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1850 dem englischen Kronschatz übergab. Durch Schleifen in Brillantform hat sich sein Gewicht bis lOß1/^ Karat verringert (Tafel, Fig. 10). Der größte genauer bekannte D. ist der D. an der Spitze des russischen Kaiserzepters, der Orlow (Textfig. 3), von 194^ Karat, von unvortheilhaftem Schliff, aber von ausgezeichnetstem Wasser. Sein größter Durchmesser beträgt 3,378 cm, seine Höhe 2,18 cm. Er stammt aus dem Thronsesstl Nadir Schahs und wurde nach dessen Ermordung dmch einen armenischen Kaufmann angekauft, von dem er 1772 für 450,000 Silberrubel und einen russischen Adelsbrief in den Besitz der Kaiserin Katharina II. überging. Im Besitz des Sultans von Mantan ans Borneo befindet sich ein D. vom reinsten Wasser und von 367 Karat- er hat eine eiförmige Gestalt mit einer einspringenden Höhlung am spitzeren Ende. Man fand ihn um 1740 bei Landak, und er gilt seitdem als der Talisman des Radschas und seiner Dynastie. Zu den schönsten Diamanten gehören noch der „Florentiner" oder „Großherzog von Toscana" (Tafel, Figur 3 und 5) von ISS1/^ Karat, etwas gelblicher Farbe und als reich facettierter Briolett geschliffen. Er gilt für den größten Diamanten Karls des Kühnen, wurde von diesem 1476 in der Schlacht bei Granson verloren, gelangte aus Privathänden in den mailändischen Schatz, dann an Papst Julius II. und findet sich jetzt im Schatz des Kaisers von Oesterreich. Auch der Sancy (Tafel, Fig. 6) von nur 53,5 Karat, aber erstem Wasser, stammt von Karl dem Kühnen, welcher ihn 1477 in der Schlacht bei Nancy verlor. Durch viele Hände gelangte der Stein an den hugenottischen Edelmann Sancy. Als dieser nach Solothurn als Gesandter ging, erhielt er von Heinrich III. den Befehl, ihm als Pfand jenen Diamanten zu schicken. Der Diener, welcher ihn überbringen sollte, wurde aber unterwegs angesallen und ermordet , nachdem er den Diamanten verschluckt hatte. Sancy ließ den Leichnam öffnen und sand den Edelstein im Magen. Jacob II. besaß denselben, als er 1688 nach Frankreich kam. Später war er im Besitz Ludwigs VIV. und Lud
wigs XV., der ihn bei seiner Krönung trug. 1835 wurde er um 500,000 Rubel für den russischen Kaiser angekauft. Für den vollkommensten und schönsten Brillanten gilt allgemein der Regent oder Pitt (Tafel, Fig. 2 und 11) bon 136,75 Karat, reinstem Wasser und vollendetstem Brillantschliff. Er stammt aus Ostindien, wurde von einem Matrosen an den Gouverneur des Forts St. George, Namens Pitt, verkauft und gelangte von diesem an den Herzog von Orleans. Zur Zeit der französischen Revolution war er in Berlin beim Kaufmann Treskow verpfändet. Später zierte er den Degenknopf Napoleons I., und noch jetzt befindet er sich im französischen Kronschatz. Der größie in Brasilien gefundene D., ein Brillant von reinstem Wasser wog 254 Karat, wurde 1853 gefunden, wi-gt nach dem Schnckt nur noch 125 Karat und ist als „Stern des Südens" bekannt. Er b findet sich in Privatbesitz (Tafel, Fig. 4 und 12). Einen schönen blauen Diamanten von 44*/< Karat besitzt der Bankier Hope in Amsterdam (Tafel, Fig. 9), einen grünen D. zeigt Tafelfig. 7, Außer den genannten haben indische Reisende noch andere große Diamanten beschrieben und abgebildet, zu welchen z. B. der Großmogul (Tafel, Fig. 1) von 279 Ka.nt gehört. Den größten Diamanten (Excelsior) lieferte 1893 die Jagersfon- tein-Mine in Südafrika/ er wiegt 9713/4 Karat und ist bläulichweiß. __
Den vorstehenden Artikel, für welchen wir bei unseren Lesern ein besonderes Interesse voraussetzen dürfen, veröffentlichen wir mit Genehmigung der Verlagshandlung aus der neuen, fünften Auflage von Weyers Asnversations-Aerilion. Das Neuerscheinen dieses in her gesammten Wcltlitteratur einzig dastehenden monumentalen Werkes, welches in vier Auflagen eine Verbreitung von weit über einer halben Million Exemplaren gefunden hat, ist geradezu eiu Symptom für einen neuen Fortschritt unserer Cultur. Mustergültige Bearbeitung aller Wissensfächer, sorgfältige Berücksichtigung des neuesten Standes auf allen Gebieten menschlicher Thätigkeit, erschöpfende, doch niemals das erforderliche Maß überschreitende Beleuchtung jeder Wissensfrage, von rein ob« jectiven Standpunkt, sind die unübertroffenen Vorzüge des Meyer'fchen Konversations-Lexikons, welche sich vornehmlich auch in dem gegenwärtigen Aufsatze widerspiegeln. Red.
