- 39s =
Aber sie hatte erst zwei Schritte gethan, als sie sich an der Hand ergriffen und mit sanfter Gewalt zum Fenster zu- rückgezogen fühlte, während es ihr war, als habe sie Edithas schöne Augen, die auf ihrem Antlitz ruhten, noch niemals von einem so wundersam verklärten, feuchten Glanze erfüllt gesehen.
Der Doctor war die Antwort auf die Frage seiner geretteten Pätientin schuldig geblieben. Er blickte mit eigen- thümlich nachdenklichem Gesicht hinaus in den jetzt noch win« terlich kahlen Garten der Villa, und erst nach einem langen Schweigen sagte er:
»Ich glaubte fast, Fräulein Editha, für mich ist es zu solchem Glück doch Mittlerwelle schon zu spät geworden. Die Einzige, der ich mich mit Leib und Seele zu eigen geben möchte, kann wohl mehr beanspruchen, als ein so ernsthafter, geplagter und wenig begüterter Landdoctor, der über die beste Jugend zudem schon hinaus ist, ihr zu bieten im Stande wäre. Mag der lächelnde Knabe darum an andere Herzen klopfen — das meinige wird voraussichtlich bis an meinen Tod nur für die Menschheit im Allgemeinen schlagen dürfen, soweit sie im nächsten Umkreise von W. ansässig ist und ärztlicher Hülfe bedarf."
»Wie schade, daß Sie sich unabänderlich unter die Hagestolzen rechnen, Doctor Asmus," plauderte Editha weiter, und in der ungewissen abendlichen Beleuchtung sahen die Anderen nichts von dem leisen, schmerzlichen Zucken ihrer Lippen. „Nun muß ich mir von Neuem den Kopf zerbrechen, um das passende Geschenk zu finden, das Ihnen meine Dankbarkeit beweisen soll. Bis jetzt sollte es nämlich ein Hochzeitsgeschenk sein —"
„Ein Hochzeitsgeschenk?" - Sie machen mich wirklich neugierig, Fräulein Editha I"
„Wollen Sie es sehen? - Ich hatte es nämlich schon in Bereitschaft, um e» Ihnen am Morgen des festlichen Tages mit meinen innigsten Segenswünschen zu übergeben. Noch einmal: wollen Sie es sehen?"
„Gewiß! — Wie sollte ich nach solchen Andeutungen meine Wißbegier noch länger zügeln können," erwiderte er, auf ihren scherzhaften Ton eingehend, obwohl eine eigenthüm- uch feierliche Beklemmung sich um sein Herz zu legen begann. „Tragen Sie es denn immer bei sich?"
„In diesem Augenblick wenigstens! -- Geben Sie mir Ihre Hand, Doctor Asmus! — Da — ich lege es Ihnen hinein — und wenn Sie Lust haben, es festzuhalten, — ich bin gewiß, es wird sich nicht dagegen sträuben."
Es war Monikas schlanke, weiche Hand, die er in der seinigen fühlte, und dann — es wußte keines von Beiden so recht, wie es geschehen war — dann hielt er auch ihre schlanke Gestalt in seinem Arm und ihr Köpfchen ruhte an seiner Schulter, wie in jener Nacht, die sie gemeinsam an Edithas Krankenbett durchwacht.
„Monika!" sagte er leise. Mein edles, theures Mädchen!"
Da erhoben sie gleichzeitig die Augen, um der Vermitt» lerin ihre« Glücks zu danken; aber Editha war in das Nebenzimmer eingetreten und hatte die Thür desselben unhörbar hinter sich ins Schloß gezogen. Monika machte keinen Versuch, ihr zu folgen. Sie allein wußte ja, wie groß das Opfer war, welches ihre Schwester ihr gebracht, und wie schwer der Kampf, den ne in diesen Augenblicken noch zu ringen hatte mit ihrem stolzen, rebellischen Herzen.
Geni-innÄtziges.
