Ausgabe 
26.10.1895
 
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28011güt eine fürstliche Aussteuer sorgte die Tante, währB ich nur für unser künftiges Haus Sorge trug oder vie« für einen Sommeraufenthalt, woselbst mein zukünftiger M im Urlaub vom Dienst sich erholen follte. ,

Hier dieses Hau» hatte vor langen Jahren ein W Herr für seine nichtebenbürtige Gemahlin erbaut, nach 1« Ausspruch hatte er hier erst erfahren, was wahrer ® 1 es deshalb Villa Glück genannt. Ich ließ die erblind- Buchstaben erneuern, er hatte mir aus dem Herzen geM°» ; Da mein Vormund mit den Mitteln nicht kargte, einem bedeutenden Baumeister Vollmacht, Alles auf da p tigste herzustellen; auch im Innern des Hause» nichts schön genug für uns. Sachverständige trafen ade ordnungen. Da mein einziger Bruder verheirathet w ,

zerrann dadurch in nicht«.

Meinen dringenden Bitten vermochte er schließlich keim Widerstand entgegenzusetzen. Nur an Einem ließ er niG rütteln; erst nach meiner Mündigkeit sollte unsere Hochzeit w gangen werden. Vergebens zeigte mein Bräutigam eine grotz! Empfindlichkeit, bat wohl auch, umsonst! Ich Wte mich wj auf befriedigt, als glückselige Braut von der schönsten Zukunft zu träumen. Ein und ein halbes Jahr noch, das würde schm entfliehen. Auch ich, da» verwöhnte Kind des Glückes, muM den Wechsel nur zu schnell erfahren. Mein Vater starb m kurzem Krankenlager an Lungenentzündung; in den belto Jahren stand er, als der Tod ihn uns entriß. Meins W fchafterin blieb bei mir, mehr noch als vorher klammer ei- mich an den Geliebten an, tief gerührt von feiner oft wird! - holten Verstcherung, er wolle mir Vater und Mutter, W Alles ersetzen auf der Welt. Nur zu gern glaubte ich W

Seit, daß Elisabeth bewundernd auf fie blickte und zagend bat:Darf ich wiflen, was Ihr Glück zerstörtes-

Gewiß, wenn Sie e» hören wollen. Früh verlor ich die Mutter, ehe ich ahnte, was der Verlust bedeutete. Eine Verwandte vertrat ihre Stelle und verwöhnte mich, wie Alle im Haus. Der Vater brachte mich für mehrere Jahre in eine Penfion. Zurückgekehrt, genoß ich alle Freuden der Jugend. Der Mutter einzige Schwester in der Hauptstadt, an einen hohen Beamten von altem Adel verheirathet, lud mich für einen Winter ein, die reiche Geselligkeit in ihrem Kreise zu genießen. Der Vater willigte ein, bat die Xante für meine Toiletten zu sorgen, stellte ihr unbeschränkte Mittel zur Verfügung und ich reiste voller Freuden ab. Mein Leben im Hause der Verwandten bestand aus einer großen Reihe von Festen, es fehlte mir nicht an Verehrern.

Besonders umgab mich ein Offizier, der Sohn einer alten Adelsfamilie, mit allen nur erdenklichen Aufmerksam' ketten; ich war berauscht, seine äußerlich schöne Erscheinung, sein feines, gewandtes Benehmen, die Ritterlichkeit, mit welcher er mich fortwährend vor allen Damen auszeichnete, und er war der gefeierte Löwe in den vornehmsten Kreisen, riß mich hin. Wie im Fluge entschwand die Zeit, ein großes Fest noch in des Onkels Haus, dann hieß es für mich heimrehrenzu der Alltäglichkeit unseres damals noch recht kleinstädtischen Lebens voller Weltabgeschiedenheit. ,

Nur zu schnell hatte ich gelernt, die Nächte hindurch zu schwärmen, bis in den späten Morgen hinein zu schlafen; ost j erhob ich mich erst, um zur Besuchsstunde fertig zu fein oder I Tante in ein großes Modewaarengefchäft zu begleiten.

I Es galt zum Abschiedsfest eine besondere Toilette zu I wählen, ich kannte seinen Geschmack; ich trug ein Kleid vo« | hellblauem Seidenstoff, bedeckt von duftiger Gaze und kost« I baren Spitzen, zarte Blüthen verzierten das Kleid und schlangen | sich durch mein blondes Haar. Ec schien bezaubert, o, er I verstand e« vortrefflich, mein thörtchtes Herz zu gewinnen mit | glatten Worten. Als wir schieden, war der Würsel gefallen, I er war mein! . ,

I Trunken von Glück kehrte ich heim, von der Tante be. I gleitet. Der Vater theilte meine Begeisterung durchaus nicht. I sein Wunsch, daß dereinst ein Schwiegersohn gemeinschaftlich | mit meinem Bruder da» weitverzweigte Geschäft sortsühre,

Theil geworden, ts trog."

