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Redaction: A. Scheyda. — Druck Und Verlag der Brühl'schen UniverfiMs-Buch- und Steindrnckerei (Pietsch & Schehda) in Eießen.
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Jndiscrete Frage. Oberförster: „Dem Herrn Grafen habe ich heute einmal tüchtig die Wahrheit gesagt!" — Verwalter : „Wie haben Sie denn da« gemacht, Herr Oberförster?"
Hygienische Frühherbst-Betrschtnng.
Von Dr. Otto Gotthilf.
(Nachdruck verboten.)
September, der Monat des Frühherbstes, ist gekommen. Wohl bringt er noch schöne, herrliche Tage, sogar oft die klarsten des ganzen Jahres, wo man von der Berge weitschauenden Gipfeln das erhebende Naturschauspiel der ausgehenden und untergehenden Sonne in seiner ganzen berückenden Schönheit am besten genießen kann. Aber er bringt auch naßkalte Morgennebel, welche so leicht durch die Poren der Kleidung bis auf die empfindliche Haut bringen; und die oft sehr kühlen Abende nach sonnenwarmen Tagen rufen bei noch sommerlich gekleideten Leuten meist Schnupfen, Husten und andere Erkältungskrankheiten hervor. Zwar zwickt und zwackt es noch nicht die privilegirten Rheumatiker in den Gliedern, zwar zeigen sich fast nod), nirgends Lungenentzündung oder Diphtherüis, — jene winterlichen Saisonkrankheiten, — doch hört man schon hier und da etwas munkeln von Jnfluenzaanfällen. Wenn man daher sich nicht schon sieht in Stubengefaiigenschaft begeben und sehr bald winterlich - stubensiech werden will, so muß man bei Zeiten sich wappnen und wehren gegen die herbstlichen Witterungsumschläge durch Befolgen des hygienischen Grundsatzes: abhärten, warm anziehen, aber stets frische Luft ein- athmen!
Dies ist auch die einzige Vorbengungsmaßregel gegen die Influenza, welche jeden Herbst, sobald das „Erkältuugs- wetter" anfängt, mit unangenehmer Regelmäßigkeit ihren Einzug bei uns hält. Bei ihrem ersten Auftreten, im Herbst 1889, wurde diese „neue Krankheit" mehr mit Spott, als mit Furcht empfangen und mit den mannigfachsten ironischen Namen belegt. Es bot eben die eigentliche Influenza nicht das Bild einer schweren und gefährlichen Krankheit dar, sondern die davon Ergriffenen schienen nur übermäßig verschnupft und erkältet. Erst als langanhaltende Nachkrankheiten und das Emporschnellen der Sterbeziffer allerorten eine erste Sprache zu reden begannen, da verdrängte die Besorgniß jene ansängliche Mißachtung, und jetzt führt man allgemein die Entstehung vieler körperlichen Leiden auf die Influenza als eigentliche Ursache zurück. Als im Jahre 1890/91 die Epidemie ungefähr die Hälfte der ganzen deutschen Bevölkerung befallen hatte, und in Preußen allein Dreißigtausend daran gestorben waren, hoffte man, daß nun, wie bei früheren Epidemien berichtet wurde, die Genesenen und Verschonten für Jahrzehnte eine gewisse Immunität, eine Unempfänglichkeit für die Seuche erlangt haben würden.
Diese Hoffnung ist nicht in Erfüllung gegangen. Jeden Herbst hat sich seitdem der unerwünschte Gast wieder eingestellt.
