flott, tote ein junge« Lavalier, trotz seiner Hühneraugen — besonder» mit der dicken Hofcäthin!"
„Aber Ella!" verwies Martha, der das Wort »Hühner- äugen" einen förmlichen Stich gegeben hatte. „Drücke Dich doch gewählter au»! Hühneraugen! Ein entsetzliches Wort!"
Ella mußte überlaut lachen.
„Du hast ja selbst welche, Schwesterchen!"
„Laß das — sage mir lieber, wie hat Dir der Ball gefallen?"
„Ach, sehr gut! Tanzen ist ein himmlische» Vergnügen1"
Martha nickte.
„Du hattest auch einen guten Tänzer."
Ella erröthete leicht, hob aber unschuldig thuend da» Köpfchen. „Wm meinst Du denn?"
„Nun, den schwarzen spanischen Ritter."
„Den — den Ritter?" fragte Ella erschrocken und ein Zagen erfaßte sie. „Ja, der tanzt sehr hübsch!"
Eine kleine Pause entstand.
Martha beobachtete ihr Schwesterchen, das an der weißen Rose zupfte und sich dann rasch zu dem Stubenmädchen wen« bete: „Ach, Marie, hole mir doch da» blaue Seidenband au» unserm Schlafzimmer. Ich glaube, e» liegt in der Schaiulle — oder wenn nicht, dann such' e» in der Commode."
Das Mädchen ging mit einem: „Schön, Fräulein!" in’» Schlafzimmer der beiden Damen.
Run waren sie allein.
„Warum schickst Du da» Mädchen fort?" fragte Martha erstaunt.
Ella stand auf und trippelte ängstlich näher zu Martha.
„Ach, Schwesterchen, ich möchte Dir ein große» Geheim- niß anvertrauen —"
„Und damit kannst Du n cht bis in der Frühe warten!"
„O nein," eiferte Ella, „es hüpft mir ja j-tzt fchon im Kopfe herum — da — und da — und da!" Sie drückte mit der Spitze ihres rosigen Fingers auf verschiedene Stellen ihres Kopfes- „Wenn ich mich so niederlegen müßte, könnte ich nicht schlafen und —"
Martha stand ebenfalls auf und legte den Arm um die schlanke Taille der Schwester. Sie zum weichen Sopha führend, bat sie: „Also erzähle mir, Ellchen, was ist es?"
„Aber versprich, mich nicht zu schelten."
„Das muß ja entsetzlich sein!" machte die Schwester.
„Aber erzähle nur; ich verspreche, nicht zu schelten."
Ella war einigermaßen beruhigt.
„Also," begann sie, „es betrfft den spanischen Ritter.
„Aha! Dachte ich mir’s doch!"
Das Backfischchen fuhr zusammen.
„Hast Du es auch bemerkt?"
„Was denn?" „ Ä
„Er flüsterte mir immer in's Ohr und dabei —" Das junge Dämchen schlug einen hochwichtigen Ton an. „Denke Dir, ich habe seine Augen rollen sehen!"
„Ah," machte Martha leicht, „Du hast seine Augen rollen sehen?"
Sie nickte: „Hm! Aber das Schlimmste kommt noch. Mit einer grenzenlosen Offenheit sagte er mir in'« Ohr: Ich kenne Sie, mein Fräulein! - Was sagst Du dazu?"
„Warum soll er Dich denn nicht kennen?"
„Ja, wenn es dies allein wäre! Er sagte: Ich kannte Sie, mein Fräulein, als Sie noch ein Wickelkind waren. — Dann sagte er, ich hätte damals einen solch’ kleinen Mund gehabt, daß sich immer nur wie ehr Spatz gepiept hätte."
„Der Unverschämte!"
„Ja, ich ein Spatz! Ich bin sechzehn Jahre alt, mein Herr! sagte ich, und kein Spatz! — Weißt Du, was er mir antwortete?"
„Run?"
„Und Sie sind doch mein kleiner Spatz!"
Dem Backfischchen — Pardon, meine Damen, ich nenne ein junges Mädchen so gern Brckftschchen; es klingt so appetitlich — kamen beinahe die Thränen.
„Ich sein Spatz?" stieß e» hervor.
Martha wiegte nachdenklich den Kopf.
„Wer mag dieser Mensch nur sein? Du ließest ihn doh tehen?"
„Rein! Ich hätte gern gewußt, wer er ist, deshalb blieb ch." Sie wurde wieder ängstlich. „Schwesterchen, es ka« noch ärger."
„Roch ärger?"
