Ausgabe 
24.10.1895
 
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G-iaeiirnütziges.

Die Töpfe der Zimmerpflanze« dürfen nie schmutzig, grün oder schimmelig sein, da dadurch die Ver­dunstung de« Wasser« gehindert wird und die Pflanzen nicht gedeihen können.

Rutz, den wir au« den Küchenschornsteinen sammeln, befördert in kleinen Quantitäten angewandt ganz besonders die Wurzelproduction der Topfpflanzen.

Meerrettig. Die Wurzeln werden gewaschen, abge­schabt, gerieben und mit geriebener Semmel in Fleischbrühe ein wenig kochen lassen- Je weniger er kocht, desto schärfer bleibt er. Man kann auch ein paar Eidotter mit einrühren, wovon er schön gelb wird. Derselbe wird über Schweine- oder Rindfleisch (auch Klöse al« Nebenspeise) angerichtet.

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Meerrettigsauee. Man setzt einen Theil geriebenen Meerrettig mit Rtndsbrühe zu, läßt ihn eine halbe Stunde kochen, gibt 4 Loth reingewaschene kleine Rostnen, zwei Hände voll geriebene Semmel, eine Messerspitze voll Safran, Mu»- katenblüthe und etwa« Zucker dazu und läßt e« unbedeckt noch eine halbe Stunde kochen. Man gibt diese Sauce zu Rindfleisch und Kalbfleisch, sie ist besser al« die ohne jede Zuthat in Brühe oder Milch gekochte Meerrettigsauee.

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Junge Hühner und Tauben zu brate«. Ist da« Geflügel mager, so wird e« gespickt, außerdem mit Speck­scheiben belegt. Eine Fülle von Butter, geriebener Semmel und Eiern kommt gewöhnlich zu den Tauben. Zu den Hühnern macht man Folgende«: Hühnerherz, Speck und einige Zwiebeln werden gehackt und mit geriebener Semmel, Eiern und Pfeffer vermischt. Auch kann man Speckscheiben hineinlegen, außer­dem auch blo« mit gereinigter Peterstlie füllen und unter öfterm Begießen mit steigender Butter schön gelbbraun braten.

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SemmeMötze. Die Semmeln werden gut in Mllch oder Wasser eingewetcht, dann sofort herausgehoben und gut ausgedrückt. Nachdem die Semmeln dann recht klar gerührt, gibt man da« nöthige Salz und Eier dazu, gut ist auch ein Stückchen Butter, doch nicht immer nüthtg und einige ge­kochte, geriebene Kartoffeln (drei auf eine Semmel) und zu­letzt da» Mehl. Die Masse gut verrührt und in Klöße ge­formt, wird V« Stunde in Salzwaffer gekocht und beim An­richten mit heißer Butter geschmelzt.

Angebrannte Speisen zu retten. Auch der um­sichtigen Köchin kann e« einmal passtren, daß ihr die eine oder andere Speise anbrennt. Ist die» noch nicht zu weit vorgeschritten und die Speise noch nicht ganz verdorben, so stelle man den Topf oder da» Kafferol so schnell wie möglich in ein Gefäß mit kaltem Wasser und ersetze letzteres wieder mit frischem, sobald e« warm geworden ist. Dadurch wird sich die an den Boden de» Gefäße» angelegte Kruste lösen und die Speise selbst den üblen Geruch verlieren. Gelingt letzterer auf diese Weise noch nicht ganz, so feuchte man ein reine« Tuch mit frischem, reinem Wasser an, decke e» über da- Gefäß, streue Salz darauf und lasse e» eine Weile stehen.

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Reis als Gemüse. Doppelt so viel kaltes Wasser als Reis, etwas frische Butter. Der Reis wird verlesen, in ein Sieb gethan, zuerst mit kaltem, dann mit lauwarmen und zuletzt mit heißem Wasser abgewaschen. In einem gut schließenden Topf wird der Topf mit Wasser und Salz hin- gestellt und rasch aufgekocht. Ist das Wasser eingekocht, stellt man ihn abseits und zerpflückt die frische Butter darauf. In einer Stunde ist er gar und wird mit Parmesankäse serviert.

V-vmLsehtes.

