkohlenbenzin) mit 100 Gramm gepulvertem Asphalt in einem anderen Gefäße mischt. Diese Mischungen bleiben unter öfterem Umrühren zwei bis drei Tage stehen, worauf man dieselben zu gleichen Theilen vereinigt und mit feinem Ruß vermischt; ist die Farbe zu dick, so kann man dieselbe mit einer Mischung aus gleichen Theilen Alkohol und Benzol verdünnen.
Um alte Häringstonnen als Pflanzenkübel benutzen zu können, braucht man sie nut so lange mit mehrmals erneutem Wasser, z. B. unter einer Dachtraufe, auszulaugen, bis sie nicht mehr nach Häring riechen. Will man ein Uebriges thun, so rühre man in das letzte Wasser noch etwas gelöschten Kalk ein und schwenke die nach einigen Tagen wieder rein gespülte Tonne schließlich mit etwas in Wasser aufgeschlämmtem Superphosphat aus.
Humoristisches.
Zartes Spiel. Clavierlehrer: „Aber, mein Fräulein, Sie'spielen das Notturno noch viel zu stark! Sie müssen diese Stelle so hinhauchen, daß die Fensterscheiben anlaufen l"
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Collegial. Arzt: „Morgen hab' ich etwas Wichtiges vor, ich werde um die Hand einer reichen Erbin anhalten I" — College: „Das wird jedenfalls Deine rentabelste Sprechstunde fein!" * #
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Pietätvoll. Köchin: „Hier haben Sie einen Groschen, guter Mann. Aber sagen Sie 'mal, wer ist denn der andre Mann, den man beständig in Ihrer Begleitung steht?" — Fechtbruder: „Das ist mein alter Fechtlehrer I"
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Selbstbewußt. Lieutenant: „Was haben denn gnädiges Fräulein für ein interessantes Buch?" — Fräulein: „Das ist mein Tagebuch!" — Lieutenant: „Dann lesen gnädiger Fräulein einmal.etwas von mir vor!"
Schlagfertig. Mann: „Weib, Du hast einen richtigen Dickkopf!" - Frau: „Und der bist Du!"
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Selbsterkenntniß. Erster Gast: „Ich glaube wirklich, daß es viele Hunde gibt, die mehr Verstand haben als ihre Herren!" — Zweiter Gast: „Ja, darin haben Sie freilich recht! So ein Hund ist eben mein Hector!"
Literarisches
Das Kind im Elternhause. Die medicinische Wissenschaft hat eS schon längst aufgegeben, als eine Geheimkunst betrachtet werden zu wollen, die sich hinter lateinischen Ausdrücken verschanzt und sich in die Nebelschleier zünftigen Geheimnisses hüllt. Gerade die besten und edelsten Geister der ärztlichen Welt, die hervorragendsten Führer auf dem Gebiete der Heilwissenschaft haben es sich angelegen sein lassen, das medicinische Wissen wenigstens in seinen Grundzügen volksthümlich zu gestalten und auch dem Laien verständlich zu machen. Sie haben mit autem Rechte als eine Hauptaufgabe der Heilkunde nicht nur die Gesundung Kranker, sondern vielmehr die Verhütung von Krankheiten erkannt. Nicht nur den kranken Menschen gesund zu machen, sondern den gesunden Menschen gesund zu erhalten, ist Zweck und Ziel des ärztlichen Berufes. Um dahin zu gelangen, ist es aber nothwendig, daß die ganze Constitution des Menschen von allem Anfänge an auf eine vernünftige Grundlage gestellt werde — von Kindheit an muß darauf gesehen werden, daß die Naturkräfte im Menschen sich ungehemmt entwickeln. Und da ist es nun mit großer Freude zu begrüßen, daß ein anerkannter Fachmann den Eltern mit Rathschlägen an die Hand geht, wie sie ihr Kind gesund erhalten und zu kräftiger Entfaltung gelangen lassen können. Dr. Carl Hochsinger, der Abtheilungsvorstand im ersten öffentlichen Kinder-Krankeninstitute in Wien, hat soeben bei Franz Deut icke in Wien ein Buch erscheinen lassen, das sich »EestMvheiiS« pfleg« des Kinde» im Elternhause" betitelt und in klarer und liebenswürdiger Form, ohne Pathos und Phrase der jungen Mutter den Weg weist, wie sie das Gedeihen ihres Kindes von seiner Geburt an bis über die Schulzeit hinaus durch moderne und practische Hygiene fördern kann. Das Buch soll absolut nicht ein gedruckter „Hausarzt" sein, der den Kinderarzt überflüssig zu machen glaubt — im Gegen- theile, zu wiederholten Malen wird die Nothwendigkeit der Heranziehung eines Arztes betont. Energisch rückt Dr. Hochsinger gewissen Aberglauben und Vorurtheilen in der Kindererziehung an den Leib, so erklärt er die krankmachenden Einflüsse der Zahnung als Ammenmärchen, bekämpft überzeugend die seit Generationen eingebürgerte Hebammenweisheit, ist gegen das frühzeitige Abhärten des Säuglings und verurtheilt die allzufrühe Inanspruchnahme der geistigen Sphäre des Kindes re. Seine Rathschläge lassen den erfahrenen Kinderarzt erkennen, der ein gesundes, kräftiges Geschlecht heranziehen will. Getrost kann sich jede noch so unerfahrene junge Mutter vom ersten bis zum letzten Capitel Rath und Hilfe aus dem Buche holen. Es ist ein Buch für Mütter, dessen Seetüre nicht nur amüsant, sondern auch von wirklichem Nutzen sein wird. Wir wünschen nur, daß dieses Buch nicht das Schicksal vieler ernst zu nehmender Werke theilen möge; es verdient, daß die Mütter es loben und lesen. Preis des Buches Mk. 3,60, elegant gebunden Mk. 4,60.
Anstrich und Verzinkung. Ein dreimal mit Men- niae gestrichenes Schwarzblech hält etwa zwanzig Jahre und muß während dieser Zeit alle drei bis vier Jahre neu gestrichen werden. Die Kosten sind dann gleich einem verzinkten Blech, aber für das letztere kann man sicher auf eine hundertjährige Dauer rechnen.
Redaction: A. Gcheyda. — Druck und «erlag der Brühl'scheu UniverstMS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Stegen.


