Ausgabe 
19.3.1895
 
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gut zu de« Ihrigen hinzugswinns«. Komme« Gis nur heran an den Tisch!"

Mit diesen Worten schob der Rittmeister seinen Arm unter denjenigen des jungen Edelmanns und führte ihn an den Spieltisch.

Eggonsberg unterlag dort bald dem dämonischen Einflüsse bei frivolen Rittmeisters und spielte und spielte, da er meistens gewann, immer weiter.

Sie haben Goldglück heute, lieber Baron," raunte chm der Rittmeister in das Ohr,und Sie müssen das Spiel for-

Eggonsberg, blind dem unqlückseligen Einflüsse des Ritt« meisters folgend, spielte waghalsig weiter, gewann eine große Summe, setzte das Spiel aber auch dann noch tollkühn fort und verlor sein ganzes Geld.

Verblüfft und ernüchtert wollte Eggonsberg von dem Spieltische eilen, als ihn der Rittmeister am Arme festhielt.

Sie haben wohl ein kleines Malheur gehabt, lieber Baron?" frug der raffinicte Spieler mit dämonischem Lächeln. Das schadet nichts, bei Ihrem Glücke können Sie in einer Viertelstunde schon Alles wieder gewonnen haben. Darf ich Ihnen aushelfen?"

Ja, leihen Sie mir fünfhundert Francs, damit ich meine Hotelrechnung bezahlen und nach Hause reisen kann," sagte Eggonsberg verlegen. , .

Run, das wäre ja die größte Thorheit, die Sie letzt begehen können, liebster Baron," erwiderte der Rittmeister. Sie müssen weiter spielen, um Ihren Verlust wieder ein* zubringen. Aber lassen Sie uns erst ein kleines, feines Diner einnehmen. Sie sind mein Gast, Baron-"

Die Erfüllung meiner Bitte wäre mir lieber."

O, Sie können Geld haben, soviel Sie wollen, lieber Baron," bemerkte der Rittmeister mit ausgesuchter Liebens« Würdigkeit.Lassen Sie uns nur erst diniren! Beim Spielen bekommt man Hunger und Durst."

Und fort zog der Spieler den jungen Mann nach der Terrasse vor dem Spielsaale, wo er in einer lauschigen Rische mit ihm ein lukullisches Mahl einnahm und ihm feurige Süd­weine und Champagner so oft zutrank, daß der arme Eggons- berg nur noch ein willenloses Werkzeug in seiner Hand war.

Hier haben Sie einstweilen zehntausend Francs, lieber Baron," bemerkte der Rittmeister und öffnete seine Brieftasche. Sie geben mir einfach einen Ehrenschein darüber, wie er unter Cavaliere« üblich ist."

Eggonsberg schrieb mit leise bebender Hand den Ehren­schein und nahm fast zitternd die zehntausend Francs in Tausendfrancsnoten, denn er hatte noch niemals Geld geborgt und war es ihm jetzt, als stände er an einem fchwindelnden Abgrunde.

Dann begaben sich der Rittmeister von Raben, wie der volle Name des Spielers war, und Rupprecht von Eggons­berg wieder in den Spielsaal und sie spielten von Nmem. Eggonsberg wagte ganz hohe Einsätze, gewann einige Male, vergrößerte seine Einsätze und verlor wieder Alles. Sofort war aber auch schon der Rittmeister an feiner Seite und legte ihm sein ganzes Portefeuille hin.

Ich habe heute Glück und Sie haben einiges Pech," flüsterte der Rittmeister kaltblütig.Hier nehmen Sie, was Sie brauchen. Mein Portefeuille steht zu Ihrer Verfügung, lieber Baron."

Wie mechanisch ariff der bethörte junge Mann in das Portefeuille des Rittmeisters und nahm ein Taufendfrancs- btllet nach dem andern heraus, um es zu verspielen.

Das Spielglück war ihm nicht wieder hold und als er zuletzt mit verzehnfachten Einsätzen spielte, verlor er so ge­waltige Summen, daß sich des Rittmeisters wohlgefülltes Porte­feuille bald leerte. Als dieses leer war, erhob sich Eggons­berg ganz erregt und eilte wie betäubt vor Aufregung, Scham und Aerger aus dem Saal. Der Rittmeister von Raben folgt« ihm aber auf dem Fuße und sucht« ihn zu trösten.

Es war heute ein Unglückstag, lieber Baron, weiter

nichts, morgen werde« Sie sicher Glück haben," sagte er fa seiner frivolen Weise zu dem jungen Manne.

