Ausgabe 
29.8.1895
 
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Heyd sprang auf, hielt den Kopf in beide Hände und rief: D Gott im Himmel, wie ist es nur möglich, wie ist es nur möglich I"

Die Morgensonne sandte ihre goldenen Strahlen in die Giebelfenster des Gasthofes zumDeutschen Hause."Nun wird es bald wärmer werden," sagte stch Arthur Heyd, und schob einige Zeichnungen zur Seite, die ihn schon seit zwei Stunden beschäftigten. Auf der hohen Pappel, die an der Einfahrt des Nachbargrundstückes stand, zwitscherten Sper­linge vergnügt ihr Morgenlied.

Sie freuen stch auf den nahenden Frühling, und ste haben Recht," dachte der Baumeister,wer wollte es nicht mit ihnen thun! Ich werde heute dem Walde meinen ersten Besuch machen. Es muß schön sein draußen im Thal und auf den Höhen."

Von der schmalen Holztreppe wurden Schritte hörbar. Der Baumeister horchte:Sollte Jemand zu mir kommen? Es wird der Postbote sein." Es klopfte an der Thür und zugleich wurde hastig geöffnet.

Guten Morgen Arthur, mein alter, guter Freund."

Grüß Dich Gott, mein lieber Karl," und in den Armen lagen sich zwei Freunde, die sich jahrelang nicht ge­sehen.

So habe ich Dich denn endlich wieder, mein guter Arthur. Nicht wahr? Du sehntest Dich nach unserer lieben HeimathI Sagte ich Dir doch damals gleich: Bleibe im Lande!"

Wohl hast Du Recht, mein lieber Karl, denn es ist nirgends schöner als in dem Lande, wo man zu Haufe ist, aber ich habe auch dort recht schöne und frohe Stunden ver­lebt, doch sage mir nur in aller Welt, woher wußtest Du, daß ich hier bin?"

Durch Baurath Wiebe in Danzig erfuhr ich er am letzten Freitage, und ich bin dem Zufall sehr dankbar, der mir die Mittheilung machte!"

Auch ich habe oft, recht oft an Dich gedacht und mich verschiedentlich nach Dir erkundigt, aber wo in aller Welt konnte ich Dich finden? Dein guter Vater ruht nun auch schon fieben Jahre, und Dein einziger Bruder, der Kapitän, ist. überall und nirgends. Aber nun komm, Karl, und laß uns unser Wiedersehen beim Glase Rüdesheimer feiern," und beide gingen hinunter nach dem kleinen Gastzimmer.

Hell klangen die Gläser in alter Freundschaft und Liebe. Wie ich annehme, befindest Du Dich jetzt in Danzig, lieber

Karl."

So ist es, Arthur, doch laß Dir erzählen, wie es mir inzwischen ergangen: Als wir damals das Polytechnikum in Zürich verließen, ging ich, wie Du weißt, zum Hohenzollern nach Düffeldorf, wo es mir nicht schwer fiel, anzukommen, da mein Onkel in der Direction saß.

Lange hielt ich es dort nicht aus, denn es gefiel mir nicht und offen gestanden ich wollte nicht hineinge­schoben sein. Ich kam alsbald nach dem Maschinenbau von Wiener-Neustadt, wo ich mich sehr wohl sühlte und auch zwei Jahre war. Inzwischen beschäftigte ich mich viel mit der neueren Schiffstechnik und ging alsdann zum Vulkan nach Stettin; und jetzt, mein lieber Arthur, bin ich bereits ein Jahr wohlbestallter Ingenieur der kaiserlichen Werft in Danzig. Das ist meine Geschichte. Und Du, mein lieber Arthur, hast gewiß Bahnen gebaut im großen Nordamerika?"

Nichts von alledem," sagte Heyd lächelnd.Ich war Kaufmann, Buchhalter, Tischler, Zimmermann, Reisender und so weiter, Alles in einer Person und in einem Geschäft, denn der Amerikaner ist gar vielseitig; ich habe dabei tüchtig ge­lernt, was nicht zu meinem Schaden ist. Nun bin ich seit einem Jahre wieder hier und erhielt die Stelle, für die ich mich schon damals meldete, als wir uns trennten."

