UntevhaltrriigsblaLt znin Gietzenev Anzsigev (Gensval-Anzei§sv>
1893
M
.■
■■ . * fl
Donnerstag, den 30. November.
»MU FchMchch
30. Uovember 1893.
am Donnerstag
Gilt's doch der neuen Kirche heute, Die uns so tief, so froh bewegt, Daß. unser Herz die wärmsten Wünsche Begeistert nach den Sternen trägt. Dem Weiheact sei Gottes Segen, Sei alles Gute heut' vcrlieh'n; — In den geweihten Hallen möge Stets Christensinn und Tugend blüh'n!
ir grüßen euch, ihr Glockenschläge, Wie dringt ihr tief in das Gemüth! Die Seele fühlt ein göttlich Ahnen, Und Andacht in die Herzen zieht. — Wie lieblich doch die Glocken läuten, Sie laden ein. zum Kirchengang, Und in den Lüften tönt es wieder: Gesegnet sei der Helle Klang!
Der Helle Klang, — das Festgeläute, — Das Herz und Sinn so sehr beseelt, Mög allen Menschen Frieden bringen. Wo noch die holde Eintracht fehlt. Ja, läute Ruh' in all' die Herzen, Wo noch ini Schmerz die Thrüue rinnt, Daß sie vereint im Lebensgauge, In Lieb' und Eintracht glücklich sind!
Und immer Heller möge strahlen Das Licht, dem jedes Dunkel weicht. Uns in der Wahrheit Sonnenbahnen Die Wege der Erkenntniß zeigt. — Der heil'ge Geist, — des Glaubens Lehre Dring' ein in jede Menschenbrust, Daß sie in allen, Lebenslagen Sich seiner Himmelskraft bewußt.
Der edle Bau wird nimmer wanken, Wird jedem Sturme widersteh'n, Wie auch die Zeiten sich gestalten. Der Kirche Geist wird nie vergehn! — In ihrem Tempel wohnet Frieden, Sein Heiligthum sei nie entweiht, Da wohnt die ewig heil'ge Liebe Bis in die allexfernste Zeit!
D'rmn grüßen wir der Glocken Läuten, Es ladet ein zum Kirchengang;
Wir grüßen heut' in selt'ner Freude Den Hellen, feierlichen Klang!
O, möchten doch die Glockcnschläge Ergreifen tief das, Menschenherz, Und fort und fort zur Kirche läuten. Hilft sie doch lindern jeden Schmerz!
Th. Loos.


