Aeld gab. Nichts von dem, was einem Volke gestattet, einen Angriffskrieg zu unternehmen oder stch in fein Territorium zurückzuziehen, um einer Jnvaston den Weg zu versperren
Die Generale waren lauter Royalisten und Verrätber- Dumouriez, Dillon, Custine, Valence.
Der junge Herzog von Chartres, der stch später Louis Philipp nennen sollte, wurde von dem General en chef be. sunfiigt. In einer geheimen Abstcht, die Zukunft durch viele Jahre vorwegnehmend, hatte Dumouriez dem königlichen Prinzen eine sehr glänzende Rolle reservirt: Der junge Herzog sollte die Meuse occupiren und die auf Valenciennes und Lille marschirenden Oesterreicher aushalten. Man schob ihm also Lorbeeren zu, die sich in eine Krone verwandeln konnten.
Obwohl sich der Herzog von Chartres ast dem unsterb- l chen Tage von Jemappes sehr tapfer benahm, war es ein einfacher Bedienter, Namens Battiste Renard, im Dienste Dumouriez, der die verwirrte und im Rückzüge befindliche Brigade des jungen Prinzen anfeuerte und so den Sieg des Centrums entschied. ö
Die Armee — es war keine Armee, sondern eine Cohorte von zusammengewürfelten Kämpfern, von denen viele noch die Blouse oder den bäuerlichen Kittel trugen, viele ohne Gewehre, nur mit eilig ergriffenen Piken bewaffnet, — besaß keinen . Zusammenhang, keine Disciplin und keine Instruction. Es I mr das Volk, das sich erhoben und in einem Augenblick der Begeisterung die Waffen ergriffen hatte, die ihm in die Hände kamen und in wildem Durcheinander zur Befreiung des Heimathsbodens herbeieilte. ü
Z^?k?/"^b bahin, diese hehren Freiwilligen, k"b^?x^°^illaise, die Carmagnole, das Qa-ira bildeten den Rhythmus des lärmenden Marsches.
Aber diese heldenhafte Bande besaß Vertrauen, Feuer, Begeisterung. ° ' I
Bald trug sie in Valmy den Sieg über die alten, krieg. I gewohnten Truppen davon. 0 I
, ZemopM, wo die improvisirte Infanterie der republi- I konischen Freiwilligen, freilich von alten Unteroffizieren wie I Hoche und Lefebvre, commandirt wurde, welche die zum Feinde I übergegangenen adeligen Offiziere ersetzten — wurde auf I zwanzig Jahre hinaus Königin der Schlachten.
.. Am 5. November 1792, bei Sonnenuntergang, erschien I die Arnzee der Republik vor den mächtigen Positionen von I Jemappes. I
Die Höhen, welche die Stadt Mons umgeben, tragen drei Dörfer, welche heute Centren von Kohlenbergwerken sind: Cuesmes, Bathaimont und Jemappes.
Die Oesterreicher hatten sich in diese Positionen zurück, gezogen. Redouten, Holzhaufen, Palltsaden, vierzehn kleine Schanzen, eine zahlreiche Artillerie, in den Wäldern im Hinter, halt liegende Tiroler Jäger, Cavallerie, die in den Thälern zwischen den drei Dörfern zusammengezogen und bereit war, vorzustürzen, um die unvorsichtigerweise zum Sturm der Hügel ^ansteigenden Franzosen niederzusäbeln, bildeten die natur- uche Festung, welche die Freiwilligen erobern wollten. Der Herzog von Sachsen-Teschen, Reichsfürst, Lieutenant des Kaisers von Oesterreich, Gouverneur der Niederlande, führte das Ober- commando. Unter seinem Befehle stand Clerfayt, ein geschickter General, dessen weise Rathschläge jedoch nicht durchdringen konnten. Clerfayt traute der gallischen Begeisterung nicht und statt den Angriff abzuwarten, schlug er vor, des Nachts in drei Colonnen über die überraschten Franzosen herzufallen und sie zu zerstreuen, eheste einen Schlachtplan fassen konnten. Bet einer solchen Ueberraschung stände der Vortheil auf Seite der krtegsgewohnten und disciplinirten Truppen.
