Ausgabe 
25.3.1894
 
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Der junge Wald zum Licht empor!

Die Aus Der Und

einst der grimme Winter schuf. grauen Nebelschleiern tauchen Sonne Strahlen warm hervor, sehnend schaut aus Knospenaugen

Zumal soll dieses Hoffen künden Uns heut' der heil'ge Ostertag, Da nun im ersten Grün zu finden So Berg wie Thal und Flur und Hag. Ein neues Werden, neues Leben Dies predigt uns sein Angesicht, Wie geht darum ein frohes Leben Jetzt durch die Welt im Osterlicht!

Aufs Neue tönt rings in den Landen Des Frühlings heller Heroldsruf Es ist befreit Natur von Banden,

Und wieder zieht in tausend HerM Ein frisches Hoffen sieghaft ein Vorbei, vorbei die alten Schmerzen, Vorbei des Winters Leid und Pein. Es wird der neue Lenz uns bringen Gewißlich auch ein neues Glück, Er wird in seinem Weh'n und Klingen Eihellen uns gewiß den Blick!

So zieh' denn wieder ein hinieden, Du Ostermorgen, hehr und schön, Und breite deinen milden Frieden Weithin wohl über Thal und Höh'n- O, mache alle Herzen offen In dieser Frühlingsherrlichkeit;

Erweck' in ihnen frohes Hoffen, Das Ahnen einer befl'ren Zeit!

B Neuendorf.

(Fortsetzung.)

Roman blickte finster auf seine Mutter herab; eine bittere Empfindung stieg in ihm auf, aber er beherrschte sich, denn die heiße Liebe zu Jadwiga und sein volles, überquellendes Herz drängten ihn dazu, so schnell wie möglich Hülse und Bei» stand für sie zu schaffen.

Matuschka!" rief er glühend.Ich werde hingehen und Jadwiga suchen. Und wenn ich sie gefunden, dann wollen wir ihr zeigen, wo ihr Platz ist, an unserer Sette und nirgends anders. Der Edelhof von Lygot'a soll fortan ihre Heimath werden, wo sie geborgen ist und geehrt wird, wenn auch die ganze Welt sie mit Spott und Schande überhäuft!"

Jesus, Roman, wie tragisch! Du machst ein Aufhebens von der Sache, die sie wirklich nicht werth ist. Der Pavel hat Dir gewiß Alles in schaurigen Farben ausgemalt, der alte Narr. Und von dem Mädchen ist es auch recht einfältig, gleich den Kopf zu verlieren und davon zu laufen. Nun, sie wird morgen schon wieder kommen, denn sie kann mich doch jetzt nicht im Stich lasten, wo ich das Haus voll Gäste habe. Nein, so schlecht und undankbar ist sie nicht!"

Wenn sie aber nicht nach Lygotta zurückkehrt, Mama was dann?" brauste er auf.Wenn sie in ihrer Verzweif­lung irgend eine Thorheit begeht? Du weißt doch, Jadwiga ist eine weiche und kindliche Natur, aber voll von mädchen­haftem Stolz und Selbstgefühl. Sie ist öffentlich beschimpft worden, ihr Zartgefühl muß tödtlich verletzt sein! Wer weiß, ob sie es überwinden kann! Ach, Matuschka, warum hast Du ihr nicht schon früher das Geheimniß, das über ihrer Her­kunft schwebt, mitgetheilt, dann hättest Du ihr bestimmt die heutigen schrecklichen Scenen und alle unverdienten Kränkungen erspart!"

Aber da muß ich doch bitten, Roman, menagire Dich ein wenig!" Frau von Bielmrka richtete sich ärgerlich in die Höhe.Ich glaube fast, Du willst mich dafür verantwortlich machen, daß man der Jadwiga die Schranken wies das wäre schön! Warum drängt sie sich unter den Baldachin, wo sie nicht hingehört ? Und wenn sie nachher, wie die Leute sagen, querfeldein gelaufen ist, so ist es ihre Schuld. Es hat sie Niemand gejagt und cs ist bodenlos dumm, einen Ort zu ver­losten, an dem es Einem gut geht, und nach einem andern zu laufen, wo man es viel schlechter haben kann. Und ich arme

Die Wallfahrt nach Czenstochau

Roman von Johanna Berger.

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Nr. 35

1894

Anterhaltnngsblatt $um Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger)

Sonntag, den 25. März