Ausgabe 
19.7.1894
 
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Woher wiffen Sie das?"

Ich erfuhr es und dank," setzte Defider zögernd hinzu,habe ich ihn einmal besucht."

Warum?"

Um ihm zu sagen, daß ich mich mit Margarethe ver­loben werde und daß er von seinen Bewerbungen abstehen möge."

Und was sagte er?"

Er lachte mich aus, der Schurke."

Sie stritten miteinander, wie es scheint?"

Jvanyi lachte bitter.Ja."

Hat Sie Jemand gehört?"

Seine Quartierfrau wahrscheinlich. Ich sah sie im Vor­zimmer, als ich fortging."

Man wird sie als Zeugin vorführen."

Wahrscheinlich."

Haben Sie etwas Compromittirendes gesagt?"

Jvanyi wendete sich ab.Ja," sagte er leise,ich war sehr zornig und habe meine Worte nicht bedacht."

Haben Sie ihm gedroht?"

Ja. Ich sagte ihm, ich werde ihn durchpeitschen, um ihn zum Zweikampfe, den er mir verweigerte, zu zwingen."

Ah wenn die Quartierfrau schwören kann, daß sie diese Worte hörte, wird das einen schweren Beweis für Ihre Schuld bilden. So viel ich sehe, gibt es für Sie nur eine Vertheidigung, und das ist die Erbringung eines Alibi."

Keine Antwort.

Sie sagen, daß Sie nicht zurückgekommen und in Wolkis Wagen gestiegen seien?"

Nein. Es war ein Anderer, der so gekleidet gewesen, wie ich."

Und Sie haben keine Ahnung, wer?"

Nein."

Wohin sind Sie gegangen, nachdem Sie Wolski verlassen ?"

Ich kann es Niemand sagen."

Sie erinnern sich doch, wohin Sie gingen?"

Ja."

Also wohin?"

Ich kann es nicht sagen."

Sie weigern sich?"

Ja."

Ueberlegen Sie sich'r genäu. Diese Weigerung könnte Sie theuer zu stehen kommen."

Kann ich nicht hindern." Er zuckte verächtlich die Achseln.

Und Sie wollen mir wirklich nicht sagen, wo Sie waren?" Nein."

Doctor Mark begann ungeduldig zu werden.Sie sind nicht klug. Ihr Dasein einer falschen Scham zu opfern! Sie müssen ein Alibi erbringen."

Keine Antwort.

Um welche Stunde sind Sie nach Hause gekommen?"

Gegen zwei Uhr Morgens."

Zu Fuß gegangen?"

Ja, über die Ringstraße und durch die Anlagen."

Haben Sie Jemand auf Ihrem Heimweg getroffen?"

Ich weiß nicht. Ich habe nicht aufgemerkt."

Hat Sie Jemand gesehen?"

Ich wüßte nicht."

Also Sie weigern sich, zu sagen, wo Sie von ein bis zwei Uhr Morgens waren?"

Ja."

Doctor Mark dachte nach.Wissen Sie, daß Wolski werthvolle Papiere bei sich trug?"

Jvanyi zögerte und erblaßte.Nein, ich weiß nichts davon."

Der Advocat führte einen Meisterstreich.Also, warum haben Sie ihm dieselben genommen?"

Was? Hatte er es bet sich?"

Doctor Mark nahm seinen Vortheil wahr.Ja," sagte er,warum haben Sie es ihm genommen?"

Ich nahm es nicht. Ich wußte nicht einmal, daß er es bei sich hatte."

So- Wollen Sk. mir gefälligst sagen, was dieses es" eigentlich ist?"

Nein."

Es waren wohl Werthpapiere?"

Ich weiß es nicht."

Gut. Es waren Papiere. Ich sehe es Ihnen an. Und hatten diese Papiere Werth für Sie?"

Warum fragen Sie?"

