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Für Frau Pohlmann und ihre Kinder wurde die Lage nach dem unfreiwilligen Tode des Familienoberhauptes doch in vieler Hinsicht recht peinlich. Die Abtretung ihres Ver­mögens an die Gläubiger und Actionäre der Eentral-Commerz- bank, refp. an die Concursmaffe des Bankinstituts hatte natürlich zur Folge, daß die schöne Pohlmann'sche Villa, in welcher die Familie seit länger als zwanzig Jahren gewohnt hatte, zur gerichtlichen Versteigerung kam und daß Frau Pohlmann angezeigt wurde, daß sie nebst ihren Kindern binnen sechs Wochen ihre Wohnung in der Villa zu räumen habe.

In diese bittere Nothwendigkeit hatte sich die Familie allerdings längst refügt, aber als sie sich nun eine andere kleine und billige Wohnung suchte, stellte sich die fatale Lage heraus, daß für die vielen werthvollen Möbel, Betten, Küchen­geschirr und die zahlreichen kostbaren Kunstgegenstände, welche der Familie geblieben, in keiner der in Aussicht genommenen Miethwohnungen Raum genug war, um sie einigermaßen zweckmäßig unterzubringen.

Die Hälfte dieser Sachen zu verkaufen, was in solchen Fällen gleichbedeutend mit dem Verschleudern ist, dazu konnte sich Frau Pohlmann aber auch nicht so leicht entschließen, zu­mal vielleicht später ihre Kinder von den gediegenen Möbeln und Kunstsachen doch Gebrauch machen konnten.

Ein anderer Ausweg, als für den größten Theil dieser Sachen einen Ladenraum zu mtethen, blieb aber nicht übrig, denn Frau Pohlmann war als Einkommen weiter nichts ge­blieben, als eine mäßige Jahresrente, welche der verstorbene Bankdirector bereits vor zehn Jahren durch Einzahlung einer Summe für den Fall seines frühzeitigen Ablebens seiner Frau bei einer Rentenanstalt versichert hatte. Und der Referendar Ernst Pohlmann besaß noch so gut wie kein eigenes Einkom­men, da er noch keine entsprechende Anstellung hatte und noch sein zweites Staatsexamen machen mußte, um besoldeter Be­amter zu werden. Der Selbstmord seiner Vaters, der Ver­lust des bedeutenden Vermögens und die doch unvermeidliche übele und gehässige Nachwirkung der ganzen Katastrophe auf seine gesellschaftliche Stellung und diejenige seiner Mutter und Schwester verleideten aber auch dem Referendar Pohlmann die fernere Verfolgung seiner bisherigen juristischen Laufbahn und den Aufenthalt in der Residenz. Er wollte nicht die besten Jahre seines Lebens unter den scheelen Augen und ge­hässigen Urtheilen schmähsüchtiger Menschen leiden, die ihn als Sohn des unglückseligen Bankdirectors Pohlmann entweder schon kannten oder doch erkennen würden. Wohl gab es auch manche verständigen und gerecht urtheilenden Herren und Damen, welche den jungen Pohlmann wegen de» verhängniß« vollen Unglücks nur bedauerten und geneigt waren, ihm mora­lische und gesellschaftliche Stütze zu bieten, falls er unter dem unseligen Ende seines Vaters zu leiden hatte. Aber solche Leute waren doch sicher die Minderheit der Beurtheiler der Pohlmann'schsn Familie, und schon der argwöhnische Gedanke, nicht mehr voll nach seinem Ehr- und Pflichtgefühl, seinen achtungswerthen Leistungen und Bestrebungen beurthellt zu werden, nahm dem jungen Referendar die Last und Liebe an dem gewählten richterlichen Berufe und verleidete ihm den ferneren Aufenthalt in der Hauptstadt.

(Schluß folgt.)

Zu scharfe Düngung der Erdbeeren.

Erdbeeren beanspruchen bekanntlich recht kräftig gedüngtes Land, wenn sie gut gedeihen und viele schöne Früchte bringen sollen.