Mit allem Eifer hat nun die medieinische Wissenschaft darnach gestrebt, ein Heilmittel oder gar Vorbeugungsmittel ausfindig zu machen, aber bisher sind ihre Bemühungen noch von gar keinem Erfolg gekrönt worden. Dies findet seine Erklärung hauptsächlich darin, daß die Influenza an und für sich eigentlich nur das Wesen einer gesteigerten Erkältung hat und erst in ihren Nachwehen einen je nach der individuellen Disposition verschiedenen Verlauf nimmt. Wer von vornherein lungenlahm und schwachbrüstig war oder zu Lungenentzündungen neigte, bekommt als Nachkrankheit fast stets Bronchialeatarrh oder Lungenentzündung und fällt bann derselben sehr oft zum Opfer. Bei den häufig au Verdauungsstörungen Leidenden stellen sich schwere Magenkrankheiten ein, und bei den zur Schwindsucht Beanlagten kommt diese zum jähen Ausbruch. In den Erhebungen, welche das Reichsgesundheitsamt über die Epidemie von 1889 angestellt hat, heißt es hierüber: „Nur ausnahmsweise, hauptsächlich bei geschwächten Personen, ist der Jnfluenzaanfall als solcher zur Todesursache geworden; mittelbar aber, mit Hilfe von Mit- und Nachkrankheiten, ferner durch Verschlimmerung bereits bestehender Krankheitszustände, wurde sie häufiger zur Todesursache. Eine besonders erhebliche Sterblichkeitszunahme währe nd der Epidemiezeit führ-
zu sen!
Traute Erinnerung. Ein Landstreicher machte vor der Thüre eine« Bauernhause« Rast und wurde unfreiwilliger Zeuge eine« ehelichen Streite«, in dessen Verlaufe die Bäuerin von einem Besen ausgiebige Anwendung machte. Der Vagabund trat in das Zimmer und sprach: „Bäuerin, zieht mir auch etliche mit dem Besenstiel über, da« würde mich lebhast in frühere Zeiten zurückversetzen I"
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Da« Einzige! Marktfrau (die durchgeseffeneu Beinkleider ihre« Mannes betrachtend): „Schämst Du Dich nicht, Deine Sachen so zu ruiniren?" — Mann: „Du lieber Gott, da« ist ja noch da« Einzige, war ich durchsetzen kann!"
j,Äber sage nur, Kind, wo warst Du denn eigentlich?" „D, ich war weit weg, aber rathe nur einmal, Vater." „Su warst gewiß nach Wildenau hinüber?" „Rein, noch viel weiter."
„Noch viel weiter! — Nun, dann warst Du wohl in Heidefließ, aber dann hättest Du doch den Wagen nehmen können, mein Kind."
„Auch dort war ich nicht, mein guter Vater, aber steh' her! Ich bringe Dir diesen stillen Gruß vom Grabe der lieben Mutter," sagte Hertha und reichte ihm die Epheu- blätter.
Kein Wort kam über die Lippen dieses Mannes, dem die Wunde in seinem Herzen wieder aufgegangen, die nie verheilt war und über der nur eine Narbe lag wie ein lichter Schleier. Nimmer gibt fich dieses Herz ganz zufrieden; es wühlt und arbeitet, so lange es lebt. Wohl kehren frohe Stunden wieder, in denen es scheint, als wäre alles Herzeleid vergessen, aber es bedarf oft auch nur eines keifen Anstoßes an die Saiten eines solchen Herzen» und lange schwingen diese hin und her und bitterer Schmerz tönt dann wieder.
(Fortsetzung folgt.)
Literarisches
Letzte Moden, lieber die Herbstmoden 1895 haben sich bie maßgebenoen Fachkreise in folgender Weise geeinigt: Für die Straße englisches Genre, etwas geputzt, für Gesellschaftstoiletten abfallende Achseln, Genre Alt-Wien, bei Concert- und Theatertaillen sowohl anliegende Fatous, eventuell mit Directoire-Revers, als auch Blonsen- formen. Die Blousen werden durch kleidsame Gürtelschößchen variirt. Alle diese neuen Faxons finden wir in Heft 1 der „Wiener Mode", das mit der Gratisbeilage „Wiener Kinder-Mode" über 130 hübsche, practische Modebilder enthält. Dieses prachtvoll ausgestattete Probeheft wird in allen Buchhandlungen zur Ansicht ausgegeben; Abonuements- preis per Quartal Mk. 2.50. — Bei dem kolossalen Angebot minderer Modeblätter aus Städten, die eine Modebewegung gar nicht kennen, ist es angezeigt, darauf hinzuweisen, daß die „Wiener Mode" wirklich führend auf ihrem Gebiete ist und dabei immer practische und einfache Moden propagirt. Das Recht der Abonnentin, echte Wiener Kleiber- | schnitte nach Maß gratis zu erlangen, ersetzt reichlich den Abonnements- " preis.