Wie soll ich morgen Glück haben, wenn ich kein Geld mehr habe," erwiderte Eggonsberg bitter.

Run, zu Hause in meinem Hotel habe ich noch Geld," gab Raben schlagfertig zurück.Für hundertundfünfzigtausrnd Franc» sind Sie mir schon gut, lieber Baron, und diese Summe könnte ich Ihnen im Ganzen leihen. Jetzt schulden Sie mir gerade hunderttausend Francs, denn neunzigtausend Franc» enthielt mein Portefeuille und diesen Betrag ent­nahmen Sie noch demselben."

Hunderttausend Francs an einem Tage verspielt," stöhnte Eggonsberg.Es ist entsetzlich!"

Das ist doch nicht so entsetzlich," entgegnete Raben mit frivolem Lächeln.Ich habe auch schon so viel an einem Tage gewonnen, Glück und Unglück gleichen sich eben aus. Versuchen Sie nur morgen Ihr Glück nochmals. Bitte, schreiben Sie mir jetzt über die neunzigtausend Francs noch den Ehrenscheiu und morgen früh kommen Sie in mein Hotel und holen sich die fünfzigtausend Francs, die ich Ihnen noch geben kann. Passen Sie auf, morgen bringt Ihnen die blinde Glücksgöttin das zurück, was Sie Ihnen heute nahm."

Ein furchtbares Verhängniß hatte den gutmüthtgen, bi» heute Mittag noch so fest auf dem Wege der Tugend stehen­den Baron von Eggonsberg ereilt. Heute Mittag hatte er noch keine Schulden und heute Nacht schrieb er mit zitternder Hand schon den zweiten Schuldschein und sah sich mit eim drückenden Schuldenlast von hunderttausend Francs beladen. Sein Frohsinn, sein Lebensmuth war dahin und selbst da« feine Souper und die auserlesenen Weine, welche Raben be­stellt hatte, vermochten den jungen Mann weder aufzuheitern, noch sein Gewissen einzuschläfern. Beim Abschiede von dem Rittmeister sagte er auf dessen Drängen demselben aber zu, morgen von diesem die fünfzigtausend Franc» noch holen und sein Glück von Neuem versuchen zu wollen.

4 *

Der Freiherr von Eggonsberg verbrachte nach dem un­glücklichen Spielabend eine schreckliche Nacht. Der Leichtsinn und die frevelhafte Waghalsigkeit war sonst in seinem Leben nie seine Art gewesen und er verfluchte den Tag, welcher ihn nach Monaco und in die Gesellschaft de» Rittmeisters von Raben geführt hatte. Er konnte es gar nicht begreifen, wie er die Tollheit hatte begehen können, hunderttaufend Francs zu verspielen. Unaufhörlich quälten ihn die furcht­barsten Gewissensbisse und der Gedanke an da» Herzeleid, welches er durch seinen Leichtsinn seinem hochbetagten, von ihm verehrten Vater bereiten würde, wenn derselbe, was ja schließlich unausbleiblich war, erfuhr, daß sein einziger Sohn, der bisher ein musterhafte» Leben geführt hatte, ein toller Spieler geworden und hunderttausend Francs Spielschulden gemacht hatte, brachte Rupprecht von Eggonsberg fast zur Verzweiflung.

Dann peinigte ihn auch der Gedanke, wie er au» Raben» Schlingen sich befreien sollte. Raben war in seiner Weise immer noch recht gefällig und großmüthig gegen ihn gewejen, hatte ihm sogar noch weitere fünfzigtausend Franc» zugesagt, um morgen sein Glück von Neuem zu versuchen. Aber ein von Minute zu Minute wachsender Widerwille stieg jetzt im Herzen Eggonsberg» gegen den Rittmeister auf, er entsann sich auch, daß dieser schon in der Residenz wegen seiner Neigung zum Hazardspiele einen verdächtigen Ruf genossen hatte und er schrieb deshalb den dämonischen Verführungskünsten de» Rittmeisters sein ganzes Unglück zu und beschloß, dessen weitere Gefälligkeit morgen nicht anzunehmen, mochte es kommen, wie es wollte.

Mit stechenden Kopfschmerzen erwachte Rupprecht von Eggonsberg am andern Morgen sehr zeitig aus einem un­ruhigen Schlafs- und sprang wie von Furien gequält sofort au» seinem Bette, denn die Gewissensbisse über sein gestrige» wahnwitziges Thun folterten ihn auf'» Neue und lieben ihm keine Ruhe. Sr kleidete sich rasch an, bestellte sich ei« Krüh­

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