„Beim Cotillon war er so ungeschickt, mir auf den Fuj zu treten und als er mich nachher in die kleine Laube führ!! — Du weißt ja, rechts im Saale, — da sagte er: Mein Fräulein, ich habe Ihnen wehe gethan. Gestatten Sie, das ich meine Schuld sühne. — Und ehe ich wußte, wie mir ge> schah, da — da —"
„Run — da — da —"
In traurig-naivem Tone sagte da» junge Mädchen leisem „Da hatte er mich geküßt!"
„Unverschämt!"
Damit wollte Martha aufspringen. Sie konnte nicht, von Küssen hören; dies Thema war ihr ein Greuel. Da! ich glaube, es gibt manche Dame, die ebenso denkt, das heiß!, wenn der betreffende Kuß nicht ihr selbst zugedacht ist.
Ella spielte die Beleidigte.
„Ja, sieh’ her," - sie zeigte auf da» rosige, geschwellt! Mündchen — „man muß es noch fehen, es brennt immer noch!"
„Und was hast Du denn gethan?"
„Ich? Nichts! — Doch ich wunderte mich, wie er d» so schnell fertig brachte. Weißt Du, es knallte ordentlich
„Du bist ein Kind, Ella," sagte sie, unangenehm berühr „in Deinen Ausdrücken wie in Deinen Empfindungen."
„Aber ich weiß doch, daß es ein sehr hübscher Kus war!" warf Ella pckirt hin.
Martha wollte weiter antworten, al» vor der Thür ei« Geräusch sich vernehmen ließ. Birkendorf, Hauptmann a.D, trat in’» Zimmer.
Um seine militärischen Glieder hatte er einen lange« Schlafrock gebunden; in der Hüite lag die mit den Lander- färben durchsponnene Schnur. Auf dem Kopfe trug Birke«' dorf eine ziemlich große Nachtmütze, in unschuldsvoller Färb, leuchtend. Der lange Zipfel diese» Nachthelmes hüpste I« lustigen Sprüngen um das Gesicht des alten Hauptmanns a. T
Dieses Gesicht, von unzähligen Fältchen durchzogen, wär; eigentlich ganz gemüthltch zu nennen gewesen, wenn chm M ein großer wetßer Schnurrbart, der mit seinen beiden Tbem weit über die Mundwinkel hinunterhing, ein martialisch!» Aussehen verliehen hätte. Dazu buschige Augenbrauen, unter denen die Hellen Aeuglein funkelten - da» war der Hauptmann Birkendorf. t
„Ihr seid noch auf, Kinder?" brummte der Hauptmaift nachdem er eingetreten. „Ich fah es von unten an Eure«! dunklen Schlafzimmer. Warum geht Ihr nicht schlafen?
„Wir unterhielten uns noch, Papachen," erwiderte Ella.
Birkendorf musterte seine Jüngste mit den Augen m einen Rekruten. o„
„Spracht wohl von Liebesgeschichten - war?
„Aber Papachen, woher weißt Du denn —" „erschnappte sich Ella.
„Was?" ..
„Ach, Ella plappert dummes Zeug!" fiel Martha rasch ein. „Vom Balle sprachen wir!"
Der alte Hauptmann warf sich stöhnend auf da» ft diesen Fall beinahe zu schwache Sopha. ,
„Jawohl," machte er müden Tones, „der liegt mir noch in allen Gliedern. Der Teufel hole die Tanzerei und di- fetten Hof-, ja so!" Er schaute nach den beiden Mädche« hin, um dann fortzufahren: „Beide Füße habe ich mir ott' renkt!" ,
„Da solltest Du doch zur Ruhe gehens
„Wenn ich schlafen könnte, Martha I Dre Nacht ist ve pfuscht, so warte ich, bis es Tag ist. Die Uhr ist ft ft vier. Uebrigens will ich heute einmal, weil ich doch ft° wache, aufpassen, ob ich den Halunken nicht erwische, der m meine Tauben stiehlt. Ein Marder kann'» nicht fein, W
wären
Kerl er
blinzelte iß
er nicht geklopft
fchätzige
„2 es war Dieb g solltet,
3)i widerte
„2 immer
„2 ich weis wenn 3 Mann
S
„9 kenne d
„t
„S „Du, 3 in der
Backfij- s
3 er doch und ich lassen-"
M „( H Solche Mit be
„2 weißt!
Stento s
H* ( II* Schulm
E einen c n<’ schon a D hartes k
II*
S lächeln! und k l s
II- danken Ding -
E nochma mend d
D Schwei winzige chen ro