Wespenstiche können lebensgefährlich werden, wenn solche im Halse und Schlunde während des Schluckens von Getränken und Früchten beigebracht werden. Es gibt nun ein Mittel, das, sofort angewandt, plötzliche Erleichterung bringt. Sobald man spürt, daß man im Munde oder Halse gestochen ist, nehme man einen Theelöffel voll Kochsalz mit etwas Wasser angefeuchtet und verschlucke dies langsam. Geschwulst und Schmerzen verschwinden hierbei in kürzester Zeit. Dies einfache Mittel hat schon Manchen vom Tode errettet.
englischer Arzt über Fischnahrung. Doctör Nichols schreibt in seiner Broschüre: „Die Kunst, mit 50Pfg. täglich auskömmlich zu leben", Folgendes: Fisch ist im Allge- meinen eine zuträglichere Kost, als Fleisch, weniger geeignet, den Menschen krank zu machen, weil weniger Krankheitskeime in sich tragend, während er doch Pfund für Pfund ganz so nahrhaft, wenngleich weniger aufregend ist. Die besten Fisch, sorten enthalten mehr Muskeln bildendes Element als Fleisch, da sie 78 bis 97 Procent Muskelstoff haben, das Wasser natürlich ausgenommen. Dabei ist es merkwürdig, daß einige von den nahrhaftesten Fischen am wohlfeilsten sind. Für
^wöhnltches Fischfleisch, z. B. Hering, Strömling, Scholle, Makrele, hat mehr Werth, als für 25 Pfennige Speck, von den Krankheiten gar nicht zu reden, welche das Schwein belasten und oft auf Diejenigen übergehen, welche das Fleisch essen-
Vom Wind geschüttelte Birnen sind, wenn schwach beschädigt, zum Backen trefflich. Die meisten edlen Birnen sind trefflich, wenn sie ohne einen Zusatz gebacken werden; der Saft bildet einen reichen Syrup ohne Zucker. Man braucht sie bloß rein abzuwischen und in eine Schüssel zu legen; häuft man sie auf, dann um desto besser. Auf diese Weise kann das vom Wind abgeschüttelte Obst, was sonst ganz nutzlos ist, noch gut benutzt werden. So ist z. B. die Marie-Louisenbirne eine der vorzüglichsten, die sich zum Dämpfen eignet.
Eierkuchen mit Hefe zu gekochtem Obst. Von 15—20 Gramm frischer Hefe macht man einen etwas dicklichen Vorteig von lauwarmer Milch, Zucker und Mehl, und läßt diesen an einem warmen Orte in einem irdenen, J/2 Liter Flüssigkeit fassenden Topfe bis obenan aufgehen. Nun macht män von 1 Liter Milch, 3 Eiern, etwas Salz, Zucker und Mehl einen dünnflüssigen Eierkuchenteig, verrührt die aufgegangene Hefe darin, läßt das Ganze nochmals aufgehen und backt dann in wenig Butter und Schweineschmalz kleine fingerdicke Faden auf beiden Seiten hübsch braun. Es ist ein sehr schmackhaftes und dabei billiges Gericht.
* ♦
Weizenfuppe für schwächliche Kinder. Eine nahrhafte Suppe für schwächliche und skrophulöse Kinder kann man auf folgende Weise Herstellen: Es werden lauter gute Weizenkörner ausgelesen, an dem Ofen getrocknet, nicht geröstet, und auf einer Kaffeemühle gemahlen. Dieses Mehl, wie es ist, mit Spelzem und Allem, wird mit kochendem Wasser überbrüht, welches jedoch ein trübes Ansehen behält. Zucker kommt nicht daran, nur dann und wann als geschmackverbessernder Zusatz einige Tropfen Himbeersaft. Da dieses Getränk leicht säuert, muß es täglich frisch bereitet werden. Erst bei kräftiger Verdauung darf man den dritten Theil Milch zusetzen, also 2 Theile Suppe, 1 Theil Milch. Das Verhältniß der Suppe selbst aber ist der Art, daß auf Ve Liter des gemahlenen Weizen» 1 Liter Wasser kommt.
* * •
Reinigen kupferner Gefäße. Kessel, Pfannen, Wagschalen und sonstige Gefäße aus Kupfer reinigt man sehr gut mit heißer Lake von Salzgurken. Selbst ganz alte Kupfer- geschirre, die lange Zeit hindurch nicht benutzt und darum schwarz geworden sind, lassen sich mit dieser Lake spiegelblank putzen. Das geputzte Geschirr wird mit kaltem Wasser abgespült und mit Sägespänen trocken gerieben. Auch ein Brei von Essig und Salz soll beim Reinigen kupferner Gefäße gute Dienste thun.
Asphaltlaek als Anstreichmittel. Asphaltanstrich ist sehr billig; er kostet auf Möbeln kaum ein Zehntel so viel wie Leinölanstrich. Dazu kommt als Vorzug noch das rasche Trocknen, während Leinölfirniß mehrere Tage bis zur Erhärtung erfordert. In jeder Droguerie erhältlich.


