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dem Wasser, so unter dem Lande ist, hin» und hergetriebeü, daß mancher Hausmann große Mühe haben muß, seinen Hos nebst den darauf stehenden Eichbäumen wiederum auf die vorige Stelle zu bringen".
Und so ist es geblieben bi» auf den heutigen Tag. Wenn zur Zeit der Schneeschmelze das „Treiben" beginnt, wackelt ganz Waakhausen, für feine Bewohner beginnt die Zeit des ',Umsturzes", gegen den Gesetze nicht erlassen werden können. Es gewährt einen eigenthümlichen Anblick, wenn zu Beginn des „Umsturzes" die Aecker längs der Landstraße sich ausblähen, auseinauder bersten und ein lustiges Vaga- bondenleben antreten. Das giebt eine gewaltige Verschiebung im Lande, denn kein Grundbesitzer weiß, ob nicht der schönste Baum vor seiner Warf plötzlich von der Wanderlust ergriffen wird und vergnüglich seiner Wege schwimmt.
Liegen Stege oder Brücken über den Gräben, so bleibt
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Quer durch's „Teuselsmoor"
Von Hendrik Wellersee.
Rbd«öti°N! A. TcheyH - Druckund Verlag der Brühl',chen UniversitSts-Buch- und Steindru-k-rei (Pietsch & Sch-Yda) m G'-M.
(Schluß.)
Sin Moorproduct der seltsamsten Art ist ein im Teufels» moor gelegener Landstrich. Vom Plateau der Lüneburger Saide aus zwischen Weser und Hamm breitet sich da» St. Jürgener Land aus, ein in Cultur befindliches Moorland, dessen fester Grund und Boden auf mächtigen Torflagern ruben Das ist da» „schwimmende Land bei Waakhausen". Da» Moor, durch die schlammige Masse der Wafferfäden schon zu großen Stücken zusammengefloch.en, bietet dem Torfmoos einen nährsamen Ansotzgrund. Bald haben sich dicke Pflanzenpolster gebildet, welche andern, mehr bolriaen Pflanzen einen willkommenen Anftedelungsplatz bieten. ~,„uv„ —„..... -- ... ■ . .
Diese Polster schwimmen umher in dem Braakwasser, sie I ^eitn Hochwasser zuweilen das eine Ende derselben in der werden umfangreicher und breiten sich aus in die Tiefe; I Tiefe flecken, während das andre Ende sich hinauf schiebt, bald wuchern Schilfgräser ein, welche die schwimmenden I empot hebt und auf den schwimmenden Acker wie auf Bolster immer enger verketten und zu runden Wiesen umge- | eine Anhöhe hinaufführt. All diese» Unheil richten die Ge» stalten. Diese Wiesen sehen schön aus, - wer sie aber be- I wässer der sonst so ruhigen Hamme an, welche das Moor, tritt ist ein Kind des Todes, er versinkt fammt der Wiese in | g^iet durchfließt. Sie speist alle Canäle und Gräben dem' unergründlichen Moor. Das Moor bei Waakhausen i ^etcitt reichlich mit Wasser, daß dasselbe in das Moor tritt ba7 eine Tiefe von 25 bis 30 Fuß. Sand und Moorerde \ unb ou8 demselben eine schwammähnliche Blase bildet, deren bilden die ersten Ablagerungen, an welche sich die noch in der 8 06eter, 8 bis 10 Fuß dicker Rand sich abhebt und in tret- Verkohlung begriffenen filzigen Torfe fügen. Während der | hende Bewegung geräth. Die Torflage der schwimmenden Regentage des Herbstes saugt sich die Moorbodenlage voll I Wiesen ist oft so dünn, daß, wenn ein Wagen darüber fährt, von Wasser gleich einem Schwamm. Tritt nun Frost ein, I ber Boden sich unter den Rädern und den Pferden senkt, so erstarrt das Wasser zu Ei». Die obere Moordecke ist sehr I hinter dem Wagen sich aber wieder hebt. Man fährt „wie lose mit der braunen Unterschicht verbunden, es bedarf nur I auj Gummi".