Träumend senkte sie die Augen zu Boden, der rosige . , , .

Schimmer des Abendrother überhauchte ihr feines Gesicht mit I nichts schön genug für uns. einem Abglanz der längst entschwundenen Jugend und Schön« R r-Ä---

Lebensglück erbauen können"

Elisabeth bedeckte ihre Hand mit Küffen.Sie wollen meine Freundin sein? Ich darf Ihnen mein Herz ausschütten? O, ich danke Ihnen!"

Sie erzählte ohne Beschönigung von ihrem Hochmuth, von ihrem Ungehorsam gegen die beste Mutter; wie sie sich hatte versühren laffen, den haltlosen Schmeicheleien das treueste Herz zu opfern, von den trüben Verhältniffen im Elternhaus, an denen sie durch ihrs maßlose Verschwendung ein gutes Theil Schuld trage.

Keimt in Ihnen nicht noch eine leise Hoffnung, ihn «iederzugewinnen, dem Ihr Herz gehört?"

Nein, ein gewisses Mitleid zeigte er mir, ich konnte es nicht ertragen und entfloh, wir sind getrennt auf immer. Es wäre für meine Eltern ein Trost, mich in so guten Händen zu wissen, geborgen vor aller Noth des äußeren Lebens, und doch ich habe für ihn kein Herz!"

Entscheiden Sie nicht sogleich, guter Rath kommt über Nacht. Bitten Sie Gott, er wird Ihnen beistehen, das Rechte zu finden und Ihnen der treueste Führer sein, wenn Sie ein« sam durch das Leben gehen. Auch ich schwärmte dereinst von einem Glück voll Glanz und Freuden, wie noch Niemand zu

wär« er doch ungeschrieben geblieben! Sie beweisen mir viel . Güte, viel Wohlwollen, Fräulein. Darf ich Sie bitten, zu I lesen und mir mütterlich Rath zu geben? Die Mutter ist I fern, fremd mit den Verhältniffen."

Fräulein Berend la» den Brief von Zeile zu Zeile mit I steigender Verwunderung, er war von Herrn Kronberg, I Mariechen» Vater.

Nicht von jugendlicher Leidenschaft dictirt, aber von einer I innigen Neigung, fühlte man schnell, daß er nicht Worte, son« I der» wirkliche Empfindungen waren.

Mein Haus ist verödet, seit Gott meine Frau nach I kurzer Ehe von mir genommen, meinem Kinde fehlt die Liebe I der Mutter. Nicht erst seit Sie mir mein Theuerstes gerettet, I nein, seit ich Sie kenne in ihrem stillen Walten, seit ich ge« I sehen, wie Sie Ihre Jugend fremden Diensten gewidmet, nahm I ich Theil an Ihnen. Nicht glühende Leidenschaft bringe ich I Ihnen entgegen, sie verfliegt nur zu schnell, aber die tiefe I Neigung des gereiften Mannes, welcher von Ihnen neues I Glück für fein trübes Dasein fest erhofft, gehört Ihnen. Der I Segen einer Verstorbenen wird Sie durch das Leben be« I gleiten, wenn Sie dem Gatten und dem früh verwaisten Kinde Ihr Herz zu fchenksn oermögen."

Da» Fräulein legte dsnlBrief wieder in Elisabeths Hand zurück.

Ein längeres Stillschweigen herrschte im Zimmer, ehe sie begann:Schwer ist zu rathen in solchem Falle, nur das eigene Herz darf entscheiden, soll es zum Segen sein. Er ist ein vorzüglicher Mann, die Kränklichkeit seiner Gattin, ihre dadurch oft beeinflußte trübe Stimmung trug er mit nie er­müdender Geduld, stets bemüht, ihr das Leben zu erleichtern. Die äußeren Verhältnisse sind die gesichertsten, aber Alles das reicht nicht hin; ohne wahre Liebe halte ich kein Glück für möglich. Fragen Sie Ihr Herz, birgt es bas Bild eines Anderen, welche» sich daraus nicht bannen läßt, so ist es ein Wagestück, vielleicht eine Sünde, sich um äußerer Rücksichten willen oder aus einem gewissen Mitleiden mit dem Verein­samten an ihn zu fesseln."

Elisabeth schwieg und die Dame fuhr fort:Ich habe Sie lieb gewonnen, nachdem ich mich lange voll Groll und Bitterkeit von allen Andern zurückzog, ich sehne mich danach, Ihnen als mütterliche Freundin nahe zu stehen, allein Sie verbergen sorgfältig Ihre Gefühle, ich komme Ihnen nicht näher. Wenn ich mich nicht täusche, ist Ihre Jugend durch schwere Erfahrungen getrübt worden, fragen Sie sich ernst, ob Sie mit ihnen abgeschlossen haben und sich ein neues

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