Nach einem tüchtigen Frühstück gingen die Freunde hinaus in den Wald.

Arthur, denkst Du noch zuweilen an die glücklichen

Stunden in unserer Helvetia?" fragte Hellmuth und schob seinen Arm in den seines Freundes.

Ja, Karl, es waren fröhliche, unvergeßliche Stunden, die wir dort verlebten. Ach, die Ausflüge an die schönen Ufer des Zürichsees und in's liebe weite Schweizerland; wer könnte das vergessen?"

Und die vielen Frühschoppen ohne Ende und die Glanz­leistungen auf unserer Kneipe und zuletzt der spanische Wein!" ergänzte Hellmuth fröhlich.

Ja, Karl, es ist mir heute noch Manches unklar; nun, der Schutzgeist unserer Verbindung stand Dir wohl treu zur Seite. Freilich, von der Treppe, die zu Deiner Bude führte, die einer Hühnerleiter nicht unähnlich sah, konnte man auch in normaler Verfassung Malheur haben; doch Du kamst immer so glücklich davon und hast doch recht oft die Tour verkehrt gemacht."

Hellmuth lachte vergnügt.

Wie schön war auch bte Tour auf den Uetliberg," wiederholte Hellmuth und fing laut an zu lachen.

Da mühen wir uns stundenlang den steilen Berg hinauf und dann macht einer den tollen Vorschlag, dem Wirth seine sämmtlichen Getränke auszutrinken, was natürlich ein dank­bares Echo fand."

Was wir dann auch richtig geschafft haben," bemerkte Karl.

»Ja» geschafft haben wir es wohl," sagte Arthur,aber beim letzten Fasse Lagerbier ging es schon bedenklich lang­samer, aber auch dieses schwere Stück Arbeit dieses fried­liche Thun wurde vollendet. An jenem Abend lag gerade ein wunderbares Alpenglühen über den eisigen Bergeshöhen und diese herrliche Naturerscheinung spiegelte sich in der breiten Wasserfläche so wunderbar wieder, wie ich es selten gesehen. Leider hatten nur die Wenigsten einen Genuß davon, denn den meisten war diese ganze Herrlichkeit rin undurchdringlicher Nebel. Natürlich mußten wir wohl oder übel die Nacht oben zubringen, war durchaus nicht gerade angenehm war, aber unser Wahlspruch war nun einmal: Viribus unitis.

Merkwürdig," sagte Hellmuth,Dein Köpfchen blieb immer ziemlich klar und doch hast Du manchen Salamander gerieben und manchenCantus ex commandirt."

Karl Hellmuth war stets einer von den Tollsten, er war nun so erfreut von dem Wiedersehen seines lieben Freunde» und so vergnügt in den Erinnerungen froher Stunden, daß er in dieser heiteren Stimmung die Arme ausbreitete, als wollte er sie alle an sein Herz drücken, seine Commilitonen von da­mals, und er sang in frohester Laune:

O alte Burschenherrlichkeit, Wohin bist du entschwunden? Nie kehrst du wieder, gold'ne Zeit, So froh, so ungebunden!

Vergebens spähe ich umher, Ich finde deine Spur nicht mehr. 0 jerum, jerum, jerum, O quae mutatio reruml

(Fortsetzung folgt.)

Madame Sans Göne.

Rammt nach Bictorien Sardou und F. Korea«*.

Deutsch »o* Adela Berger

(Fortsetzung.)

Beauharnais muß gänzlich rehabilitirt werden, obwohl sein Kops zugleich mit den Häuptern der Verräther, Verschwörer und Vaterland werräther dahingerollt ist. Er war das Opfer ungerechter Denunciationen; er selbst hat erklärt, daß man der Revolution seinen Tod nicht zum Vorwurf machen dürfe.

Ehe er auf das Schaffst schritt, drückte Beauharnai» in einem erhabenen, einem Philosophen des Alterthums würdigen Testaments vor Allem seine Furcht aus, daß die Nachwelt ihn für einen schlechten Bürger halten könne. ,,

Arbeite daran, mein Gedächtniß zu rehabilitiren," schrieb

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