Als großer Verehrer einer schönen, großfrüchtigen Erd­beere faßte ich den Plan, den freien Raum zwischen den Pyramiden in meinem Zwergobstgarten mit Erdbeeren zu be­pflanzen. Zu diesem Zwecke bereitete ich das Land im Herbste vor, um im folgenden Frühjahre die Anpflanzung auszuführen. Ich fpatete mein Land recht tief um und brachte hierbei eine gehörige Lage Pferdemist unter. Rindviehmist stand mir leider

nicht zur Verfügung; sonst hätte ich diesen für meinen Sand­boden dem Pferdemiste vorgezogen. Um nun ein Uebriges zu thun, brachte ich im Winter noch reinen Abtritt auf das Land, wofür ja Erdbeeren sehr dankbar sind. Im zeitigen Frühjahre besorgte ich mir die Pflanzen und zwar von der Sorte König Albert, und dann ging es an das Pflanzen. Reichliches Gießen mit abgestandenem Waffer ließ denn auch meine Pflanzen recht schön anwachsen; hin und wieder wurde noch eine Jaucheguß verabfolgt, so daß sich dieselben recht kräftig entwickelten. An sorgfältigster Pflege meiner Lieblinge ließ ich es nicht fehlen. Jeden dritten Tag goß ich reichlich mit abgestandenem Wasser und jede Woche gab es einen kräf­tigen Düngerguß. Letzteren bereitete ich mir in folgender Weise: Ich füllte ein Faß ungefähr 2/3 mit Taubenmist und überschüttete denselben mit Jauche, bis das Faß nahezu angefüllt war. Diese Masse wurde tüchtig umgerührt und blieb dann mit einem Deckel zugedeckt so lange stehen, bis die Masse gehörig vergohren war, war nach Verlauf von etwa 6 Wochen der Fall war. Diesen so gewonnenen Extract verdünnte ich vor dem Gebrauche mit der zehnfachen Menge Waffer und begoß damit mehrere Erdbeerbeete durchdringend, jedoch n.ut am Abend oder am Tage bei bedecktem Himmel oder bei Regen. Die Erfolge, die ich durch diese Behandlungs­weise erzielte, waren großartig. Die Pflanzen wuchsen üppig heran, blühten und trugen im Jahre der Anpflanzung schon reichlich.

Es war ein herrlicher Anblick zwischen dem tiefschwarz­grünen Blattwerk die köstlichen, schön gerötheten Früchte her­vorlugen zu sehen.

Als bte Ausläufer sich zu zeigen begannen, richtete ich mein Haupt-Augenmerk auf deren pünktliche Beseitigung. Sobald sie eine Länge von etwa 10 cm erreicht hatten, wurden sie entfernt. Die Wirkung des zeitigen Wegnehmens derselben war eine augenfällige; die Pflanzen entwickelten sich überaus schön und waren von zweijährigen nicht mehr zu unter­scheiden.

Nun kam der Herbst. Ich gedachte meiner Lieblinge und wollte auch ihnen noch etwas kräftige Kost für den Winter verabreichen.

Mein Taubenmist. Extract war alle geworden. Ich griff in Ermangelung deffen zu reinem Abtritt.

Es war an einem schönen Regentage; der Regen fiel sinnig zur Erde, als ich mich an die Arbeit machte. Ich zog zwischen je zwei Reihen eine Furche und schüttete in diese den reinen Abtritt. Die Furche wurde daraus wieder zugescharrt und die Beete mit kurzem Pferdemist gedeckt.

Ihr werdet nicht verhungern," dachte ich bei mir, als die Arbeit beendet war.

Zwei Tage später sah ich wieder nach. Was war das? Ein großer Theil Pflanzen ließ die Blätter hängen; sie waren matt geworden. An Feuchtigkeit fehlte es nicht, Entkräftigung konnte ebenfalls die Ursache nicht sein; es mußte also nur an der letzten Düngung die Schuld liegen. Ich untersuchte schleunigst einige Pflanzen und fand, daß ein Theil der Wurzeln durch den scharfen Dung gelitten hatte. Um zu retten, was noch zu retten war, griff ich zu den Gießkannen und verab­reichte den Pflanzen eine gehörige Menge reinen Waffer». Zu meiner Freude bemerkte ich nach einigen Tagen schon, daß der weitaus größte Theil sich nach und nach erholte; nur einige wenige, denen der scharfe Dung doch schon zu sehr zugesetzt hatte, kränkelten weiter.

Für die Folge werde ich mir diesen Fall zur Warnung dienen lassen und solch scharfen Dung nur verdünnt in An­wendung bringen.

Ä s rneinnütziges.

Zur Förderung einer einträgliche« Hühner­zucht. Auch im Herbst empfiehlt es sich, der Hühnerzucht einige Aufmerksamkeit zu schenken, damit man nicht nutzlos im Winter ältere Hühner durchfüttert und im Frühjahr nicht