Vermischtes
Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.
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Mittel gegen das Anlaufen von Metallen. Um Metallgegenstände von Silber, Neustlber, Messtng rc. gegen das Anlaufen zu schützen, überstreiche man dieselben mit durch Weingeist verdünntem Kollodium, jedoch muß beim erstmaligen Bestreichen der Ueberzug gleich in der gewünschten Stärke aufgetragen werden, weil bei nochmaligem Ueberstreichen gewöhnlich Flecken und kleine Bläschen entstehen. So behan- beite Gegenstände behalten, wenn fle sonst nicht im Gebrauche sind, Jahre lang ihren reinen Metallglanz. Sehr vortheilhaft ist dieses Verfahren namentlich bei Denkmünzen, Prunkgefäßen, Tafelausfätzen u. dgl, welche nie oder nur selten in Gebrauch genommen werden, aber in Glasschränken oder offen stets zur Ansicht stehen, und welche durch öfteres Putzen viel von ihrer ursprünglichen Schönheit verlieren.
Ju manchem größeren Haushalte werden die Suppen« beine und das Suppengrüne, wenn die Suppe abgeseiht ist, ganz achtlos weggegeben und doch läßt sich eine Glace daraus bereiten, welche man zur Verbefferung von Suppen und Saucen sehr gut verwenden kann. Nach dem Abseihen gibt man die Beine und das Suppengrüne, Wurzelwerk, Leber rc. alles zusammen in einen kleineren Topf, gibt so viel Waffer darauf, daß es an 20 Centimeter über den Beinen steht, salzt es wenig und läßt es bei kleinem Feuer zwei Stunden langsam kochen. Wieder geseiht in einen kleineren Topf läßt man es über Nacht stehen, schöpft dann anderen Tages das Fett ab und läßt es wieder einige Stunden langsam bis zur Syrup, dicke einkochen. Dann seiht man die Glace in Heute Töpfe, welche man gut verbindet und verwendet sie dann als Fleisch« Extract- ____________
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Neber die Zubereitung des Kaffees. Der Kaffee , muß vor allen Dingen fein gemahlen sein, damit er sich voll- I ständig erschließt. Jeder Kaffee schmeckt frisch bereitet am I besten. Die gebräuchlichste Art ist folgende: Man läßt das I Waffer in einem bestimmten Kaffeetopfe kochen, thut den ge- I mahlenen Kaffee und das Surrogat hinein, rührt die Masse I mit einem Blechlöffel um, läßt sie ein wenig ziehen, nimmt sie von der Herdplatte, schreckt sie mit etwas kaltem Waffer I ab und gießt das Getränk durch ein Sieb ober Sttckchen in I die Kanne. Auf diese Weise wird dem Kaffee die Kraft am I ersten ausgezogen, aber er verliert von seinem Aroma, zumal I er öfter dabei kocht. Filtrirter Kaffee, Aufguß, schmeckt bedeutend aromatischer, hat aber die Eigenschast, mehr, auszu- | regen und in das Blut zu gehen- Hierzu sind die Arndt schen j Siebe besonders zu empfehlen- Man gießt gleich so viel | kochendes Waffer in das Sieb, als man braucht und verschließt es. Professor Liebig empfiehlt: Dreiviertel von dem | Kaffeepulver in kaltes Waffer zu thun, und wenn dies kocht, noch 10 Minuten lang ziehen zu laffen. Hierauf nimmt man auch das letzte Viertel Pulver, gibt es hinein, nachdem man das Kochgeschirr vom Feuer gezogen hat und läßt es fünf I Minuten stehen, bis sich der Kaffee, der eine braune Farbe haben muß, gesetzt hat. Liebig rechnet auf zwei Taffen 15 Gramm Kaffee. Die Kaffeesäckchen zum Durchgießen des Getränkes sind am gebräuchlichsten. Siebe laffen leider den Grund immer durch und das Filtrirpapier ist sehr selten gut zu haben- Die mannigfach übliche Bereitung des Kaffees mit Spiritus verfolgt keinen anderen Zweck, als den feingemahlenen Kaffee möglichst luftdicht abzuschließen und durch das überströmende kochende Waffer auszubeuten. Darum behält die alte Umsturzmaschine noch immer ihre Anhänger und liefert | die Wiener Kaffeemaschine stets ein aromatisches Getränk. Uebrigens hat auch das Waffer großen Einfluß auf die Bereitung des Kaffees, sobald es kocht, muß es verbraucht werden, sonst entweichen seine reinen Theile durch den Dampf. Man nimmt dazu Helles, klares Brunnenwaffer, wenn es nicht zu hart ist und nicht zu viel Kalktheile enthält, sonst schließt es die ätherischen Oele des Kaffes nicht ab, letztere schwimmen dann wie Fettaugen obenauf. Ein wenig Zusatz von Natron verbessert diesen Fehler. Soll gestandener Kaffee einigermaßen schmackhaft sein, so darf er nur im Wafferbade erwärmt werden.
