Hu es schon lange Jahre gewesen bist," sagte sie mit herzlichem Kuß.Doch nun hinaus mit Dir, dort auf der Bank"

Aber er war schon verschwunden und während er draußen um sein Lieb warb und ihre freudige Antwort erhielt, hatte Erich die Hand seiner Frau in die seine gefaßt und war zum Fenster getreten.Weißt Du, Marie," sagte er, seinen Blick auf die dunklen Gestalten unter dem Baume richtend,als wir zusammen saßen auf dem alten Boote am Strande? Da fing Gottes Sonne an, freundlich über uns zu scheinen."

Er gebe den Kindern denselben Segen, der auf unserm Leben geruht hatte," entgegnete sie, und Erich antwortete: Das walte Gott."

GsrneinirrWges.

Blühende Blumen für den Winter. Auf Feld und Flur ist es kahl geworden; zwar blühen im Garten noch vereinzelt die Rosen, zwar prangen im Garten die Georginen gerade jetzt in üppigster Fülle, zwar duften noch die Reseda, und die bunt blühenden Astern gewähren noch einen freund« lichen Anblick, aber schon färbt sich das Laub der Bäume bunt, die dürren Blätter treiben schon im Winde ihr lustiges Spiel, und eine einzige Nacht, in der da? Thermometer unter den Gefrierpunkt sinkt, genügt, um allen diesen Herrlichkeiten ein jähes Ende zu bereiten. Damit ist die Zeit gekommen, Sorge zu treffen, daß auch in jenen kurzen Tagen, wo die Schneestürme durch das Land brausen und die Gewässer in eisigen Feffeln ruhen, unser Auge sich am freundlichen Anblick der Blumen erfreue und unfer Herz sich an ihrem Duft er­quicke. Wohl bieten die Kunstgärtner ihre bunten Gaben in reicher Fülle dar, aber selbst gepflanzte und selbst gezogene Kinder der Flora sind tausend Mal schöner und duften in unserem Heim viel lieblicher. Und mit wie geringen Mühen und Kosten kann Jedermann sich diese Freuden bereiten I In den Zwiebel» und Knollengewächsen besitzen wir für den Winter- flor überaus dankbare und leicht zu behandelnde Blüher. Man sehe nun von den vielen angepriesenen Neuheiten ruhig ab und überlaffe sie den passtonirten Blumenliebhabern, man bleibe bei den alten bewährten Sorten, man wähle in erster Linie die prachtvollen Hyazinthen mit ihrem fast betäubenden Wohlgeruch und die Tulpen mit ihren glühenden Farben, sodann aber auch die lilienartigen Tazetten, die stolze Narzisse, die liebliche Scylla und den Frühling verkündenden Crocus. Hohe und enge Töpfe eignen sich zum Einpflanzen der Zwiebeln am besten, weil sie die Entwickelung der Wurzeln gestatten und der Erde Luft und Außenwärme am leichtesten zuführen. Man füllt die Töpfe so weit mit sandiger Mistbeeterde, daß die eingelegten Zwiebeln oder Knollen mit ihrem oberen Ende noch ungefähr 2 Centi- meter vom Topfrande entfernt sind, legt unter jede Zwiebel etwas Sand oder Holzkohlenpulver, wodurch die Zwiebel vor dem Faulen bewahrt wird, und deckt dann den Topf bis oben hin mit Erde zu. Wenn man Gelegenheit hat, gräbt man am besten die Töpfe, nachdem sie angegossen sind, im Garten etwa einen Fuß tief ein und beläßt sie dort bis zum Eintritt stär­keren Frostes, also etwa bis Mitte oder Ende November. Hat man keinen Gartenplatz zur Verfügung, so stellt man sie in die dunkelste Ecke eines frostfreien Kellers und gießt sie nur dann, wenn die Erde stark auszutrocknen beginnt. Zeigen sich die ersten Triebe, so deckt man eine Hand voll Erde über sie oder stülpt einen leeren Blumentopf über. Erst wenn der Trieb mindestens die Länge eines Fingergliedes erreicht hat, darf man die Töpfe in ein warmes Zimmer bringen, doch muß man sie auch hier noch durch Aufstülpen kleiner Düten oder Töpfchen gegen das Licht schützen. Hierdurch wird die ordentliche Ent« Wickelung der Blüthen und deren Herauswachsen befördert und verhindert, daß siesitzen", d. h. zwischen den Blättern unten stecken bleiben. Nach Entfernen der Hüllen färben sich Blätter und Blüthen schnell; will man das Wachsen befördern, so giebt man reichlich warmes Wasser in den Untersatz. Sobald sich

