Ausgabe 
5.10.1895
 
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Und was habt Ihr erreicht, Ihr großen Geister, die Ihr Euch mit dieser Wissenschaft befaßtet? Wenig fast so gut wie gar nichts, denn es wird Euch ein Problem bleiben, so viel Ihr auch darüber nachsinnt!

r k Schon der Gedanke, daß doch einmal ein Anfang sein müsse, führt uns plötzlich ein Halt vor unsere Augen und es ist gut, daß man abläßt vom thörichten Beginnen, ehe ss zu spät ist. Bis hierher und nicht weiter, Mensch, mit Deinen fünf Sinnen, hat die Natur gesagt, die ihm wohlweislich den sechsten Sinn versagt hat, mit dem er vielleicht eindringen konnte in das Reich der Unendlichkeit, die uns als Bewohner dieses Plansten unerreichbar bleiben wird, dis wir schauen werden nach vielen Kreuz- und Querfahrten unseres Lebens, wenn wir ermüdet den Wanderstab hinlegen, um auszuruhen von dieser Pilgerfahrt." - (Fortsetzung folgt.)

OsMeinnÄtziges.

Ueber die Wirkung von Liebigs Fleischextraet anf den menschlichen Organismus hat sich kürzlich Dr. C. Lehmann vom Hygienischen Institut in München wie folgt geäußert (Zürich,Bl. für Gesundheitspflege"): Es sind drei Gründe, aus denen wir Fleifchextract zu ge­nießen pflegen: 1) Bei leichten Erschöpfungszuständen, wie sie durch längeren Hunger oder nach angreifenden Krank­heiten eintreten und wo es uns darauf ankommt, rasch, wenn auch nur vorübergehend, die Kräfte zu heben. 2) Zur- An­regung der Verdauung im Beginne größerer Mahlzeiten. 3) Zur Erhöhung der Schmackhaftigkeit der Speisen als Gewürz." Die genannte Autorität führt dann aus, worauf die wohlthuende Wirkung der Fleischbrühe beruht, mit der die Hauptmahlzeit des Europäers zu beginnen pflegt: Vor­bereitung des Magens zur Aufnahme der substantielleren und daher Beförderung der Verdauung. Auch bezeichnet Dr. Lehmann Liebigs Fleifchextract als eines der besten und jedenfalls unschädlichsten Gewürze, um die Schmack­haftigkeit von Fleischspeisen und Vegetabilien zu erhöhen.

Endivien als Gemüse. Man benutzt hierzu nur die hellgelben Blätter, die man in siedendem Wasser blanchirt und hierauf sein hackt. Alsdann schwitzt man sie 5 Minuten in Butter, gibt etwas Mehl bei, gießt eine Taffe kräftiger Auflösung von Liebigs Fleifchextract darüber, würzt das Ge­müse mit Muskat und Salz, läßt es 15 Minuten kochen und servirt es.

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Feinschmeckendes Nierenfett. Um ein feinschmecken- des Nterenfett zu erzielen, schneide man das Fett in kleine Würfel, die man 24 Stunden lang reichlich mit frischem Waffer bedeckt und letzteres an einem kühlen Ort öfters er­neuert. Das Fett wird sodann fein gehackt und unter Hinzu­fügen von einer halben Taffe frischer Milch auf ein Pfund Fett, sowie einer Prise Salz auf gelindem Feuer so lange gekocht, bis es völlig klar ist.

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Hühnersrieassee. Zwei junge Hühner werden nach ihrem Ausnehmen und Flammiren einige Minuten in kochende Fleischbrühe gelegt, in kaltem Waffer abgekühlt und auf fol­gende Art zerlegt: Zuerst werden die Schlägel möglichst groß heruntergeschnitten, das Bein oberhalb des Knies abgehackt und der Schenkelknochen entzwei gebrochen, dann die Brust mit dem Flügel abgelöst und der Rücken in zwei Theile geschnitten. Diese Stücke werden mit einer kleinen Zwiebel, welche mit Gewürznelken besteckt ist, nebst 60 Gramm Butter in eine paffende Kasserolle gelegt und einige Minuten lang auf ziem­lich starkem Feuer gedämpft; alsdann werden die Hühner­stückchen herausgenommen. Die zurückgebliebene Butter wird mit zwei Eßlöffel Mehl verrührt, noch einige Minuten, geröstet,

