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Färben der Ostereier. Den Hausfrauen dürften einige Winke hinsichtlich des Färbens von Ostereiern nicht un­willkommen sein. Die poröse Schale der Eier nimmt leicht jede in Wasier lösliche Farbe an; da aber durch Springen der Schale Farbe in das Innere des Eies gelangen kann, so muß man bei der Wahl der ersteren vorsichtig sein. Für jede Farbe stelle man zuerst durch fünf Minuten langes Kochen mit dem nur in kleiner Menge anzuwendenden Färbemittel eine Färbebrühe her, in welcher die Eier acht bis zehn Minuten lang gekocht werden. Man färbt grün mit einer Hand voll frischem Salat, dunkelgrün mit getrockneten Malvenblüthen, besonders dunkler Art, gelb mit Gelbholz oder Safran,- gold­gelb mit den äußeren Zwiebelschalen, strohgelb mit Mandel­schale, citronengelb mit Brenneffelwurzel, braun mit krapp. Eine Brühe sür rothe Eier erhält man aus Pernambukholz. Legt man Blätter von Petersilie, Schafgarbe oder dergl. auf das Ei, bindet diese mittelst Leinenlappen fest und kocht sie in der genannten Brühe, so erhält man rothe Eier mit weißen Blättern; Herze, Steine, Thierbilder aus Zwiebelschale ge­schnitten und auf Eier befestigt, geben rothe Eier mit gelben Figuren. Zartes Rosa bis Purpurroth erhält man aus mehr oder weniger gepulverter Cochenille. Marmorirt färbt man mit gezupften Seidenflöckchen, welche am Ei festgebunden und im Wasier gekocht werden. Blau färbt man mit Lackmus, wozu ein Körnchen Soda gefügt werden kann. Auf so gefärbte Eier lassen sich mit verdünntem Essig rothe Zeichnungen an­bringen.

Das Pillzigwerden der Radieschen und Rettige zu vermeiden. Die Zeit, in der die Aussaat der Radieschen in die Freilandbeete zu erfolgen pflegt, benutzen wir, um unsere Leser darauf aufmerksam zu machen, daß sie irgendwelche der allbekannten Mittel anwenden, um zu verhindern, daß ihre Radieschen und Rettiche pilzig oder gar hohl werden. Die Ursache für diese Erscheinung ist in einem ungleichmäßigen, namentlich durch Trockenheit oder zu festen Boden verursachten Wachsthum zu suchen. Um diesem Uebelstand abzuhelfen, empfiehlt es sich, die Oberfläche der zugerichteten Beete zu bedecken, und zwar eignen sich sür diesen Zweck am besten Sägespähne. * *

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Obstbau. Von späten Sorten sind noch Pfropfreiser zu schneiden: das Zweigen ist in vollem Gange. Eingebundene Bäume sind zu enthüllen, die gesprungene äußere Rinde wird abgeschabt; die Wildlingbeete werden besäet, Nüsse, Mandeln und Haselnüsie werden gelegt und junge Wildlinge versetzt.

Gartenbau. Umarbeiten und Vorbereiten des Bodens; Salat, Spinat, Petersilie und Sauerampfer werden in kalte Kasten und in das Freie und Melonen und Gurken in Mist­beete verpflanzt; Zwiebel, Rothrüben, Schnittkohl, Gurkensaat, Senf, Dill und Boretsch find zu säen, Spargel- und Erdbeer­beete werden behackt.

Richtiger Heckenschnitt. Man schneide die Hecken Nie, wie es meist noch üblich, senkrecht viereckig, sondern konisch z.: ungefähr so, daß, wenn die Hecke am Boden 50 Zentimeter breit, dieselbe oben bloß eine Breite von 35 Gentimeter besitzt. Infolge dieses Schnittes, der schon lange Jahre in Amerika angewendet wird, erhalten auch die untersten Zweige Licht, Luft und Regen und bleiben grün, es entstehen keine Lücken. Bei älteren Hecken ist, wenn dieselben verjüngt werden sollen, mit Ausnahme lückenhafter Tannenhecken, dieser Schnitt gleichfalls zu empfehlen.