die Blüthen voll entwickelt haben, ist als Standort ein kühleres Zimmer zu empfehlen, da auf diese Weise einem allzu schnellen Abblühen vorgebeugt wird. Für Crocus genügt zur vollstän­digen Entwickelung ein nur sehr schwach geheiztes Zimmer, ja sie gedeihen hier fast besser, als inc warmen Raum. Ganz besonders lieben sie den Platz im Doppelfenster-

e *

Kranken Topfpflanzen zu helfen. Erscheint die Erde in einem Topf schwarz und entwickelt sich ein moderiger Geruch, während die Pflanze zu kränkeln beginnt, so lockere man den Boden, so lange er noch feucht ist, mit einem spitzen Hölzchen auf, damit zu den Wurzeln frische Luft gelangen kann und die überschüssige Feuchtigkeit rascher verdunstet. Natürlich dürfen dabei die feinen Haarwurzeln nicht gestöit oder geschädigt werden. Ist die Pflanze ziemlich trocken oe- worden, so begieße man dieselbe mit heißem Wasser von 30 bis 36 Grad E.; man wird sich überzeugen, daß die Wurzeln diese Temperatur vollständig vertragen, während schädliches Gewürm vertrieben oder getödtet wird. Ist die Erde wieber so weit abgetrocknet, daß neues Gießen erforderlich ist, so wird das Verfahren ein bis zwei Mal wiederholt und die Pflanze wird bald wieder ein kräftiges Wachsthum zeigen. Das regelmäßige Gießen mit warmem Wasser ersetzt bis auf ein Gewisses die fehlende Bodenwärme und fördert das Wachsthum. ________

Vermischtes.

Symbolisch. Zur Bekämpfung der Trunksucht ver­öffentlicht ein Kalender ein anschauliches Gedicht:

Das Glas.

Warum doch herrscht in manchem Haus So viel Krakehl, Gefluch, Gebraus?

Warum schlägt Mancher seine Frau Und kommt in Elend, trüb und grau, Wodurch kommt man in Schuld, Büßt ein der Edlen Huld? Warum giebt toll man preis DerschwielgenHändeSchweiß? Warum verstößt der Sohn Die MutterschnöderLohn!

Es kommt vom Glas, Daß das Der Seel' Krakehl, Unruh', dazu Geschrei, Viel Reu'

Und Unmuth schafft.

Den Beutel leert's, den Kopf beschwert's, Das Zuchthaus Henkerstod bescheert's.

' *

Boshaft. Gigerl:Mein Onkel ... äh ... der Professor ist ... äh, äh ... ist nach Afrika gereist, um die Sprache der Affen zu studiren!" Herr:Und dazu reist der Herr nach Afrika?"

* * *

Geheilt.Nun, wie geht es heute mit dem Herzklopfen Ihrer Tochter?"Alles vorüber, lieber Doetor ... Er hat heute Morgen um sie angehalten I"

Kindermund. Onkel P*pi besucht seine kleinen Neffen. Diese zeigen ihm ihren Kanarienvogel, der sich aber scheu und ängstlich benimmt. Da lobt der Onkel feinett Kanarienvogel zu Hause; der sei so zahm, daß er ihm Küsse gebe und sogar auf seiner Glatze spazieren gehe. Fritz:Aber, Onkel, ist denn der auch glatzenrein?"

* *

Das kann stimmen.Wer war denn die alte Dame, die Sie da grüßten?"Ach, der Frau schulde ich viel, sehr viel!"Ihre Mutter wohl?"Nein ... meine Wirthin I'

Redaction: I. V.: Hermann Elle. Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr- Pietsch) in Gießen.