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Redaction: A. Schcyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen UniversiMs-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Gießen.
haben diese Narren auf unsZ herabgezogen. Die Preußen g vorgeht, und ich gestehe, ich dachte nicht daran, die Meinung zielen mit Granaten auf unsere Häuser. Jetzt haben wir I des Vertheidigungsrathes einzuholen."
das gewünschte Bombardement- Sind Sie nun zufrieden, I „Und das war sehr unrecht von Ihnen, Commandant,"
Baron?" | sagte der Director der Genietrupven, Bellemond.
Der Bürgermeister drehte sich um, um Lowendaal zu I Beaurepaire setzte den Hut wieder auf.
suchen, aber der Generalpächter war verschwunden. I „Kamerad," sagte er zum Commandanten, geht
hot- ibm gerne aeiolat wäre weil er klaubte. I mich an. Ich werde, wenn es nothwendig, ist, mein Benehmen
»°°°**■' -* sä Äs.« fa«t=Ä6“”wteU16e SSfäÄ KSÄtTÄ m SÄ'«- 1$ il' ssweiaen Ich lebte in mein Hauptquartier! ihre Befehle, welche den innern Dienst und die Polizeimaß. ÄS”' 3,n,”‘ “6“w”1 *" bi*" ®“"”‘ b“ ■«ÄhÄeÄ'tÄJIXtertÄ »S *UWe fiorr «tftf" siebte der Präsident geben Sie nicht, I schulden; aber was meine Soldatenpflicht und die Granaten
Granaten Antwort. Die Trommel in Ihren Straßen schlägt | den Mnd
' 3S b« K die Trommeln «MI« -ui d« Treppe Ä--M-T und eie rnüBten ihn befrag«, ehe fie eine
Sie waaen es bierbenukommen" sagte der Bürger. I befehlen, als die Thore zu verrammeln, die Tiratlleure' auf meister verrweiselt.b^' Herr Comr^ndant ""fügte er hinzu, I den Wällen zu placieren, die Geschütze gegen die nahenden
indem er sich zu Bellemond, dem Gouverneur, wendete, „rasch, ! feindlichen Corps auffahren zu ?ls^bätte ich
unterzeichnen Sie einen Befehl, daß dis Trommeln zu schweigen g nnen. das Kcmerad, habe ich gethan, als hätte ich d^ 'dnen bLzeichnen wtt^ DfMer< vorwerfen könnten, ist, daß ich nicht ein lebhafteres Feuer
"Ju einer ^^EMde wird VeMn in Nammen | |ejtige Detonationen folgten den Worten Beaurepaires. stehen und wir werden beim Lichte der Granaten die Mar 1 Ricbtuna des Thores Saint.Vietor.
seillatse singen," rief eine laute Stimme hinter ihnen. I Die Honoratioren erschraken, mehrere schlüpften hinaus,
Die Thür hatte sich geräuschvoll geöffnet, und Beau«. I in firo6er Sorge um ihre Wohnungen, denn die Preußen paire, von Lefebvre begleitet und von den Soldaten des I Oesterreicher würden auf diese wüthende Kannonade 13. Regiments und den Freiwilligen von Mayenne-et-Loire I mi-t elnettt Granatenregen antworten.
umgeben, erschien schrecklich wie der Kriegsgott vor den be- I „Das ist ein tapferer Mann," sagte sich Neipperg, indem stürzten Bürgern. ■ r, m 4 I er die offenen Züge Beaurepaires betrachtete. „Sein Anblick
Der Präsident versuchte seine Autorität zu wahren. I trö£et tiber dieses schändliche Schauspiel."
„Commandant, wer hat Sie ermächtigt herzukommen | und höflich auf ihn zutretend, sagte er: „Commandant, und Berathungen der Munizipalität und der Bürger, die fie I ich darf Sie nicht in Unkenntniß lassen, wer ich bin: Graf berief, zu stören?" sagte er mit einer Stimme, welcher er I Neipperg, Adjutant des Generals Clerfayt."
vergeblich Festigkeit, zu geben stch bemüte. | „Sie sind in Civtl?" sagte Beaurepaire mißtrauisch.
„Man versicherte mir, daß Sie hier alle einen infamen I „Ich bin nicht als Parlamentär gekommen, Commandant,
Berrath beabsichtigen und daran denken, die Stadt zu über- I sondern einfach mit dem Auftrag, der Munizipalität von geben," antwortete Beaurepaire, ohne sich im Geringsten I Verdun und dem Vertheidigungsrathe eine offizielle Note des verwirren zu lassen. „Bürger, ist das wahr? Antworteti" ! Generalissimus zu überbringen."
„Wir sind nicht verpflichtet, Ihnen die Entschlüsse der | „Wahrscheinlich die Aufforderung, die Stadt zu über- Behörden mitzutheilen, Herr Commandant. Wollen Sie sich I geben."
mit ihren Leuten zurückziehen und das Feuer einstellsn, das I „Jawohl."
Sie anbefohlen haben, ohne die Meinung des Vertheidigungs- I „Und was wurde hier geantwortet?
rathes einzuholen," sagte der Präsident streng, weil er sich | Beaurepaire warf einen anklagenden Blick auf die Hono-
von den Honoratioren unterstützt wußte. ratioren und dis Magistratsbeamten, die die Augen nieder-
Beaurepaire dachte einen Augenblick nach, dann nahm schlugen und den Kopf abwendeten. (Fortsetzung folgt,)
er den Hut ab und sagte in respectvollem Tone: „Meine 1
Herren I Es ist wahr, ich habe die Meinung des Vertheidigungs- I DemtifcbitS«
rathes nicht abgewartet, um auf die Preußen feuern zu i ' ,, ., . Q, .
taffen, die stch bereits den Thoren näherten und Miene i Ueberrafchende Schlußfolgerung. Lehrer, machten, beim ersten Signal einzudringen - einem Signal, „Wenn eine senkrechte und eine wagrechte Linie in einem das sie von innen zu erwarten schienen. Ich habe die Thore | Punkt zusammenfließen, was bilden sie dann? - Schuler- verbarrikadiert, mein braver Freund Lefebvre hier hat seine i „Einen KlexI"
Voltiaeure m beiden Seiten der Pallisaden aufgestellt, und i *
der Feind ist zurückgehalten worden. Ich kam gerade mit l Er kennt sich! Student (zum Frühschoppen aus« meinen Freiwilligen an, als män mir mittheilte, was hier gehend): „Na, gute Nacht, Mutter I