. EMcherweise hielt der Herzog von Sachsen-Teschen j eine nächtliche Attacke für wenig ruhmvoll: Er träumte von der Apotheose einer aufsehenerregenden Schlacht bei Hellem Tage.
Dumouriez benutzte die Unthätigkeit des Feindes, um feine Armee in einem Halbkreise aufzustellen: General d'Horville I
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“ i ^^ttianbJrte den äußersten rechten Flügel, Beurnonville den । Achten, der auf Cuesmes marfchirte, der Herzog von Chartres I ©entrunt occupirend, sollte Jemappes von vorne angreifen'
■ | General Ferraud manöverirte in der Flanke des Dorfes zur I $ n a^tete' Colonnen, in Bataillonen vor.
1 I ^rücken. Die Cavallerie unterstützte die Flanken, die Artillerie ' T^n' um dieThäler zwischen den K
I Hügeln zu erfüllen. Husaren und Dragoner waren zwischen I S8n£8 und Jemappes zusammengezogen, um der österreichi- '' I schen Cavallerie den Weg zu versperren. s
I Nachdem diese Dispositionen getroffen waren, wurden I ^ Feuer angezündet und man brachte die Nacht mit gegen.
1 fettiger Beobachtung zu.
I Ärenb Schlacht sich vorbereitete, begab sich in dem I ^ewendaal, das in der Nähe von Jemappes zwischen 1 den beiden Armeen lag, Folgendes: ’ W
I Aach und ein Gehölz schützten es vor den Franzosen I ab berk ^nter den Thürmen sich erhebende Berg vor dem I Feuer der Oesterreicher.
I . Als neutrales Terrain zwischen den beiden Lagern war ' I das Schloß von den beiden Generalstäben als Vorposten be- I zeichnet worden.
Französische Recognisceure hatten unter seinen Mauern I von entgegengesetzten Seiten kommend, österreichische Patrouillen getroffen. Sie hatten sich mit einigen Flintenschüssen begrüßt
I dann Dg sich jede der kleinen Truppen zurück, um über \ I die Position Bericht zu erstatten.
I ™ Die Oesterreicher behaupteten, daß das Schloß in der Macht der Franzosen sei und die Franzosen erklärten, daß die
I Oesterreicher davon bereits Besitz ergriffen hätten.
Das Resultat davon war, daß die Behausung des Barons I von Lowendaal ihren natürlichen Bewohnern überlassen blieb. I t Baron Lowendaal, der am Vorabende angelangt war,
I hatte der Abmachung gemäß seinen Freund, den Marquis von ] Lavaline, und dessen Tochter Blanche bei sich empfangen. Da I die Truppen ihre Concentrationsbewegungen noch nicht aus. führten, hatte der Baron, in Blanche verliebter als je und von Leonard über die Folgen seines Liebesabenteuers mit Herminie von Beaurepaire beruhigt, nicht gezögert, die Vor« bereitungen zur Hochzeit zu beschleunigen.
(Fortsetzung folgt.)
VevuMehtes.
. O weht Mutter: „Ist es wahr, daß Dein Mann ein heimlicher Säufer geworden ist? Das wäre ja schrecklich I" — Tochter (weinerlich): „Wenn er es noch wäre, liebe Mama; aber der säuft ja schon unheimlich I"
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Unbegreiflich. Hebamme (mit dem Neugeborenen eintretend): „Herr Professor, gratuliere! Sie haben einen prächtigen Jungen bekommen!" — Professor (das Kind erstaunt betrachtend): „Hm! . . . höchst interessanter Fall. So jung und schon eine Glatze!"
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Biel verlangt. Redacteur: „Was wollen Sie?" - Strolch: „Vier Mark! So viel kostet mein Hut, den mir gestern der Regen verdorben hat, trotzdem schönes Wetter in ihrer Zeitung stand. Sie sind doch nach dem Preßgesetz verantwortlich." v
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Höchst unwahrscheinlich. Er (nach dem Theater): „Nun, wie hat Dir das neue Stück gefallen?" — Sie: „Ganz nett. Etwas ist aber unwahrscheinlich: Der zweite Act soll drei Jahre nach dem ersten spielen, und darin kommt noch immer dasselbe Dienstmädchen auf die Bühne."
Redaktion. A. Gchryda. Druck und Verlag der Brühl'schen UniverfitätS-Buch- und Stcindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Gießen.


