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Gemeinnütziges.
Ein Ofen für zwei Zimmer. Die Hausfrauen kommen oft in die Lage, daß ste zwei Zimmer durch einen Ofen heizen müssen. Wenn der Ofen nicht gerade in die Wand eingemauert ist, daß er die Wärme in beide Zimmer ausstrahlt, dann ist der Erfolg zumeist ein sehr unzulänglicher; die Thüre zwischen den beiden Zimmern steht immer offen, aber das ofenlose Zimmer bleibt immer kalt, während das, in welchem der Ofen steht, überheizt ist. Es ist aber sehr leicht, diesem Nebel« stände abzuhelfen und eine bessere Vertheilung der Wärme in beiden Zimmern herbeizuführen. Es sind nur in der Wand, welche die beiden Räume verbindet, zwei Oeffnungen anzubringen, eine unmittelbar an der Decke und eine zweite unmittelbar am Fußboden. Dann dringt die warme Luft durch die obere Oeffnung in das ofenlose Zimmer ein, während die kalte durch die untere Oeffnung dem Ofen in dem anderen Zimmer zuströmt. Durch Anbringen einfacher Klappen an den Ochnungen kann man den Wärme-Austausch zwischen den beiden RMmen nach Belieben regeln.
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Eier im Spätwinter. Man gebe dem Geflügel Körner, welche gekalkt sind. Dies ist durchaus unschädlich, wenn es nicht zu lange fortgesetzt wird. Gewöhnlich verwendet man Weizen zu diesem Zwecke. Indessen kann auch alles andere Getreide, wie Gerste, Hafer und Mais auf diese Weise behandelt werden. Man nimmt ungelöschten Kalk und löscht denselben in einer entsprechenden Menge warmes Wasser. Nun häufelt man das zu kalkende Getreide in eine Kegelform und gießt auf die Mitte desselben das Kalkwaffer, nachdem es mittelst eines Stabes umgerührt und gehörig gemischt worden ist. Dann nimmt man eine hölzerne Schaufel und rührt den Haufen um, bis alle Körner hinreichend eingeweicht sind. Vor der Fütterung müssen die Körner ausgebreitet werden und trocknen. In Fällen, wo die Thiers in großer Menge sterben ohne sichtbare Ursache, wird der Versuch empfohlen, sie mit gekalkten Körnern zu füttern. Auch der Kalk in Austernschalen wird von den Hühnern leicht genommen und beeinflußt die Bildung der Schalen.
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Fremde Körper in der Nase. Kleine Kinder stopfen sich zuweilen eine Bohne, Erbse oder ein Welschkorn in die Nase und in der Angst bringen die Mütter gewöhnlich, anstatt das Hinderniß zu entfernen, es nur tiefer hinein. In solchen Fällen ist folgendermaßen zu' verfahren: Man halte dem Mund fest zu und lasse es durch die Nase ein- und aus- achmen, oder man lege seinen Mund auf den Mund des Kindes und blase ihm mit aller Kraft Luft ein. Der Luftdruck treibt den Gegenstand aus der Nase, wenn er noch nicht zu tief eingedrungen ist. Das freie Nasenloch halte man zu. — Durch Nießpulver oder eine kleine Prise Schnupftabak, welche das Kind zum Niesen bringen, erreicht man oft auch den Zweck. — Gelingen diese kleinen Kunstgriffe nicht, so versuche man, den fremden Körper mit einem passenden Instrumente, z. B. mit einer Haarnadel, herauszuziehen. Es versteht sich von selbst, daß hierbei mit allergrößter Vorsicht zu Werke gegangen werden muß, damit keine Verletzung hervorgerufen wird, die bei der Nase immer gefährlich sein kann. Nachdem der fremde Körper entfernt ist, wird in den meisten Fällen die Nase geschwollen und schmerzhaft sein- Ist dieses der Fall, so wende man Arnikaöl oder Glycerin mit Arnika an.
