Ausgabe 
21.3.1895
 
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Ich kann dis» nicht mehr wagen," sagte de« AngsrÄch, von mir hat sich das Spielglück gewandt, aber hier «ns« junger Freund wird heute sein Glück erproben."

Baron von Eggonsberg verneigte sich zustimmend uttb bemerkte lächelnd:Herr del Baffo meint, daß ich heute GW im Spiel haben werde. Nun, wir werden es ja sehen."

Nun, es freut mich ungemein, lieber Eggonsberg," ent­gegnete Rittmeister von Raben,daß Sie nach der gestrigen Schlappe den Muth nicht verloren haben und nochmals Ihr Glück im rouge et noir versuchen wollen. Famoses Spiel, dieses rouge et noir, nicht wahr?"

Das wollt' ich meinen," sagte Eggonsberg mit Galgen­humor lachend,hunderttausend Francs kann man bequem damit an einem Abend verlieren."

Aber man kann solche Summen und noch größere auch gewinnen," gab der Rittmeister ebenfalls lachend zurück.

Das Diner war zu Ende, Baron Eggonsberg bezahlt! die ganze Zeche und die drei Herren begaben sich im heiter« Geplauder nach den Spielsälen.

Eine halbe Stunde später saßen sie alle Drei am grün« Tische des verlockenden Roulettespieles, doch del Baffo spielt! nicht, sondern saß nur hinter Eggonsberg, um dessen Spie! zu beobachten und um ihm behilflich zu sein.

Eggonsberg spielte schüchtern mit kleinen Einsätzen, ali er aber fast immer gewann und nach Ablauf einer Stunde schon einen hübschen Goldhaufen vor sich liegen sah, wurde er kühner und verdoppelte seine Einsätze, worüber del Buffo lächelte und bemerkte:Sie müssen mit zehnfachen Einsam spielen, lieber Baron! Sie haben ja heute Glück und solchu Glück kommt nicht alle Tage wieder. E» gilt, die Bank zu sprengen und uns Beide an dem verdammten Spiel zu rächen."

Nicht zu hitzig, lieber del Basso," gab Eggonsberg zurück,ich gewinne mit doppelten Einsätzen auch ganz hübsch Summen."

Er strich eben einen Gewinn von zweitausend Francs ei' den ihm der Bankhalter hatte zuschieben lassen, als pliM Raben sich von seinem Sitze mit glühendem Gesichte erhck und im aufgeregten Tone sagte:Aber heute habe ich Uu- glück, lieber Eggonsberg. Ich' verlor bereit» dreißigtausend Francs und habe weiter kein Geld bei mir. Können Sie mir vielleicht zehntausend Franc» leihen?"

Mit größtem Vergnügen, lieber Raben," erwiderte Eggonsberg und überreichte ihm die gewünschte Summe. Dai Spiel nahm seinen Fortgang, Eggonsberg gewann wieder eine stattliche Summe und Raben, der sehr waghalsig spielte, verlor die zehntausend Francs.

Da» Unglück verfolgt mich heute," flüsterte er Eggonr- berg zu,doch ein richtiger Spieler darf nicht an sein Un­glück glauben. Können Sie mir noch weiter aushelfen, lieber Baron?" , ,

Gewiß, Herr Rittmeister, ich bin ja ohnedies in Ihrer Schuld. Wie viel wünschen Sie?"

Nun, zwanzigtausend Francs wären mir recht," erwiderte der Rittmeister. . .

Hier nehmen Sie," sagte Eggonsberg und zählte dm Rittmeister das Geld auf. ,

Weiter geben Sie ihm aber vorläufig nichts," flüstert! jetzt del Baffo dem jungen Baron zu,Sie müssen da» Glückr- geld zusammenhalten, um 'gelegentlich einen Hauptstreich z« riskiren." .

Eggonsberg lächelte und spielte weiter und gewann am neue Summen, während der Rittmeister bald die zwanzig' tausend Francs verloren hatte.