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Zum Kartoffelfieden. Sollen Kartoffeln ihren feinsten Geschmack erreichen, so wasche man sie erst unmittelbar vor dem Kochen, setze sie mit kaltem, leicht gesalzenem Wasser an, lasse sie darin halb fertig kochen; ersetze dann dieses Wasser durch siedendes und ebenfalls gesalzenes und lasse sie hoch auskochen. Sobald die Kartoffeln weich sind, schrecke man den Sud mit einem Löffel kalten Wassers ab, und so behandelt platzt jede Kartoffel, behält aber trotzdemZ ihren höchsten Wohlgeschmack.
Gemüt hl ich. Wirth: „Warum riechenSie bnno oft an ber Wurscht?" — Gast: „Weil sie schlecht riecht! - Wirth: „Na, ba sollten Sie aber erst recht nicht daran riechen I" * ,
Höchstes Zartgefühl. „Ich 3frwn, Mine Frau hat so ein weiches Gefühl, daß Sie nicht einmal m Stande ist, ein Ei hart Rieben I"
Gegenseitig. Herr: '„Darf ich um bie Ehre einer Tanzes bitten?" — Dame: „Nr. 18." — Herr: „Danks sehr, aber dann bin ich nicht mehr hier! Dame: „Ich auch nicht I" # ,
Nicht übel. Wie man aus dem reußtschen Oberland berichtet, antwortete eine Schülerin der Hohenleubener Bürgerschule auf die Frage des Lehrers, was Napoleon der Erste gewesen sei: „Schustergeselle". Dem Mädchen war offenbar das scherzhafte Volkslied „Napoleon, Du Schustergeselle' vorgeschwebt. * ,
Eine russische Heiraths-Annonce. „Suche ein ! hübsches, freundliches Mädchen zur Frau; Stand, Rasse, Vermögen und Religion kommt nicht in Betracht; das besitze ich selbst im Uebermaß." *
Baron A.: „Denken Sie stch Bester, diese Nacht ist man bei mir eingebrochen." — Baron B.: „Alle Wetter, da haben Se stch aber jehörig blarnirt."
Tante (Märchen erzählend): „Die junge Königstochter hatte im Keller einen Schatz vergraben" — Anna (zehnMige I „höhere Tochter" wirst erschreckt ein): „Lebendig?"
Seine Besorgniß. Sonntagsjäger: „Um Gotter- I willen — ich habe den Hasen getroffen I Ami, lauf nicht hin, der stellt sich am Ende nur so!"
Verdäch'tige Vertheidigung. Richter: „Wie | konnten Sie nur all diese armen Leute um ihre wenige Have bringen? Sie sind ein Betrüger I" - Meyer: „Was
I Mich nennt man Betrüger? Kein Mensch auf der Wen I macht weniger Betrügereien als ich!"
Kasernenhof. Blüthen. Unteroffizier: „Nun sage ! ich es aber zum letzten Male I In Reih' und Glied har I Niemand sich umzusehen und wenn auch hinter Euch der Kal er I von China aus einer Wildsau über den Kasernenhof retten > würde!"