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Ziegenmilch ist gehaltvoller und fettreicher als Kuhmilch. Sie bietet sogar vollen Ersatz für Muttermilch, und für Kmder und Kranke giebt es nach der Aussage englischer Aerzte kein besseres Nahrungsmittel. Wegen ihres hohen Fettgehaltes wird sie von den Landwirthen häufig zur Kälber- und Schweinemast verwendet und genügen 10 Kilo Ziegenmilch' zur Erzeugung eines Kilo lebenden Gewichtes.
Pflege der Fingernägel. Da das Abwaschen der Hände nicht immer im Stande ist, die Fingernägel recht hell und glänzend zu erhalten, so reibe man letzere mit einem Pulver ab, das aus drei Theilen feinstem Bimssteinpulver und einem Theil Schlemmkreide besteht. Fügt man dem Pulver noch einige Tropfen eines Parfüms und einer Eostnlöfung hinzu, so bekommt es einen angenehmen Geruch und eine schwachrothe Farbe.
Vermischtes.
Vom Kasernenhof. Lieutenant (zu einem Sold.um dem ein Haar an dem Rock hängt): „Kreuzdonnerwetter, der Kerl bringt wieder seine ganze weibliche Verwandtschaft mit!" * *
Vorahnung. Erster Student: „Wie ost bist Du eigentlich schon durchgefallen, Spund?" — Zweiter Student: „Mit übermorgen drei Mal!"
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Beim Picknick. „Fräulein Lieschen ist heut' aber lustig!" — „Jawohl — eine zartbeseidelte Seele!"
Boshaft. Dame: „Man sagt, daß Fräulein Laura 200,000 Mark Mitgift in die Ehe bringt!" - Herr: „Sagen Sie doch lieber Entschädigung!"
Vor dem Fahneneid* Feldwebel (zu den Rekruten): „Heute müßt Ihr schwören! . . . Aber das sag' ich Euch: im Dienste ist die ewige Treue anders zu verstehen, als wie bei den Mädeln!" ♦ * ♦
Frauen-Logik. Frau (zum Manne, der wiederholt von der Jagd mit einem winzigen Hasen heimkehrt): „Ich begreife Dich nicht, Mann, daß Du Dir stets den Schund zutreiben läßt!" *
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In der Sommerfrische. Mutter (zur Tochter): „Der blonde Herr, der uns bei Tische immer vis-a-vis sitzt, ißt jeden Tag Wiener Schnitzel- . . - Wie genügsam! Den solltest Du zu bekommen suchen- . - . Wiener Schnitzel sind leicht zu machen!"
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Ein Professor wollte einst einen Jüngling anreden: „Du freundlicher Jüngling!" versprach sich aber und sagte: „Du gründlicher Freundling!", wollte sich verbessern: „Du freundlicher Gründling!" und nochmals: „Du greulicher Fünd» ling!"
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Mann: „Du thust, was ich befehle, das Weib ist dem Manne Gehorsam schuldig, das mußt Du Dir vor Allem merken." — Frau: „Das weiß ich, daß ich Dir Gehorsam schuldig bin) aber ich bleibe ihn Dir auch schuldig."
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Er apellirt. Richter: „Sie haben, um in's Gesäng- niß zu kommen, eine Fensterscheibe eingeworfen. Da Sie aber bisher noch unbestraft sind, so wollen wir Sie mit einem einfachen Verweis entlassen." — Strolch: „Dagegen lege ich Berufung ein!" ♦ *
Paßt ihm. Mann (nach lebhaftem Zank): „Meinetwegen kannst Du Dir die Robe kaufen, ich bezahle sie nicht!" — Frau: „So wird man Dich verklagen!" — Mann: „Desto besser, ich lasse dann unser C'.avier pfänden!" ♦ ♦
Dann. „Ich werde wohl niemals heirathen, Emilie." — „Sage das nicht, Toni, Du kannst doch noch mal etwas erben und dann hast Du die Auswahl."
Redaction: A. Schepda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.