Hochzeits-Gutscheine. Um die Doubletten bei Hochzeitsgeschenken zu vermeiden, hat man jetzt sog. Hochzeits- Gutscheine etngeführt, welche in einem bestimmten Laden einen Einkauf bis zu einer gewissen Höhe gestatten. Bei einer neulich gefeierten Hochzeit wurden folgende Gutscheine ge­sammelt:

Meiner lieben Schwester Emma geb. Müller habe ich im Zehnpfennigbazar in der Ritterstraße einen Eredit von zehn Pfennigen

verschafft. Käthchen.

(Nachher krieg' ich die zehn Pfennige doch aber zurück?)

Gutschein für meinen Bruder Emil und seine Frau, über Fünfzig Mark.

Ich habe das Geld noch nicht beisammen, Ihr bekommt er aber ratenweise an jedem Ersten der nächsten fünfzig Monate. Karl, atud. med.

Gutschein über fünfzehn Mark.

Dafür dürft Ihr Euch bei Friedländer einen ächten Brillantschmuck (bestehend au« Brosche, Ohrringen und Collier) aussuchen. Onkel Fritz.

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Mißtrauisch. Componist:Hier meine Tonschöpfung I" Mustkoerleger:Und woher schöpften Sie dieselbe?"

Er läßt handeln. Herr: Nicht die Hälfte werde ich Ihnen glauben von dem, was Sie da gerade erzählen." Förster:Na, sagen wir halt ein Drittel."

Kasernenhofblüthe. Unteroffizier:Kerl«, Ihr seid so stockhageldumm, Ihr wüßtet gar nicht, warum Ihr einen Kopf hättet, wenn nicht da« Loch drin wär', wo Ihr die Knödel hineinfuhrwerkt I" e

Auch ein Feinschmecker. Gast:Ich möchte heute etwas ganz Gute» essen, Fritz!" Kellner (leise):Wenn Sie noch 'n Viertelstündchen warten, geh' ich mit; ich habe heute Ausgang I"

Literarisches

«atechiSmn« de« guten Ton« und der feine« Litte von Eufemia v. Adlersfeld, geb. Gräfin Ballestrem. Zweite, ver­besserte und vermehrte Auslage. In Original-Leinenband 2 Mark. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. Gegen Lehrbücher des guten Tons und der feinen Sitte hat man gemeiniglich ein nicht unbegrün­detes Vorurtheil Die meisten sind Fabrikwaare der niedrigsten Art, die Niemandem nutzen kann; andere sind unbrauchbar, weil sie die ge­wöhnlichen Verhältnisse zu wenig berücksichtigen; noch andere sind voll­kommen werthlos, weil ihre Verfasser oder Verfasserinnen nur einige Aeußerlichkeiten des sog. guten Tons kennen und Mittheilung dieser Aeußerlichkeiten Demjenigen, der wirklich sich bilden will, mehr schadet als nützt. Das vorliegende Buch ist gegen jeden von diesen Vorwürfen gesichert. Es ist fleißig und verständig ausgearbeitet, der überreiche Stoff ist zweckmäßig gewählt, gesichtet und geordnet. Die Verfasserin hat einen geläuterten Geschmack, ein feines, treffendes Urtheil, eine reiche Lebenserfahrung und eine nicht gewöhnliche schriftstellerische Ge­wandtheit. Als ersten Grundsatz stellt sie an die Spitze ihrer Ausein­andersetzungen die Mahnung:Bleibt natürlich!" Sie warnt vor keinem Fehler mehr, als dem der Geziertheit und des geschnürketten, berechneten Wesens, und beschränkt sich nur auf das, was lehrbar ist.

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Neue Wiener Modelle* Unter diesem Titel veröffentlicht dieSESUnet Mode* ein colorirtes Prachtalbum der Herbstmoden, das jeder Schneiderin, jedem Modesalon, wie auch jeder Dame, die ein außergewöhnlich elegantes Garderobestück anfertigen will, bestens zu empfehlen ist. Die in Aquarellfarben colorirten Tafeln, sowie der farbenprächtige Umschlag bilden eine Zierde für jeden Salontisch und weisen in Bezug auf Mode ebenso wie die 50 anderen Kleidermodelle einen hocheleganten echt wienerischen Geschmack, verbunden mit practischer Einfachheit auf. Den Preis von Mk. 2.50 für das Album müssen wir als sehr mäßig bezeichnen.

«edaction: Ä. Scheyda. Druck und Verlag der Brühl'schm Universikätr.Buch. und Steindruckerei lPietfch 8t Gcheyda) in Lietzen.

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