dann mit der nöthigen Fleischbrühe zu einer dünnen Sauce abgerührt, die Hühnerstücke dazu gethan und langsam in der Sauce gar gekocht. Rach ihrem Weichwerden kommen sie heraus und werden warm gestellt. Von der Sauce wird der Schaum und das etwa vorhandene Fett abgenommen, [mit Salz, etwas weißem Pfeffer und Muscatnuß gewürzt, bis zur gehörigen Dicke eingekocht und dann mit einer Liaison von vier Eigelb legirt. Der Geschmack wird mit dem Saft einer Citrone gehoben; bas Ganze muß durch ein feines Haarsieb über die Hühnerstücke gepreßt und gut untereinandergeschüttelt werden und wird schließlich in einer brodirten Schüssel an­gerichtet. Gewöhnlich kommen einige kleine Klöschen von Kalb­fleischfüllsel, die besonders in Fleischbrühe weich gekocht wurden, unter das Fricaffee.

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Gefülltes Kohlrabi. Ausgewachsene, aber noch ganz zarte Kohlrabi werden zehn Miunten in Salzwasser ge­kocht mit dem Schaumlöffel herausgenommen und mit einem spitzen Messer ausgehöhlt, nachdem oben ein Deckel abge­schnitten wurde. Darauf füllt man die Kohlrabi mit einer Farce von feingehacktem Schweinefleisch, in Waffer einge­weichter und ausgedrückter Semmel, Muskat und Ei, Salz, legt den kleinen Deckel wieder darauf und bindet die Kohl­rabi fest zu. Man thut ein gutes Stück Butter und Bouillon in einen niedrigen Schmortopf, stellt die Kohlrabi nebenein­ander hinein und läßt sie weich schmoren. Dann schwitzt man etwas Mehl daran und begießt recht fleißig mit der sämigen Sauce, damit die Köpfchen recht glänzend aussehen. Man richtet sie ohne Fleischbeilage an. Ist die Sauce noch nicht kräftig genug, so kann man etwas Fleifchextract daran thun.

Kastoffel-Klöse. Man reibe die am Tage vorher nicht zu weich gekochten Kartoffeln, nachdem sie geschält sind, auf einem Reibeisen und gebe zu zwei Pfund Kartoffeln ein Zehntel Pfund geriebene Semmeln, ein Fünftel Pfund Mehl, zwei Fünftel Pfund in Butter geröstete Semmelwürfelchen, ein Ei, vier Löffel Rahm, sowie das nöthige Salz. Das Ganze wird sodann miteinander vermengt und daraus Klüse geformt, welche eine Viertelstunde in bereits kochendem Salz- waffer gekocht werden. Nachdem die Klüse auf einer Schüffel angerichtet sind, bestreut man sie mit in Butter gerösteten Bröseln.

VenMehtes.

Ein richtiger Jäger. Frau:Was, Du bringst mir zwei Hasen, trotzdem Du Dein Gewehr vergeffen hast?" Mann:Meiner Seel, Du hast recht! Mir ist aber auch den ganzen Tag etwas abgegangen!"

Ungemüthlich. Baron (wüthend über eine Jneue Dummheit, die sein Diener ausgeheckt hat):Johann, hilf mir die Stiefel anziehen ich muß Dir einen Fußtritt ver­setzen !" *

Darum. Professor (der beim Angeln den Angelhaken sammt Köder am jenseitigen Ufer des Bache» liegen hat): Na, heute will wieder einmal nichts anbeißen!"

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Beim Wort genommen. Gerichtsvollzieher (scherzend): Jetzt werde ich Ihnen Ihre Frau pfänden." Mann:I-, ja, siegeln Sie ihr nur gleich den Mund zu!" * *

Ein Practiker. Pfarrer:Und abgesehen vom Laster denkst Du denn gar nicht daran, daß Du auch Dein ganzes Geld im Wirthshaus brauchst?" Hiesl:Gar nicht, Hoch­würden. Ich richt'» immer so ein, daß ich vor dem Zahlen 'nausg'schmiff'n werd'."

Redaction: A. Scheyda. Druck und Verlag der Brühl'schen Univerfikats-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Gießen..