Vertraut Eueren Kindern die Wartung des Geflügels an. Läßt man die Kinder auf dem Hühnerhof selbst mitwirken an der Wartung und Pflege der Thiere, so liegt der materielle Nutzen, der au» der Uebergabe eine» großen Theiles der Arbeit erfolgt, auf klarer Hand. Nicht zu unterschätzen jedoch ist noch ein anderer idealer Gewinn, der au» der Mitarbeiterschaft unserer Kinder in dieser Be­ziehung erzielt wird. Denn der tägliche Umgang mit dem Geflügel, die treue Fürsorge bei der Fütterung und Pflege der Alten und besonders bei der Aufzucht der Jungen, ferner die fortgesetzte Beobachtung ihres Wesens und Treibens man braucht hier nur an die Beweise der Mutterliebe der Glucke den Küchlein gegenüber zu denken das Alles kann nur einen veredelnden Einfluß auf Herz und Gemüth der Kleinen ausüben. Die praktischen Amerikaner lassen ihre Kinder sich sogar an dem aus der Geflügelzucht erzielten Ge­winn betheiligen. Das weckt in denselben Lust und Liebe zur Arbeit und fördert die Sparsamkeit. Wer probirt's und gibt uns über den Erfolg Nachricht?

Sauerkraut, welches zu verderben droht, indem sich die Oberfläche mit Schimmel überzieht, der sich immer wieder erneuert und einen schlechten Geschmack verursacht, kann man dadurch vor dem Verderben schützen, daß man auf die obenauf stehende Flüssigkeit langsam etwas Branntwein gießt und dies jedesmal rrfiederholt, wenn Sauerkraut aus dem Fasse genommen wird. In der Regel genügt es aber, wenn dies drei bis vier Mal geschieht, und das Sauerkraut soll darnach einen angenehmen, »weinsauren Geschmack bekommen.

Ochsenhir« mit pikanter Sanee. Das im all­gemeinen geringwerthige Ochsenhirn läßt sich auf folgende Weise recht schmackhaft zubereiten. Man zieht von dem Hirne sorgfältig die dünne Haut ab, kocht es 20 Minuten in ge­säuertem und gesalzenem Wasser, dem man einige Zwiebeln, ganzen Pfeffer, Petersilie und Nägelchen beigegeben hatte und richtet es mit folgender Sauce an: In einer Kasserole macht man aus Butter und Mehl eine helle Sauce, bringt in dieselbe 2 gehackte Zwiebeln, eine Karotte, Thymian, Lorbeer, Schalotten, Nägelchen, Petersilie und ein Stückchen Knoblauch, mischt etwas Wasser und Weinessig darunter, läßt die Sauce Über stillem Feuer kochen, pfeffert und salzt, fügt ein wenig Liebig'r Fleischextract hinzu, schlägt die Sauce durch ein Sieb und mischt im Momeme des Anrichten» einige klein gehackte Essig­gurken darunter.

Vermischtes.

Prinzen-Unterricht. Hofmeister:Wir kommen nun zu dem Kaiser Caligula. Was wissen Euere Hoheit von ihm zu sagen?" (Prinz schweigt) Hofmeister (nach längerer Pause:Sehr richtig I Hoheit I Je weniger man von diesem Kaiser spricht, desto besser ist es!"

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Nicht zu Hause. Gläubiger (mit der Rechnung): Ist Herr Flott vielleicht zu Hause?" Studiosus (Stuben- genösse von Flott):Nein!" Gläubiger:Aber ich sah ihn doch selbst ins Haus hineingehen.!" Student:Ja er Sie aber auch."

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Stürmische Heimfahrt. Bruder Studio, nachdem er das zehnte Mal über den Schatten einer Laterne gestolpert: Donnerwetter, was muß das 'n Sturm gewesen sein, alle Laternen hat er umgeschmissen."

Der kranke Protz. Arzt:Ich werde Ihnen einige Tropfen verschreiben.." Protz:Nur koa Notherei, Herr Doktor, verschreiben S' ruhig a Halbi!"

Siebaction: A. Scheqd«, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei $r. Ehr. Pietsch) in Gießen.