Gemeinnütziges.
Ein farbloser Firniß zum Lackiren von Kupferstichen und anderen Bildern wird wie folgt bereitet: 166 Gr. Sandarack, 66 Gramm Mastix und 8>/z Gramm Kampfer werden in einer Flasche mit 3^ Liter 90procentigem Weingeist übergoffen, häufig geschüttelt und zur Klärung an einen warmen Ort gestellt.
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Dauerhafte Lederfohlen. Ledersohlen werden dauerhaft gemacht durch Tränken oder Bestreichen mit einer Mischung von 50 Theilen Leinölfirniß, 10 Theilen Wasserglas und 40 Theilen Naxosschmirgel.
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Verfahren, Rindfleisch zu räuchern. Man bringt das Rindfleisch von frisch geschlachtetem Vieh, wenn es noch warm ist, in eine Mischung von einem Theil gepulvertem Salpeter und 32 Theilen Kochsalz, arbeitet das Fleisch gehörig mit der Mischung durch und bestreut das Fleisch schließlich mit so viel Roggenkleie, als daran hängen bleibt. Hierauf hängt man da» Fleisch entweder ohne oder mit Papierumschlag in den Rauch. Die Kleie hält die brenzlichen Bestandtheile des Rauchs ab und mäßigt so die starke Austrocknung des Fleisches, wodurch dasselbe einen guten, reinen Geschmack und das Ansehen stark geräucherten Lachses erhält.
Hülsen-Früchte. Bohnen, Erbsen, Linsen. Abends wird das Eine oder Andere in Wasser gelegt und Morgens in Salzwasser gekocht, eins Anröste gemacht und darin noch eine Stunde kochen lassen. Wer es liebt, kann Essig oder Wein hinzugießen.
Vermischtes.
Er weiß Bescheid. Gast (in ein Restaurant tretend): „Ist der Studiosus Süffel vielleicht hier?" — Kellner: „Jawohl, mein Herr, er befindet sich in dem kleinen Nebenzimmer." — Gast (geht in das Nebenzimmer und kommt nach wenig Augenblicken mit den Worten zurück): „Kellner, der Studiosus Süffel ist ja nicht drin!" — Kellner: „Ja, mein Herr, Sie haben gewiß noch nicht unter dem Tische nachgesehen I"
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Mißverstanden. Lehrer: „Wir haben jetzt den Satz gelesen: Die Kartoffeln kommen sowohl im Thal, als auch auf den Bergen fort! Kannst Du dies nicht auch anders ausdrücken?" — Pepi: „Die Kartoffeln werden sowohl im Thal, als auch auf den Bergen gestohlen I"
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Jndireete Zustimmung. Herr (die Weinrechnung prüfend): „Donnerwetter, so viel Wein habe ich gebraucht? I Da müßt' ich ja eigentlich jeden Tag betrunken gewesen sein, Jean l" — Diener (bescheiden): „Einer von uns Beiden war'r aber auch immer, gnä' Herr!"
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Der neue Anzug. A.: „Mensch, Du hast aber einen feinen Anzug anl Was hat denn der gekostet?" — B.: „Der kostet noch."
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Ballgespräch. Herr: „Sie kennen gewiß Thorwaldsen?" — Dame: „Nein! Das ist wohl ein ganz neuer Walzer?"
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Steigerung. „Sind *Sie bei dem Theaterdirector ständig engagirt?" — „Sogar rückständig!"
Redaction: A. Scheyda. Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.
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