Ausgabe 
11.10.1894
 
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Kedactron: A. Scheyda. Druck und Berlag der Vrühl'schen Druckerei (Fr. Thr. Pietsch) in Gießen,

fahren besteht darin, daß man die Trauben, Aepfel, Birnen in einer Kiste schichtenweise zwischen zerkleinerter Torfstreu verpackt. Trotzdem in einem Falle so verpackte Trauben in einem unbewohnten und vor Kälte nicht geschützten Raum während des Winters aufbewahrt wurden, so hielten sich die­selben doch vorzüglich. Auch die auf diese Weise aufbewahr­ten Birnen waren ohne jedwede Verletzung und von unver­änderter Größe; die Trauben schmeckten vortrefflich.

Auch der sogenannte Schafstecher (Trimerorhinus rhom- beatus) wäre zu nennen; dieses gefleckte, kaum drei Fuß lange und sich durch einen merkwürdig breit gedrücktenKopf auszeichnenve Reptil kommt besonders in Gegenden vor, wo Schafherden längere Zeit zu weiden pflegen, vielleicht, daß es durch den Schafgeruch so angezogen wird. Der Biß desSchafstechers" ist im hohen Grade gefährlich, und zwar ist das Thier um so mehr zu fürchten, als es die Gewohnheit besitzt, sich mit einer wunderbaren Elasticität in die Höhe zu schnellen, und den Menschen Biffe an den Händen, ja, selbst im Gesicht bei­zubringen. Schließlich verdient noch die Hornviper Erwähnung, die sich an ihrer lebhaften gelblich-grünen Färbung und einer kleinen hornartigen Erhöhung am Kopfe leicht erkennen läßt. Das Gift der Hornviper wirkt ebenfalls sehr rasch und fast immer tödtltch, glücklicher Weise bekundet sie große Scheu vor dem Menschen und weicht ihm aus, wo sie nur kann.

Außer diesen genannten characteristischen Arten kommen im südlichen Afrika noch eine ganze Menge anderer Schlangen vor, theils giftiger, theils harmloser Natur; von ihrer Auf­zählung kann hier indessen wohl Abstand genommen werden. Jedenfalls steht aber durch die Erfahrung fest, daß in diesem Theile der Erde trotz des zahlreichen Vorkommens von Gift­schlangen, von denen manche Arten in ihrer Furchtbarkeit der Brillenschlange Ostindiens oder der Klapperschlange Nord­amerikas nicht das mindeste nachgeben, verhältnißmäßig selten Todesfälle von Menschen infolge Schlangenbisses vorkommen. Es mag dieser Umstand allerdings wohl mit darauf zurück­zuführen fein, daß Südafrika im Allgemeinen noch recht dünn bevölkert ist, im Uebrigen muß hierbei jedoch hervorgehoben werden, daß man auch in Südafrika die Beobachtung machen kann, wie gerade die gefährlichsten Schlangen den Menschen zu fliehen pflegen und ihre entsetzliche Vernichtungskraft gegen ihn gewöhnlich nur dann in Anwendung bringen, wenn sie genöthigt sind, sich zu vertheidigen.

In den Kreisen der Colonisten wie der Eingeborenen Südafrikas hat man eine Menge Mittel gegen die Folgen von Schlangenbissen. Besonders die Kaffern, die Hottentoten und die Namaqua sind im Besitze einiger sehr wirksamer pflanzlicher Mittel gegen Schlangengift, leider scheinen aber die Colonisten noch in Unkenntniß der betreffenden Pflanzen zu sein, denn bei ihnen spielen gewöhnlich andere Sachen ihre Rolle bei Bekämpfung der Wirkungen des Schlangen­bisses. Hierher gehört namentlich eine Eau de Luce ge­nannte Mixtur, mit welcher die durch Schlangenbiß verursachte Wunde ausgewaschen wird, während der Gebissene zugleich fünf Tropfen der Mixtur in einem Glase Wasser alle zehn Minuten zu sich nimmt; ferner behandelt man derartige Wunden auch mit süßer Milch, Oel, Hirschhorngeist, durch Ausätzen glühenden Eisens u. s. w. In den Ansiedelungen im äußersten Norden der Kapcolonie soll mit Vorliebe eine bestimmte weiße Bohnenart als Gegenmittel bei Schlangen­bissen Anwendung finden. Man schneidet die Bohne durch und legt ste mit der angeschnittenen Seite auf die Wunde, an der stch die Bohne sofort festsaugt; sie soll erst dann wieder abfallen, wenn ste auch die letzte Spur des Giftes aus der Wunde herausgesogen hat.