des Einflusses des Wassers und der Kälte, um sie von ein» i gRit ben Häusern (Wurten) sieht'» unter diesen Ver» ander zu reißen. Die Moorfchichten treiben hoch, haben nach I h^tnissen auch nicht zum besten au». Sie verändern in unten keinen Halt mehr und leisten sich ein vagabondierende» | j^ewFrühjahr ihre Grundlagen und müssen wohl oder Dasein. Die Gebäude der Bewohner find errichtet auf I beH Senkungen de» Bodens folgen. Die au» Fachwerk „Wurten", die allmählich aufgeworfen und erhöht worden I ^hauten Häuser kommen von Jahr zu Jahr mehr „aus dem find. Diese Wurten stehen fest, denn der aufgeschüttete Sand I @8 bleibt am Ende nichts übrig, als die Häuser und Ballast hat den Torfboden derart niedergedrückt, daß i QUj$ bem Sumpf herauszuheben und auf festere Basis zu er den Dünensandboden erreicht hat und auf demselben fest ^Aufgeschroben" werden die Gebäude, - ganz wie
fitzt Ist einmal diese Bodenschwere erreicht, dann hört frei- I in amettta Unter das Haus werden hölzerne, etwa 1 Meter
lich das Schwimmen auf. Aehnlich ist es auch mit den (ange Schrauben gesetzt und mit diesen wird es re nach Be-
Landstraßen, die infolge der fortwährenden Aufschüttung von j bat| in bie $ö(je gehoben. Diese Prozedur ist mühsam und
Sand fest liegen, während die Felder zu beiden Setten sich ] {ofi'fpie[ig und beschädigt die Häuser derart, daß sie nach
heben. i „ I wiederholtem Aufschrauben neu gebaut werden müssen.
Die Erscheinung des ''schwimmenden Landes war schon | also die Bewohner weder auf ihrer Scholle,
in vorchristlichen Zeiten bekannt. Der römische SchrlflstellLr | ihren Häusern- Bringt der Frühling einen heftigen West-
Plinius der ältere, ein „Weltrei ender s^» Zeit, gelangte b^n ^t’» im Moor ganz kunterbunt zu. Die Erde
mit einer Flotte bis an die Mündung der Mde und lernte schwimmenden Inseln treiben gegeneinander
„das Land der Chauken' au» eigener Anschammg kennen. l^b ^wickelt sich ein Bild, wie es der alte Plinius zu-
Er schreibt von Ebbe und Fluth, von den auf Wurten be j geschildert hat. So wurde vor einigen Jahren ein
legenenen Wohnungen der Chauken, von den Seefischen al» | @ ganb Don ber Größe eines halben Morgens, das mit
ihrer Nahrung, dem Backtorf als einzigemBrennmaterial, | einem bi(||en Gehölz von Tannen, Birken, Erlen und Eichen
dem Reeth, aus welchen Stricks geflochten werden, den Wasser | w burch den Wind von seiner Stelle getrieben und
cisternen u. s. w. und erzählt auch von schwlmmendem Erd , ^’efncn 6reiten Canal geführt und es drohte dem Etgenthümer
reich: „Bis an die Ufer stehen Eichen vom üpplOen Wachsthmn, eine8 werthvollen Thetles feines Besitzes. Dieser
und durch die Wellen untergraben odervom Windegetrieen | murbe allerdings dadurch vermieden, daß man mit führen sie große Inseln durch die Verflechtung ihrer Würze n । ' Schrauben und Stricken unter großen Anstreng-
mit sich fort, und also feststehend schiffen st- vermöge des «nse von Insel wieder in ihre frühere Sage
Geräth» ihrer mächtigsten Aeste, sodaß of unsre Flotten ge- »ngen
“Ä Ä" MH und I B-d-n 'n j-d°m Frühjahr «rgnüg. «--'Irr schwimmt.