Doctor Mark richtete seine Augen fest auf Jvanyi. Weil," sagte er,der Mann, für den diese Papiere von solchem Werth waren, Wolski ermordet hat."

Jvanyi sprang auf bleich wie der Tod.Mein Gott," schrie er auf,es ist wahr!"

Ohnmächtig stürzte er zu Boden. Als Doctor Mark ihn mit Hilfe des Schließers zu sich gebracht hatte, war er nicht im Stande, zu sprechen. Er stöhnte leise . . . Doctor Mark verließ die Zelle.

Desider Jvanyi," sagte er zu sich selbst.Du hast Wolski nicht getödtet, Du weißt aber, wer es gethan hat!"

XI.

Eine gab es, die glaubte fest und unerschütterlich an Jvanyis Unschuld: Margarethe Weber. Sie glaubte mit der Inbrunst eines reinen Herzens, und all' das, was die Welt sprach, das schadenfrohe Mitleid der Gesellschaft, die hämischen Bemerkungen des Neides vermochten nicht ihren Glauben zu erschüttern. Es schmerzte sie wohl tief und sie verbrachte lange Tage unter Thränen in einem wortlosen Jammer, aber in ihrem Innern lebte eine Stimme, die ihr zurief:Nein, es ist unmöglich einen Unwürdigen könntest Du nicht lieben mit dieser heißen Liebe aus den Augen eines Verbrechens konnte keine solche Innigkeit hervorleuchten, keine so zarte, tiefe Empfindung!"

Gern hätte sie, mochte die Welt dazu sagen, was sie wollte, ihren Bräutigam im Gefängnisse besucht; da ihr Vater dies aber auf das Strengste verboten hatte, mußte sie sich mit den kargen Nachrichten begnügen, welche ihr Doctor Philipp Mark von Zeit zu Zeit zukommen ließ.

Dieser selbst war jetzt fest überzeugt, daß sein Client einem falschem Verdachte zum Opfer gefallen sei, und war ärgerlich, daß er sich zu dem Alibi-Beweis nicht verstehen wollte, dem Einzigen, was ihn entlasten konnte. Dies er­schwerte dem Advocaten die Arbeit; er war bereit, mit Auf­wendung seiner ganzen Kraft diesen Beweis selbst zu construiren aber Jvanyi verheimlichte geflissentlich die Gründe seiner Weigerung und ohne dieselben schien es unmöglich, der Sache selbst beizukommen.

Wenn Sie es eines Weibes willen thun, so sind Sie wahnsinnig!" sagte Doctor Mark.Selbsterhaltung ist die erste Pflicht jedes Menschen, und wahrhaftig, wenn meine Existenz, mein Leben auf dem Spiele stände, ich würde Nie- mand schonen."

Wenn Sie meine Gründe wüßten, lieber Doctor, würden Sie anders sprechen," antwortete Jvanyi auf solche Bemerkungen.

Wenn es sich wirklich um eine Frau handelt," dachte der Advocat, während er in seinem Bureau auf- und abschritt, dann wundert es mich, daß sie schweigt, während der Mann sich in einer solchen Lage befindet!"

Plötzlich hatte er einen guten Gedanken:Vielleicht ver­traut er sich seiner Braut an Margarethe, die ihn so sehr liebt, deren Thränen er nicht wird widerstehen können!" So­fort fuhr Mark in die Villa Webers, wo ihm Margarethe in höchster Erregung entgegenkam.

Ach, Herr Doctor, warum bleiben Sie so lange fort?" fragte sie.Wie geht es meinem armen Desider?"

Immer der Alte," brummte der Advocat grimmig,er weigert sich, sein Leben zu retten. Es ist zum Verzweifeln. Wo ist Ihr Herr Papa?"

Verreist," erwiderte das Mädchen ungeduldig.Er kommt erst in acht Tagen. Was heißt das: Weigert sich, fein Leben zu retten?"

Wollen Sie ihn retten?"

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