Fast ist es mir heute zu bunt," rief Raben, ärgerlich über feine fortwährenden Verluste.Ich gebe aber heute M Spiel nicht auf. Können Sie mir noch aushelfen, lieber *8dtott d"

Eggonsberg überblickte feine Baarschaft und meinte ruhig: Ich möchte heute mit hohen Einsätzen weiter spielen, 4-» Rittmeister, und da kann ich augenblicklich nicht viel entbehren

Glück und haben mir ja auch mein ganzes Vermögen soeben abgenommen." Ä

Eggonsberg wollte ausrufen: Hier haben Sie Ihr Geld, Ihren Revolver und Ihren Hund wieder, aber del Basso zeigte eine folche tiefernste Geberde, daß er dies nicht zu sagen wagte. Sollte diesen seltsamen Mann wirklich ein Fluch, ein schwerer Fehler belasten, den er, Eggonsberg, viel­leicht von ihm nehmen kannte? Er eaipfand da wirklich Mit­leid mit ihm und wollte ihm gefällig sein. Auch wurde Eggonsberg auf die Lösung de» Räthsel» sehr gespannt.

Nun gut, ich will auf Ihren Wunsch heute in Monaco mein Glück noch weiter versuchen," sagte Eggonsberg dann lächelnd und bot del Basso die Hand.

Freudig schlug dieser ein und die beiden Männer schritten alsbald thalabwärts nach Monaco zu. Auf dem Wege dahin plauderte del Baffo ganz heiter mit Eggonsberg und erwähnte mit keiner Silbe das Spiel oder die seltsame Abmachung wegen der jungen Dame, die Eggonsberg im Spiel gewonnen haben sollte.

In Monaco angekommen, begaben sich die beiden Männer erst in das Hotel, wo Eggonsberg wohnte, um dort zu Mittag zu effen.

Bei der Tafel meldete der Oberkellner dem Baron von Eggonsberg, daß der Rittmeister von Raben schon zweimal dagewesen sei und nach dem Herrn Baron gefragt habe.

Eggonsberg erbleichte unwillkürlich bei dieser Nachricht, die ihm seinen gestrigen Leichtsinn und seine Spielschuld wieder lebhaft in's Gedächtniß zurückrief.

Del Basso mochte wohl die Ursache von Eggonsbergs Verlegenheit errathen und sagte freundlich zu demselben:Nur Muth, junger Freund, Sie werden heute schon die Scharte von gestern wieder auswetzen und der Rittmeister soll nicht triumphiren." , L

Es wäre zu wünschen," seuszte Eggonsberg,denn ich habe an den Rittmeister hunderttausend Franc» Spielschulden zu bezahlen. @(ü(f&t ba6 Größte hoffen," erwiderte Herr del Basso,und wir wollen uns gleich nach dem Diner tu die Spielsäle begeben."

Noch ehe das Diner beendigt war, trat der Rittmeister von Raben ganz erregt in das Hotel und rief, auf Eggons­berg losstürmend:Gott sei Dank, daß Sie da sind, lieber Baron! Ich fürchtete schon, Sie heute gar nicht zu sehen. Ich stehe Ihnen ganz zu Diensten, wie ich Ihnen schon gestern

Sehr freundlich von Ihnen, Herr Rittmeister, aber es ist vorläufig nicht nöthig, daß Sie mir noch Geld leihen," erwiderte Eggonsberg fo ruhig als möglich.Ich bin, glaube ich, für heute mit genug Geld versehen."

Der Rittmeister machte ein lange» Gestcht und blickte scharf prüfend auf Eggonsberg» Nachbar.

Ah, Sie kennen diesen Herrn wohl noch nicht, Herr Rittmeister," rief jetzt Eggonsberg.Erlauben Sie, daß ich die Herren einander vorstelle: Herr del Basso aus Triest Herr Rittmeister von Raben aus München."

Freut mich sehr, Ihre werthe Bekanntschaft zu machen, Herr del Basso," sagte Raben mit einer Verbeugung.Ich glaube, ich sah Sie auch schon öfters in Monaco."

Ich bin nun zwölf Jahre in Monaco," erwiderte del Basso,und ist es sehr leicht möglich, daß Sie mich schon hier sahen, Herr Rittmeister."

Zwölf Jahre in Monaco!" rief Raben erstaunt.Das ist ja ein ewiges Paradies!" , _ ,

Sagen wir lieber eine Hölle," bemerkte del Baffo far- kastisch,denn ich habe für mich kein Paradies hier gefunden. Doch das klingt Ihnen sonderbar, Herr Rittmeister, und ich will deshalb Ihre gute Laune nicht durch meine Klagen ver­derben. Ich war ja auch selbst schuld, daß Monaco eine Hölle für mich wurde."

Nun, versuchen Sie doch Ihr Glück von Neuem, Herr del Baffo," erwiderte Raben schlagfertig,man kann hier ja jeden Tag sein Glück versuchen."

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