Ausgabe 
13.6.1895
 
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Mischen ihnen aufrecht zu erhalten. Sie reichte eben hin, um eine völlige Entfremdung zu verhindern. Aber das berechtigte ihn wohl kaum zu dem wunderlichen Wesen und der trüben Stimmung, in der er sich stets befand.

Jetzt saß dem Grafen der Curator gegenüber, dem die einstweilige Obhut für Miß Netta anvertraut war, ein ent­fernter Verwandter dieser Dame und Lord Belforts.

Das also ist das traurige Ende von meines Bruders unvorsichtigem, irregeleiteten Leben!" bemerkte der Graf nach einer Pause, während welcher er die Aufregung über die Nachricht, die Herr Meynard ihm gebracht, hatte Niederkämpfen müssen.

Sie sehen die ganze Angelegenheit vielleicht mit etwas zu strengem Blicke an," versetzte Herr Meynard besänftigend. Es war wohl etwas unüberlegt von Lord Faro, von dem die Welt als Vater und Mann vielleicht noch viel erwartete, fein Leben so auf's Spiel zu setzen. Doch hat er diese Thor- heit bitter büßen müssen und sein letzter Wunsch war, daß Sie, Mylord, über seine Tochter wachen möchten, bis sie sich verheirathet oder mündig ist."

Ich?" ries der Graf zurückprallend aus.Was soll ich mit einem so jungen Mädchen und mit einer Schwester anfangen, die ich seit zwanzig Jahren nicht gesehen habe? Herr Meynard, das ist unmöglich!"

Wollen Sie damit sagen, daß Sie die Ihnen anver« traute Vormundschaft entschieden zurückweisen?" fragte Herr Meynard erstaunt.

Kennen Sie den wahren Grund des Hasses meines Bruders gegen den jungen Menschen, dessen Alter ihn vor einer solchen Thorhett hätte schützen müssen?" frug Graf Treville.

Herr Meynard zuckte die Achseln.

Was kann ich Ihnen darauf erwidern? Wenn ich Ihnen offen meine Meinung sagen soll, so glaube ich, daß Lord Faro eifersüchtig darauf war, daß Lord Belfort einem sehr hübschen Mädchen, das Lord Faro aus Deutschland mit­gebracht hatte, große Aufmerksamkeiten erwies. Aber es ist vielleicht unrecht von mir, so zu urtheilen."

Herr Meynard war nicht wenig überrascht, als er sah, welche Wirkung seine Worte auf den Grafen ausübten.

Lord Trevilles Gesicht war leichenblaß geworden und feine Augen starrten den Gast fragend an.

Was wollen Sie damit sagen?" brachte er mühsam hervor.Wollen Sie den Namen schmähen, den mein ver­storbener Bruder und ich tragen? Wie können Sie wagen, solche Verleumdungen auszusprechen?"

Bitte, Mylord, es war nur eine Antwort auf Ihre eigene Frage!" entgegnete Herr Meynard gelassen.Ich kann als Gentleman meine Lippen mit keiner Lüge beflecken und ich sagte nur, was ich vermuthete."

Der Graf schien inzwischen seine Selbstbeherrschung wiedergewonnen zu haben.

Sie haben vielleicht Recht, Herr Meynard, aber Sie werden gestehen, daß es kein sehr glaubwürdiges Gerücht ist. Wer ist das Mädchen, von dem sie sprechen?"

Sie fragen mehr, als ich Ihnen sagen kann, Mylord.

Faro brachte sie aus Deutschland mit, machte sie zur Gesellschafterin seiner Tochter, widmete ihr aber, wie es heißt,

L^be eines Vaters. Ihre Geburt und ihre Her­kunft sind mir gänzlich unbekannt und wie ich glaube, waren sie auch Ihrem Bruder nicht bekannt. Sie soll die namenlose Waise einer im Schiffbruche umgekommenen Familie sein."

Und wo ist sie? Wo ist sie jetzt?" rief Lord Treville yastig.

,, "Ach weiß es nicht," erwiderte Meynard.Sie verließ die Villa gleich nach dem Duell, noch vor Ihres Bruders Tode. Das gab Veranlassung zu allerhand Gerede, da sie und der schuldige Flüchtige gleichzeitig verschwanden und sich daraus mancher Schluß ziehen läßt."