Welches Obst eignet stch zum Dörren und welches nicht? Rein süße oder saure Früchte, welche sehr viel Herbes und kein Aroma besitzen, taugen nicht zum Dörren; ebensowenig unreifes, wurmiges, angefaultes, allzu kleines Obst, welches besser zur Mostbereitung verwendbar ist. Alles zum Dörren bestimmte Obst soll reich an Fleich sein. Aepfel seien süß-säuerlich (zu 5 pCt. Säure etwa 10 pCt. Zucker) und gewürzhaft, von Gestalt regelmäßig, möglichst eben, kugelig, mittelgroß bis groß. Birnen seien herbsüß, schmelzend. Am besten sind: Rouffelet, Schmelz- und Gewürz­birnen, Liegels Winter-Butterbirne, Marie-Louiss. Von Steinobst eignen sich zum Trocknen: Zwetschen, Reineclauden, Mirabellen, Pflaumen.

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Zum Düngen der Palmen. Eines der besten Düngemittel für Palmen ist reiner Kuhdung. Man bestreicht mit selbigen die inneren Seiten oder Wände der Töpfe, oder man löst ihn im Wasser auf und gießt dann mit letzterem. Die erstgenannte Verwendungsweise läßt sich nur beim Um­pflanzen der Palmen ausführen, während dieMssige Düngungs- weife zu jeder Zeit ausführbar ist.

Mu einfaches Mittel für die Trauben- und Obsteonserviruug. Für Landwirthe, Gärtner, Obsthänd­ler und Haushaltungen ist folgende Mittheilung über das Conferviren des Obstes wichtig. Eingehende Versuche zeigten, nach einer Mittheilung des italienischen FachblattesBollettino Chimico Farm., daß stch Trauben und Obst längere Zeit hindurch durch ein einfaches und überall leicht ausführbares Verfahren in frischem Zustand conserviren lassen. Das Ver­

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Rasch wachsenden Topfpflanzen, wie Geranien resp. Pelargonien, Fuchsien u. s. w., die nicht in guter Erde stehen, gibt man von Zeit zu Zeit einige Lössel voll fein zer­stoßener Holzkohle, die auf dis Oberfläche des Topfes gestreut wird. Es trägt dies zum kräftigen Wachsthum der Pflanzen bei und verleiht den Blättern ein saftige», lebhaft dunkel­grünes Aussehen. Es muß aber tüchtig gegossen werden.

Aus Vogelbeeren kann man außer Gelee einen Branntwein Herstellen. Man stampft die zerkleinerten Beeren in hölzerne Gefäße ein und läßt sie in denselben fünfzehn bis zwanzig Tage gähren. Vortheilhaft ist es, wenn ein Theil der Steine zerstoßen und der Kern mit der gährenden Masse vermischt wird, da er dieser den beliebten Geschmack nach bitteren Mandeln mittheilt. Die ausgegohrene Masse besitzt eine fast unbegrenzte Haltbarkeit, so daß die Destillation zu ganz beliebiger Zeit vorgenommen werden kann. Uebrigens wird auch ein tanninhaltiger Wein aus Vogelbeeren bereitet.

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Sobald es im Herbste anfängt, Morgens und Abends kalt zn werden, muß das Geflügel als Früh­stück ein warmes Mahl erhalten. Auf den Küchenofen wird ein Napf gesetzt, in welchem übrig gebliebene Grieben gesam­melt werden, diese kocht man mit etwas Leinsamen, Reis oder Hafermehl im Wechsel. Nach dem Kochen wird der Napf in einen Eimer entleert, welcher Kleie, Mais oder Gerstenmehl enthält, und diese Mischung so lange umgerührt, bis sie eine krümelige Masse bildet. Noch warm, wird dieses Morgenmahl den Hühnern vorgesetzt und übt einen guten Einfluß auf deren Legethätigkeit aus.

In den Tanbenschlag gehört immer auch Sand, Kalk ober Salz. Den Untersatz eines großen Blumengeschirrs füllt man mit reinem, feinem Flußsand, vermengt mit Salz, und begießt die Mischung mit Wasser. Dieses löst das Salz auf, welches dann mit dem Sand beim Trocknen eine mäßig harte Kruste bildet, die von den Tauben begierig weggepickt wird.