, , .««®j* wuß gefunden werden, sie muß gefunden werden!" r ef der Graf erregt.Ich stimme Ihnen bei," setzte er hinzu, als er Herrn Meynards erstaunten Blick bemerkte.Der

Schlüssel zu diesem Geheimniß ruht jedenfalls in der Brust dieses unglücklichen Mädchens. Sie muß aufgesucht werden. Meiner Ansicht nach ist sie viel tadelnswerther, als Lord Belfort. Jedenfalls ist sie ein leichtfertiges Ding, das ich schon zu behandeln wissen werde. Wenn sie nur erst hier wäre." Das soll geschehen, sobald wir sie entdeckt haben, My­lord. Doch, wie ich Ihnen schon sagte, vorläufig weiß man noch nichts über ihren und Lord Beiforts Aufenthalt. Gerichts- beamte sind ihnen auf der Spur, und wenn sie zusammen ge- funden werden sollten, würde sie sicherlich verdächtigt werden, dem Uebelthäter zur Flucht behilflich gewesen zu sein."

Das räthselhafte Mädchen muß gefunden werden," sagte der Graf mit erstickender Stimme.Wie heißt sie?"

Sie wurde Cora vom Meere genannt. Das ist aber nicht ihr wirklicher Name, sondern man nannte sie nur so, weil man sie aus dem Meere gezogen hat und ihren wirklichen Namen nicht kannte. Die Familie, in welcher sie früher lebte, hieß Falkner und wohnt in Bremen."

Herr Meynard, ich muß sie sehen!" rief der Graf erregt. Aber meine Schwester weiß vielleicht Genaueres darüber. Allerdings hat es wenig mit der fraglichen Angelegenheit zu thun ich meine die Vormundschaft über meine Nichte aber doch bin ich, wenn ich dieselbe übernehme, verpflichtet, mich genau nach der Ursache des Todes meines Bruders zu erkundigen."

Sie mögen Recht haben," antwortete Meynard kühl. Doch Eines von dem Andern abhängig machen, heißt fast, die Sünden der Väter an den Kindern Heimsuchen."

Und wenn dem so wäre?" entgegnete der Graf bitter. Wenn dem so wäre? . . . Ist Netta die Einzige, die einem solchen Loose ausgesetzt ist? Es gibt viel Bemitleidens werthere, als diese Erbin, auf die ein solcher Fluch fällt. Sparen Sie Ihr Mitleid auf diese auf."

Das Alles löst sich durch die Beantwortung einer Frage," entgegnete Herr Meynard mit einer Miene, als ob er des Widerspruches müde sei-Sind Sie gewillt, die Vor­mundschaft über Ihre Nichte zu übernehmen? Das ist die Frage, die mich herführte und ich muß eine entscheidende Ant­wort zurückbringen, bevor Lady Emily die Villa verläßt."

(Fortsetzung folgt.)

Madame Sans Gone.

Roman nach Victorien Sardou und F. Morrea«. Deutsch von Adele Berger.

(Fortsetzung.)

Bonaparte sehr sparsam in seinem Hotel und dinirte so ost als möglich in der Stadt bei Herrn und Fran Permon, die er in Valencia kennen gelernt und deren Tochter Junot heirathen und Herzogin dMrantss werden sollte. Später hatte Bonaparte die Absicht, die Hand der Frau Permon's zu erbitten, die mit einem hübschen Vermögen Wittwe ge­worden war.

Trotz seiner Sparsamkeit hatte er in jener Epoche einige Schulden. Er schuldete fünfzehn Francs seinem Garkoch, und, wie wir sehen, eine Rechnung von fttnfundvkerzig Francs seiner Wäscherin Sans-GZne.

Seine Bekannten waren spärlich, bloß mit Junot Marmont und Bourrienne lebte er in täglicher Vertrautheit. Alle drei waren gleich ihm arm an Geld und reich an Hoffnungen.

Am Morgen des 10. August hatte sich Bonaparte beim Klang der Sturmglocke erhoben und war, zu Fauvelet de Bourrienne geeilt, dem älteren Bruder seines Kameraden, der am Place de Caroussel einen Pfandleiher- und Antiqui­tätenladen besaß. Er brauchte Geld, und da er am Tage einer Revolution nicht ganz mittellos fein wollte, verpfändete er bei Fauveler seine Uhr, der ihm dafür fünfzehn Francs vorstreckte.

Von diesem Laden aus, den man, weil der Kampf be-